Antrag 09 - Anpassung des LV-Mitgliedsbeitrags

Die Landesdelegiertenversammlung möge beschließen:

Der Mitgliedsbeitrag des Landesverbandes wird ab dem Beitragsjahr 2027 um 8,50 Euro auf 20 Euro erhöht. Der Halbjahresbeitrag wird ab dem Beitragsjahr 2027 um 4,50 Euro auf 10 Euro erhöht.

Begründung:

Zurzeit erhalten wir Zuschüsse in den Bereichen Bildung, Freizeit, Verwaltung und Personal. Berechnungsgrundlage der Zuschüsse „Bildung“ und „Verwaltung“ sind die von euch auf Kursen und Seminaren produzierten Teilnehmer-Tage. Die öffentlichen Förderungen reichen allerdings nicht aus, die oben genannten Bereiche ausreichend abzudecken.

Unter den Bereich Verwaltung fallen u.a. Vor- und Nachbereitungstreffen für diverse LV-Aktionen, Kostenerstattungen für Funktionsträger, Versicherungsbeiträge, Mietkosten für die LGS und das Materiallager, unser Bulli, Verbrauchsmaterialien, unsere LDV und die Teilnahme an der BV.

Hier müssen unsere Eigenleistungen greifen, die sich zusammensetzen aus Teilnehmerbeiträgen, Zinserträgen und Mitgliedsbeiträgen.

Aufgrund der schwierigen Situation mit unserem Materiallager (ungewisse Zukunft des Gebäudes, unsichere Situation insgesamt, siehe Einbrüche) ist dieses an einen neuen Standort umgezogen. Wie bereits beim Umzug der LGS führte dies zu höheren Mietkosten für das Materiallager.

Außerdem ist aufgrund allgemeiner Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Unterkünften nicht damit zu rechnen, dass wir die Kosten hier senken können.

Die letzten Anpassungen der Mitgliedsbeiträge:

  • im Jahr 2004 angehoben von 5,50 Euro auf 11,50 Euro,
  • im Jahr 2008 gesenkt von 11,50 Euro auf 6,50 Euro und
  • im Jahr 2024 angehoben von 6,50 Euro auf 11,50 Euro.

In unserer Funktion als Landesschatzmeister empfehlen wir die Anpassung der Mitgliedsbeiträge nachdrücklich für die finanziell sicher Zukunft unseres LVs.

Weitere Begründungen erfolgen ggf. mündlich.

Antragsstellende:

Antragsstellende werden nach Abschluss der Ablehnung/Beschluss gem. Beschluss der LDV 2020 nicht veröffentlicht.

Welche Kosteneinsparungen wurden geprüft und in Betracht gezogen? Könnt ihr das ganze genauer aufschlüsseln wo man Kosten einsparen kann und wo die Gelder erhöht werden sollen bzw. wofür das Geld gedacht ist. Wir leisten uns den Luxus wie z.B. die Fahrtkostenrückerstattung oder ähnliches.

In den letzten Jahren wurden immer wieder Rücklagen gebildet, die dann für Aktionen mit geplantem Minus ausgegeben wurden. Wenn man diese Rechenweise wieder abschafft, könnte man diese Gelder nicht als Rücklagen sammeln sondern auf die betroffenen Haushaltstöpfe aufteilen.

Denn nicht jedes Lager oder jede Aktion sollte Geld aus dem Haushalt benötigen sondern sich selbst tragen.

Wenn man an der Methode festhalten möchte, warum macht man dann nicht auch die Mitgliedsbeiträge in verschiedenen Staffelungen. Für das eventuelle Minus klopft man beim Bund an, dort wird diese Methode auch benutzt.

Grundsätzlich ist es richtig Beiträge über Jahre immer mal wieder zu erhöhen, allerdings finde ich die Begründung fragwürdig. Das Mitglied zahlt mehr Jahresbeitrag um am Ende weniger für einzelne Aktionen zu bezahlen. Das klappt eventuell da wir mehr Mitglieder haben als Teilnehmende und so viele Jahresbeiträge auf weniger Teilnehmende kommen, dennoch sollte das nicht der Weg sein.

