Antrag 04: Verpflichtende Präventionsschulungen für Teams von Großveranstaltungen

Die Bundesversammlung möge beschließen:

Auf einem Vorbereitungstreffen jeder Großveranstaltung des BdP gibt es eine Einheit zur Prävention sexualisierter Gewalt für das Team, die von einer entsprechend qualifizierten Person durchgeführt wird.

Antragsteller

BdP Bundesvorstand

Begründung

Das Thema Prävention sexualisierter Gewalt ist sehr wichtig, gerade für den BdP als Jugendverband. Wir möchten, dass das Thema möglichst viele Personen im Bund erreicht und von Gruppenleitungen als Multiplikatorinnen und wichtigen Akteurinnen der Prävention weitergetragen wird. Das Thema ist durch die Ausbildungskonzeption bereits auf allen Kursebenen vertreten, damit eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Thema analog zur persönlichen Weiterentwicklung geben ist. Wir möchten, dass das Thema Prävention sexualisierter Gewalt zum Selbstverständnis wird und möchten gerade Vorbilder wie Teamende/Mitarbeitende auf Veranstaltungen hier mehr integrieren. Großveranstaltungen wie Pfingstlager, Bundeslager, Bundesfahrt oder das Moot sind Orte, an denen sexualisierte Gewalt genauso auftreten kann wie in anderen Bereichen des BdP. Teams sollten dafür sensibilisiert sein und die Umsetzung unseres BdP-Schutzkonzepts und die Prävention sexualisierter Gewalt in ihre Veranstaltungskonzeption einbeziehen – beispielsweise durch die explizite Erwähnung in den Lagerregeln und auf dem Lager präsente Awareness- oder intakt-Teams, d.h. klar bestimmte und erkennbare Ansprechpartner*innen im Fall von unangenehmen Situationen. Da nicht alle Mitarbeitenden einer Großveranstaltung zwangsläufig Kurse besucht haben, möchten wir, dass je ein VBT dazu genutzt wird, auch hier das Thema zu besprechen und die verantwortlichen Personen entsprechend zu sensibilisieren und über Maßnahmen und/oder Strukturen auf der Veranstaltung aufzuklären.

Die Präventionseinheit (mindestens 60 Minuten) sollte stets von einer geschulten Person durchgeführt werden – dies können entweder Personen sein, die sich intern bei uns im BdP mit dem Thema auseinandersetzen (z.B. in den intakt-Arbeitskreisen), oder externe Referent*innen. Es ist wichtig, dass die durchführende Person mit Fragen oder aufkommender Betroffenheit umgehen kann.

Update zu Antrag 04 und Antrag 05:

Um den besonderen Herausforderungen der digitalen Bundesversammlung gerecht zu werden ist es erforderlich, den Umfang der Tagesordnung zu reduzieren. Nur so können wir sicherstellen, auch unter den erschwerten Bedingungen genügend Zeit für Diskussion und Mitsprache aller zu haben.

Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, der Bundesversammlung vorzuschlagen, die Anträge 04 und 05 auf die nächste Bundesversammlung zu vertagen.

Da wir der Bundesversammlung auch vorschlagen werden, im Herbst eine weitere, dann physische Bundesversammlung durchzuführen (vgl. Antrag 06), könnte über den Antrag bereits dann, spätestens aber im nächsten Jahr entschieden werden. Die Vorgehensweise bezüglich der Präventionsschulung für Teams von Großveranstaltungen werden wir unabhängig davon bereits ab sofort für die Veranstaltungen in unserem Verantwortungsbereich umsetzen.

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Hallo zusammen,
immer wieder eine Freude auf diese Plattforum zurückzukehen, auch wenn ich finde, dass die Interaktion in den letzten Jahren etwas abgenommen hat. Zum Thema:

Ich finde es richtig und wichtig, dass wir uns als Jugendverband und Veranstalter grosser Lager mit dem Thema auseinandersetzen und unseren Teammitgliedern die bestmögliche Schulung mitgeben, die wir bieten können. Meine Frage bezieht sich auf den Zeitumfang und die Möglichkeit dies auch ausserhalb eines VBT anzusiedeln.

In Schweden haben wir beispielsweise einen Onlinekurs, der ca. 60-90 Minuten dauert und die einzige verpflichtende Ausbildung für alle über 15 Jahren ist. Selbst Eltern, die bei einem Lager dabei sind um zu Kochen müssen diesen Kurs machen. Bereits seit 2013 ist es obligatorisch diesen Kurs mindestens alle drei Jahre zu durchlaufen. Ein Nachweis darüber kann runtergeladen und vorgezeigt oder auch von berechtigten Personen in der Mitgliederdatenbank eingesehen werden.