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Lieber Vorstand,

ich halte es grundsätzlich natürlich für richtig, dass Beiträge angepasst werden müssen, wenn Kosten steigen. Das ist logisch und gehört zum Alltag dazu. Mir geht es hier auch nicht darum, diese Erhöhung grundsätzlich abzulehnen.

Was mich an diesem Antrag aber wirklich stört, ist die Ausführlichkeit der Begründung im Verhältnis zur Höhe der Anpassung.

Wir reden hier nicht über 1–2 Euro, sondern über eine Steigerung von 6,50 € auf 20 € in sehr kurzer Zeit, also quasi einer Verdreifachung. Für so einen Schritt finde ich die vorgelegte Begründung deutlich zu schwach.

Es wird allgemein auf steigende Kosten, Mieten, Verwaltung usw. verwiesen, aber ohne konkrete Zahlen. Es fehlt aus meiner Sicht eine nachvollziehbare Kalkulation:

• Welche Kosten steigen konkret?
• In welchem Umfang?
• Was wird für die nächsten Jahre erwartet?
• Wie groß ist die aktuelle Lücke im Haushalt?
• Wie viel davon soll über Beiträge gedeckt werden?

Ohne so eine Übersicht ist es für Mitglieder kaum möglich zu beurteilen, ob diese Erhöhung wirklich notwendig ist oder eher grob angesetzt wurde. Die runde Zahl von 20 € wirkt dabei eher großzügig und pauschal geschätzt als sauber kalkuliert und durchdacht.

Besonders kritisch sehe ich in diesem Zusammenhang auch den Hinweis, dass weitere Begründungen „gegebenenfalls mündlich“ erfolgen sollen. Für eine Entscheidung in dieser Größenordnung halte ich es für unverzichtbar, dass die finanziellen Grundlagen vorab schriftlich und für alle nachvollziehbar vorliegen.

Außerdem vermisse ich eine ernsthafte Auseinandersetzung mit möglichen Einsparungen. Natürlich soll nicht kaputt gespart werden. Aber bei einer so deutlichen Beitragserhöhung (und in der Schlussfolgerung einer so deutlichen Kostensteigerung) sollte zumindest transparent gemacht werden, wo geprüft wurde, ob Kosten reduziert werden können (z. B. bei Fahrtkostenerstattungen, Bezuschussungen von Lagern, Vor- und Nachbereitungstreffen, Organisation).

Auch im Bereich der Miet- und Standortkosten hätte ich mir eine transparentere Darstellung gewünscht. Wenn steigende Mieten ein wesentlicher Faktor sind, sollte aus meiner Sicht offen gelegt werden, welche Standorte geprüft wurden, nach welchen Kriterien gesucht wurde und welche Kostenunterschiede dabei bestanden. Gerade bei Lager- und Büroräumen erscheint es sinnvoll, nicht nur auf bestehende Gewohnheiten oder Nähe zu einzelnen Personen zu schauen, sondern auch systematisch günstigere Alternativen in Betracht zu ziehen

Gerade vor dem Hintergrund der durchaus soliden vorhandenen Rücklagen hätte ich außerdem erwartet, dass dargestellt wird, warum diese nicht ausreichen und warum stattdessen sofort eine so starke Erhöhung nötig ist. Auch eine schrittweise Anpassung mit regelmäßiger Überprüfung der tatsächlichen Entwicklung wäre aus meiner Sicht eine ernsthaft zu prüfende Alternative.

Dazu kommt, dass der Landesbeitrag ja nur ein Teil des Gesamtbeitrags ist. Hinzu kommen die nicht unerheblichen Bundes- und Stammesbeiträge. Am Ende müssen die Ortsgruppen und Stammesführungen diese Erhöhungen vor Eltern und Mitgliedern erklären und stehen dabei oft selbst unter Druck, eigene Beitragsanpassungen zusätzlich rechtfertigen zu müssen. Je höher der Beitrag wird, desto schwieriger wird diese Vermittlung vor Ort, wo die eigentliche Jugendarbeit stattfindet und der Großteil der Beiträge hinfließen sollte, gerade bei einem so drastischen Anstieg.

Es wäre aus meiner Sicht ernsthaft zu prüfen, wie man es schaffen kann, diese im Hintergrund vorhandene Kostenstruktur nicht noch weiter zu vergrößern, welche aus Sicht des eigentlichen Mitglieds oder des eigentlichen Teilnehmenden keinen unmittelbaren Mehrwert bietet.

Ich fände es deshalb fair und sinnvoll, wenn der Landesverband vor einer solchen Erhöhung:

• eine transparente Kosten- und Zukunftsplanung veröffentlicht,
• offenlegt, welche Alternativen geprüft wurden,
• erklärt, welchen konkreten Mehrwert Mitglieder für diese zusätzlichen Beiträge bekommen,
• und diese Punkte auch direkt gegenüber der Mitgliedschaft nachvollziehbar kommuniziert.

Darüber hinaus halte ich es für sinnvoll, im Zusammenhang mit der Finanzplanung auch interne Kostenbereiche transparenter zu machen. Im Vorstandsbericht wird selbst darauf hingewiesen, dass juristische Auseinandersetzungen, externe Beratung und Verwaltungsaufwand in letzter Zeit eine Rolle gespielt haben. Vor diesem Hintergrund wäre es aus meiner Sicht angemessen, offen darzustellen, in welchem Umfang hierfür Mittel aufgewendet werden und wie künftig vermieden werden soll, dass unnötige Zusatzkosten entstehen.

Mir ist bewusst, dass einige dieser Punkte in der Vergangenheit bereits diskutiert worden sind. Vor dem Hintergrund dieser sehr deutlichen Beitragserhöhung stehen sie jedoch in einem neuen Verhältnis und sollten aus meiner Sicht erneut ernsthaft geprüft werden. Gegebenenfalls wäre auch zu überlegen, ob der Antrag vertagt wird, bis diese Grundlagen vorliegen.

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Moin, mich würde interessieren, wie genau sich die gestiegenen Lebensmittelpreise auf meinen Mitgliedsbeitrag beim Landesverband Niedersachsen auswirken, immerhin bekomme ich nicht 1x im Quartal einen Obstkorb aus der LGS geschickt für meine Arbeit als StaFü.:wink:

Den Zusammenhang zwischen steigenden Unterkunftskosten und Beitragsanpassungen kann ich grundsätzlich noch irgendwo nachvollziehen – etwa im Hinblick auf Mieten für die LGS oder das Materiallager. Soweit mir bekannt ist, sind entsprechende Mietsteigerungen jedoch innerhalb von drei Jahren auf maximal 20 % begrenzt. Vor diesem Hintergrund erscheint es zumindest nicht unmittelbar einleuchtend, dass hier kurzfristig erhebliche Mehrkosten entstehen, zumal der Umzug erst vor relativ kurzer Zeit erfolgt ist.

Umso mehr stellt sich für mich die Frage, an welcher konkreten Stelle Lebensmittelpreissteigerungen in die Beitragskalkulation des Landesverbandes einfließen – und in welchem Umfang dies tatsächlich beitragsrelevant ist.

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Ich finde ehrlich gesagt die Begründung auch etwas mau. Wenn es um 1-2€ gehen würde okay, dann könnte man auch die höheren Mieten als Argument anbringen. Aber bei einer nahezu Verdopplung wünsche ich mir schon eine etwas detailliertere Aufstellung, wofür das Geld eingesetzt werden soll. In den letzten Jahren sind wir fast immer mit einem positiven Jahresabschluss geendet, daher erschließt sich mir nur bedingt, wie es nun zu einer solch hohen Steigerung kommen kann (zumal es auch keine Bundeserhöhung gibt).

Eine solche Erhöhung kann wahrscheinlich kein Stamm „nebenbei“ auffangen. Das heißt, Stämme sind wieder gezwungen, ihre eigenen Beiträge auch zu erhöhen. Dies widerspricht ein bisschen dem Konzept „Pfadfinden für alle“, da es möglicherweise dazu führt, dass sich einzelne Menschen Pfadfinden einfach nicht mehr leisten können und ggf. austreten. Nicht grade dem Wachstum förderlich!