Meine Fragen in dieser Diskussion sind daher:

  • WOSM hat in den letzten Jahren immer mehr das Thema Safe from Harm bearbeitet. Können wir als Verband davon profitieren?

  • Auch andere Pfadiverbände haben bereits Schulungen entwickelt, kann man diese übernehmen?

  • Müssen die Schulungen auf den VBT stattfinden, oder ist auch eine individuelle, (digitale) Bearbeitung bereits im Vorfeld möglich?

Ich sehe durchaus auch einen Mehrwert von einem persönlichen Gespräch zum Thema in den jeweiligen Teams. Eine individuelle digitale Schulung kann dieses nicht ersetzen, daher sehe ich eher das als Notwendigkeit für die Teams: Wie gehen WIR mit dem Thema um und implementieren ein Schutzkonzept in UNSERER Veranstaltung?

Ein herzliches Gut Pfad aus Schweden
Mio

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Hallo zusammen,

ich finde das grundsätzlich gut und sinnvoll, aber es fehlt die Definition, was genau dabei als Großveranstaltung gezählt wird. Für mich macht das in unserem Landesverband zumindest aktuell für Landesaktionen wenig Sinn, weil das hier im Einzelfall entschieden werden muss, ob das notwendig ist oder nicht. Im Normallfall werden unsere Landesaktionen immer von Leuten durchgeführt, die keine zusätzliche Schulung benötigen.
Auf Bundesebende oder Länderübergreifend oder ab einer gewissen Personenzahl macht es für mich aber schon Sinn - aber vor allem auf Bundes- oder internationaler Ebene!

Gut Pfad Nadine

Danke erst einmal für deine Anmerkungen und Gedanken zu dem Thema.
Wir haben im BdP noch keinen Onlinekurs zu dem Themengebiet und ich persönlich tue mich eher schwer mit diesem Format bei dem Thema. Es gibt meines Wissens nach nur bisher einen Learning Snack dazu- Natürlich könnte man Fachwissen und Zahlen als Informationsbasis auf dem Wege vermitteln. Allerdings sind alle bisherigen Erfahrungen im BdP so, dass der Austausch, der Raum für persönliche auch emotionale Aspekte und das voneinander lernen viel tragfähiger und erfolgreicher sind. es geht ja dabei dann auch um eine gemeinsame Haltung die für eine Veranstaltung entwickelt werden sollte und die von allen Verantwortlichen mit getragen wird.
Save from harm ist meines Wissens nach auf Ringebene in der Vorbereitung erst einmal in Deutsch übersetzt zu werden, damit man es gut nutzen kann. Es sitzt noch viel weiter an der Basis an. Der Hinweis ist aber wichtig, dass man da schauen kann, wo man auf bereits entwickelte Formate zurückgreifen kann.
Mit anderen Pfadfinderverbänden (z.B. VCP oder auch auf Ringebene) gibt es einen guten Austausch. Eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema Schutzkonzepte ist nun leider wegen der Pandemie ausgefallen.
Wir vom AK Intakt würden es gut finden, wenn die Schulungen auf den VBTs stattfinden würden.

Hallo Nadine,
Danke für deine wichtige Nachfrage. Vielleicht ist der Begriff Großveranstaltung insofern etwas ungenau, denn er weist ein bisschen in eine Richtung nach einer bestimmten Personenzahl. Das spielt sicherlich eine gewisse Rolle und natürlich sind mit dem Antrag in erster Linie Landeslager oder bundesweite Lager gemeint.
Aber auch Ausbildungskurse und Landesversammlungen, Singetreffen oder ähnliches zählen aus meiner sicht dazu. Dabei geht es dann nicht um die Gruppengröße sondern darum, dass die Teilnehmenden sich auf einer für sie erst einmal neuen etwas ungewohnen Ebene bewegen, die anders als die vertraute Stammesebene ist. Dort kennt man sich und hat seine vertrauten Personen an die man sich wenden kann. Wenn ich als Delegierter das erste mal zur LV fahre, treffe ich auf ganz viele neue Leute, die ich erst einmal kennenlernen und einschätzen muss. Hier braucht es auch ein Regelwerk und auch offen kommuniziert z.B. ein Beschwerdemanagement. Für alle o.g Veranstaltungen sollte ein verantwortliches Team ein Schutzkonzept entwerfen und dafür braucht es diese Schulungen.

Dieser Antrag wurde auf die nächste Bundesversammlung vertagt.