Ich fänd es schön, wenn die Antragstellenden sich einmal hier melden würden, denn die Zahlen werden ja sicher vorliegen, ansonsten würde man nicht solche Beitragserhöhungen beantragen.

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Moin Julius,

auch ich fände es gut, wenn die Zahlen der Erhöhung noch einmal mit einer tragfähigen Kalkualtion untermauert werden - ich kann mir vorstellen, dass Malte und Freddy da schon dran sitzen.

Ja, die Stämme müssen dann auch erhöhen, ich glaube aber nicht, dass das die Eintrittsschwelle in den Verein erhöht. Die meisten Eltern, denen ich in der Vergangenheit gesagt habe, was der Beitrag ist, dachten, dass es auf den Monat nicht aufs Jahr bezogen sei.

Denn oft werden wir mit Sportvereinen, Reit- oder Musikunterricht verglichen und stehen (auch nach der Erhöhung) sehr viel günstiger dar.

Fördern tut es das wachtum zwar nicht, aber ich glaube, es hemmt es auch nicht arg.

Aus versch. Projekten, die untersucht haben, warum wir aus finanzieller Sicht nicht so durchmischt sind, wie wir gerne wären, hat sich ergeben, dass vor allem die hohen Investitionskosten vor der ersten Fahrt (Rucksack, Schlafsack, Wanderschuhe) hemmend sind - nicht der Jahresbeitrag.

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Moin zusammen,

@Julius @Pasti @Nikki.AtM @jolene.mcgraw

Im Folgenden beantworten wir die aufgekommenen Fragen zur finanziellen Lage des Landesverbandes sowie zur geplanten Beitragserhöhung ab dem Beitragsjahr 2027. Natürlich fällt es auch uns nicht leicht diese deutliche Erhöhung anzustreben. Die Aufgabe die ihr uns übertragen habt lautet die Finanzen des Landesverbandes zu kontrollieren und gewissenhaft und zukunftsorientiert zu führen. Diese Aufgabe ist nicht immer leicht und manchmal auch mit unbequemen Entscheidungen wie dieser hier verbunden.

Wir haben die Antwort grob gegliedert und hoffen so auf jeden der von euch genannten Punkte eingehen zu können. Falls am Schluss noch fragen offenbleiben sollten, haben wir natürlich ein großes Interesse sie hier auf mitreden oder in einen persönlichen Gespräch zu klären.

Entwicklung des Jahresergebnisses

  • 2024: −458,14 € (Das nahezu ausgeglichene Ergebnis konnte nur durch ungeplante Mehreinnahmen erreicht werden.)

  • 2025: −28.617,54 €

  • 2026 (Plan): −375€ bei Auflösung von Rückstellung in Höhe von ca. 50.000€

Die Haushaltsplanung zeigt somit ein strukturelles Defizit, das ohne Gegenmaßnahmen nicht dauerhaft tragfähig ist.

Das bisherige Materiallager war baulich nicht mehr tragbar und wiederholt Ziel von Einbrüchen. Ein Verbleib war daher nicht verantwortbar. Das neue Materiallager ist:

  • deutlich sicherer,

  • zentraler gelegen,

  • langfristig tragfähig.

Die Mietkosten betragen nun 800 € monatlich, zuvor lagen sie bei lediglich ca. 205 € monatlich. Die bisherige Miete war – gemessen an heutigen Marktbedingungen – nicht realistisch und spiegelte nicht die tatsächlichen Kosten vergleichbarer Objekte wider.

Erwartet Mehreinnahmen

Durch die Anpassung des Mitgliedsbeitrags erwarten wir ca. 18.000 € zusätzliche Einnahmen pro Jahr für den Landesverband. Diese Mehreinnahmen dienen unmittelbar der Stabilisierung des Haushalts und der Absicherung der Verbandsarbeit.

Rückstellungen und Eigenmittel

Zum Stand nach dem Jahresabschluss 2025 bestehen Rückstellungen in Höhe von 90.377,00 €.

Diese Mittel sind zweckgebunden und stehen nicht vollständig frei zur Verfügung. Beispielsweise für den Bulli oder für neues Landesmaterial. Für das Haushaltsjahr 2026 ist geplant, etwa 50.000€ aus Rückstellungen zu verwenden, um das Jahresergebnis zu stabilisieren. Eine dauerhafte Finanzierung laufender Defizite aus Rückstellungen ist jedoch keine nachhaltige Lösung.

Kostenstruktur

Wir haben einige Fixkosten die wir kurzfristig nicht anpassen können und mit starken Einschnitten bei den Leistungsangeboten des Landesverbandes verbunden wären. Z.B.:

  • Miete LGS

  • Miete Materiallager

  • Versicherungen

  • Gehälter BiRefs und Verwaltungsstelle

Insbesondere die an die Mietverträge sind wir langfristig gebunden.

Neben den Fixkosten haben wir auch noch folgende variable Kosten:

  • Veranstaltungen des Landesverbandes

  • Ehrenamtliche Maßnahmen

  • VBT, NBT, weitere LV-Veranstaltungen

  • Fahrtkostenerstattungen

Hier können wir von Veranstaltung zu Veranstaltung schon deutlich stärker Einfluss auf die Kosten nehmen. Den Teilnehmerbeitrag können wir auch flexibler als die Mitgliedsbeiträge anpassen. Natürlich führt hier aber ein Eingriff in die Kostengestaltung auch immer in die Qualität der Veranstaltung ein. Es ist nicht leicht hier richtige Abwägung zu treffen.

Konkret gestiegene Kosten in den letzten 3–5 Jahren

  • Mietkosten (insbesondere Materiallager)

  • Unterkunftskosten im Kurskontext

  • Tarifliche Gehaltsanpassungen

  • Verpflegungskosten bei Veranstaltungen

  • Ticketpreise der Deutschen Bahn (Fahrtkosten)

Diese Entwicklungen führen insgesamt zu einer strukturellen Erhöhung der laufenden Ausgaben. Vergleichet hierfür gerne die Jahresabschlüsse der letzten Jahre. Wir bereiten euch dafür eine Übersicht vor.

Geprüfte Alternativen

Einsparungen

Folgende Maßnahmen wurden geprüft:

  • Mietkosten: vertraglich gebunden

  • Personal: Entlassungen kommen nicht in Frage

  • Kursstättenwahl: wird regelmäßig überprüft

  • Streichung der Fahrtkostenerstattung: möglich, jedoch mit erheblichem Risiko für Motivation und Ehrenamtsbindung

  • Ausfall von Veranstaltungen kritisch hinterfragen. Jede Veranstaltung sind für uns potenzielle Teilnehmertage und damit Fördermittel für unseren Verband. Wenn also genug Teilnehmende zu den Veranstaltungen und Kursen angemeldet werden und dadurch mehr TN-Tage generiert werden fallen die Zuschüsse in Zukunft für uns wieder besser aus. Damit diese Veranstaltungen stattfinden können ist es wichtig das es auch genug Teamende Personen auf LV Ebene gibt. Es ist also dringend von Nöten Veranstaltungen für teamende und teilnehmende Personen so attraktiv wie möglich zu gestallten.

Eine vollständige Kompensation des Defizits durch Einsparungen erscheint daher nicht realistisch, ohne die Qualität und Stabilität der Verbandsarbeit erheblich zu gefährden.

Zu den weiteren Finanzierungsquellen ist zu sagen das wir an verschiednen stellen arbeiten, wie:

  • Intensiver Kontakt zu Stiftungen

  • Fundraising-Bemühungen

  • Fördermittelbeantragung

Förderungen sind jedoch in der Regel:

  • projektbezogen,

  • anlassbezogen,

  • nicht für wiederkehrende Veranstaltungen oder Verwaltungskosten nutzbar.

Sie ersetzen daher keine strukturelle Grundfinanzierung.

Warum keine schrittweise Erhöhung?

Die aktuelle finanzielle Entwicklung erfordert zeitnahes Handeln. Eine weitere Verschiebung würde die Rücklagen weiter aufzehren, welches nicht bis in alle Unendlichkeit möglich ist.

Sollte sich die finanzielle Lage nachhaltig entspannen, ist perspektivisch auch eine Beitragsanpassung nach unten denkbar.

Der Verband erhebt derzeit keine gestaffelten Beiträge.

Grundsatz bleibt: Pfadfinden soll für alle zugänglich bleiben.

Im Vergleich zu vielen anderen Vereinen liegt der Mitgliedsbeitrag weiterhin im unteren Bereich.

Bei individueller Bedürftigkeit bestehen Unterstützungsoptionen:

  • kommunale Hilfsangebote

  • Unterstützung durch Freundeskreise einzelner Stämme

Falls ihr hier Fragen habt wo ihr nach solchen Förderungen fragen könnt, sprecht gerne den Vorstand oder die LGS an.

Einmalige Maßnahme oder regelmäßige Indexierung?

Eine automatische Indexierung ist nicht geplant.

Die Landesschatzmeister prüfen jährlich gemeinsam mit dem AK Finance (aktuell leider keine Mitglieder, beteiligt euch gerne) die finanzielle Lage des Verbandes und leiten bei Bedarf Maßnahmen ein. Die Kontrolle umfasst:

  • Regelmäßiges Monitoring der Einnahmen und Ausgaben

  • Konsequente Einhaltung der Budgets

  • Sparsames Wirtschaften bei Veranstaltungen

  • Laufende Überprüfung von Verträgen und Kostenstrukturen

Ziel ist es, künftig frühzeitig auf Entwicklungen reagieren zu können, um größere Beitragssprünge zu vermeiden.

Die geplante Beitragserhöhung ist keine kurzfristige Einzelmaßnahme, sondern eine strukturelle Anpassung an gestiegene Fixkosten, inflationsbedingte Preissteigerungen und ein anhaltendes Haushaltsdefizit. Sie dient der langfristigen finanziellen Stabilität und Handlungsfähigkeit unseres Landesverbandes.

Herzlichst gut Pfad

Freddy und Malte

P.S.: Der Zusatz “weitere Begründungen erfolgen ggf. mündlich” ist mich eine Form der Höflichkeit und gehört für mich zu Anträgen dazu. Ich möchte also nicht den Eindruck erwecken wir hätten uns das nicht ausführlich genug überlegt :sweat_smile:

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Moin Malte,

vielen Dank für die Aufstellung und Deutlichmachen der Notwendigkeit der Beitragserhöhung.

Ich verstehe, dass 2025 inkl. Mehrausgaben für Materiallager 28.000€ mehr ausgegeben wurden, als wir eingenommen haben - oder wurden 2025 auch schon Rückstellungen aufgelöst?

Was sind das für 2026 für Rückstellungen, die aufgelöst werden sollen? Diese haben wir ja nicht “einfach so”, sondern bspw. auch notwendige Rücklagen für den Fall des Wegfalls der Förderung, damit wir Gehälter weiterzahlen können, sowie Rücklagen für Veranstaltungsausfälle.

Werden die Verwaltungskostenzuschüsse auch an den TN-Tagen gemessen?

Wenn 2025 schon ein Defizit von knapp 30.000€ bestand und für 2026 sogar ein Defizit von 50.000€ erwartet wird (was durch Rücklagen ausgeglichen werden soll), inwieweit helfen dann knapp 20.000€ Mehreinnahmen aus TN-Beiträgen ab 2027? Sofern es bei dieser Situation bleibt (was wir nicht hoffen), muss ja für 2027 auch ein Defizit von 50.000€ erwartet werden, mit den Mehreinnahmen dann 30.000€ Defizit. Ich gehe davon aus, dass dieses dann nicht weiter durch Rücklagen ausgeglichen werden kann (aus den genannten Gründen der fest benötigten Rücklagen). Wie soll dem begegnet werden? Müsste nicht der Beitrag dann sogar noch deutlich mehr steigen?

Darüber hinaus verstehe ich diesen Antrag auch als Auftrag an die Stämme zum Wachstum. Denn mehr Mitglieder bedeuten auch mehr Beiträge, mehr TN-Tage und langfristig mehr potentielle Teamende.

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Yeah Wachstum der Stämme hilft uns allen! :tada: Für Tipps und Beratung zum Thema Wachstum, meldet euch bei WiederWachsen oder macht einen Stammeskompass :slight_smile:

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Moin Julius,

Für 2025 haben wir uns dazu entschieden 23.000 € an Rückstellungen aufzulösen. 13.000 € für den Gaul und 10.000 € für das Mat-Lager. Das ist schon bei dem negativen Ergebnis für 2025 berücksichtigt. Ansonsten wäre das Jahresergebnis für 2025 noch schlechter.

Für 2026 planen Malte und ich 50.377 € an Rückstellungen aufzulösen. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

15.377 € Beitragserhöhungen

15.000 € Kostensteigerungen

19.500 € Zuschussausfall

Ja, auch die Verwaltungskostenzuschüsse hängen an den TN-Tagen.

Malte und ich haben sehr vorsichtig für 2026 geplant. Es wurden für dieses Jahr etwas höhere Zuschüsse in Aussicht gestellt. In Laufe dieses Jahres fällt auch die hauptamtliche Stelle für WiederWachsen weg (siehe Antrag zu Wiederwachsen). Außerdem halten Malte und ich es für notwendig auch die Teinahmebeiträge für alle LV-Veranstaltungen nach oben anzupassen. Hierfür bedarf es keines Antrags auf der LDV aufgrund eines älteren LDV-Beschlusses der es dem Vorstand ermöglicht dies zu beschliessen und dann darüber zu informieren. Aktuell ist die Idee alle Teilnahmebeiträge um 25% anzuheben. Unter diesen Voraussetzungen könnten die 20 € gerade reichen.

Wir werden natürlich weiterhin prüfen welche Sparpotenziale wir haben.

Bei dem Thema Wachstum gebe ich dir völlig recht. Allein schon aus eigenem Interesse sollte das Thema bei den Stämmen eine hohe Priorität haben.

Schön wäre es auch wenn Veranstaltungen die Bildungstage/TN-Tage generieren nicht wegen zu wenig Anmeldungen ausfallen müssten. Alternativ ist der Landesverband denke ich für anderweitige Vorschläge zu Veranstaltungen die als Bildungsveranstaltungen gelten können, offen.

Liebe Grüße und Gut Pfad

Freddy

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Hallo zusammen,

wir haben den Antrag mit unserer Delegation und im Stammesrat diskutiert und spiegeln euch hier unsere Gedanken.

Die angekündigte Beitragserhöhung kommt für uns sehr plötzlich. Hier fehlten uns die Partizipationsmöglichkeiten, wie zum Beispiel bei der Stute oder der Landeschmiede. Dadurch entsteht der Eindruck, dass in den vergangenen Jahren kein ausreichender Überblick über die finanzielle Lage des Landesverbands vorlag und jetzt kurz vor der LDV bemerkt wurde, dass in den kommenden Jahren Geld fehlt. Ich möchte nicht sagen, dass es so war, aber der Eindruck ist entstanden. Der Antrag zur Beitragserhöhung wurde schließlich kurz vor Ablauf der Antragsfrist gestellt und ist ein aus unserer Sicht nicht nachvollziehbarer Betrag. Bitte legt eure Kalkulation offen, wie ihr genau auf 20 Euro kommt. Warum nicht 18 oder 22 Euro?

Ein großes Problem sehen wir darin, dass die Kosten für die Landes- und Bundesmitgliedschaft zunehmend steigen, während der Nutzen – insbesondere durch die sinkende Anzahl an Kursplätzen – im Verhältnis zu den Kosten abnimmt. Ich behaupte, dass bei vielen Stämmen bereits jetzt die Bundes- und Landesbeiträge mehr als 50% des Jahresbeitrags ausmachen – und das wird nach der geplanten Erhöhung wahrscheinlich noch stärker zutreffen. Dies lässt sich nur schwer gegenüber meinen Mitgliedern rechtfertigen, wenn der Großteil der Wertschöpfung in den Stämmen geleistet wird und mehr als die Hälfte der Kursanmeldungen aufgrund von Platzmangel abgelehnt wird.

Danke, Malte und Freddy, für die zusätzlichen Informationen. Wir stimmen euch zu, dass sich der Landesverband in einem strukturellen Defizit befindet und Handlungsbedarf besteht. Allerdings irritiert uns die Entwicklung der Jahresabschlüsse des LVs: Warum wird das strukturelle Defizit erst jetzt erkannt und jetzt erst gehandelt?

Die Kosten für Materiallager und die LGS haben sich seit 2024 doch nicht verändert und waren doch auch schon im Haushalt 2025 berücksichtigt. Es müsste doch bereits 2025 klar gewesen sein, dass der Landesverband deutlich mehr Ausgaben als Einnahmen hat. Die von Malte gennannten konkreten Kostenerhöhung (Unterkunftskosten, Verpflegungskosten, Ticketpreise) sind doch von 2025 bis 2026 nicht dermaßen gesprungen.

Am Wochenende habt ihr jetzt auch die Abschlussaufstellung veröffentlicht. Es wäre am besten gewesen, wenn der mit dem Antrag veröffentlicht worden wäre.

Vielleicht könnt ihr mal darüber nachdenken, ob ihr zukünftig den Jahresabschluss und den Vorstandsbericht auch auf mitreden zu veröffentlichen. Gerade Finanzfragen lassen sich besser im Vorhinein beantworten und diskutieren als auf der Versammlung. Wir haben nämlich noch ein paar Fragen vorweg gesammelt:

  1. Welche Veranstaltungen sind in der Position „LV-Veranstaltungen“ konkret enthalten? Welche nicht?
  2. Wie viele Bildungstage gab es im Jahr 2024 und 2025? Wie sind diese auf die Veranstaltungen verteilt? Wie hoch werden diese voraussichtlich 2026?
  3. Welche Sofortmaßnahmen wurden bereits für das Jahr 2026 getroffen, um das Defizit auszugleichen? Gibt es hier schon Ergebnisse? Welche werden noch getroffen?
  4. Wie sind die restlichen Rückstellungen strukturiert? Zu welchem Zweck und auf welcher Beschlusslage?
  5. Welche Maßnahmen plant ihr für die Jahre 2026 und 2027, um die TN-Tage zu erhöhen? Welche Zielsetzung habt ihr diesbezüglich (z.B. +10%)?
  6. Welche Pläne und Strategien gibt es im Jahr 2026 für Fundraising?
  7. Wie hoch ist die CO₂-Kompensation für das Jahr 2025? Wie berechnet sich diese? Wie hoch ist diese für 2026 geplant?
  8. Welche vertraglichen Mindestlaufzeiten/Index-Klauseln bestehen für die Anmietung von LGS und Materiallager und welche Verhandlungsoptionen sind für 2026 realistisch?
  9. Welcher Riskopuffer besteht weiterhin für 2026 und 2027 falls die TN-Tage weiter sinken?
  10. Wie werden zukünftig die laufenden Defizite für 2027 und 2028 finanziert, die sich nicht über eine Beitragserhöhung tragen? Wann haben wir die „schwarze Null“ erreicht?
  11. Ein sehr großer Teil des Aufwands in der Abschlussaufstellung/Haushaltsplan ist der JFG-Aufwand. Wie ist dieser strukturiert? Wie hoch ist die Differenz zwischen Ertrag und Aufwand?
    1. Wie viel kostet jährlich die StuTe?
    2. Wie viel kosten die Landesschmieden?
    3. Was kosten die Landesleitungssitzungen?
    4. Was kosten jährlich die Kurse?
    5. Wie viel Geld wird ausgegeben, um die TN-Beiträge von LBs für Wochenendveranstaltungen zu subventionieren?
    6. Was kostet die Streichung der TN-Beiträge von Teamern für Kurse? Wie bewertet ihr den Effekt auf die Anzahl der Kursteamenden?
    7. Woher kommt die Differenz aus den geplanten Ausgaben von 80.000€ zu den 112.000€?

Wir erkennen an, dass die Mitgliedsbeiträge für 2027 erhöht werden müssen, da sich der Landesverband in einem strukturellen Defizit befindet. Wir können allerdings nicht die Einsparprüfungen nachvollziehen. Malte sprach davon, dass folgende geprüft worden sind:

1) Mietkosten: vertraglich gebunden
Ja, das stimmt grundsätzlich, aber ist es tatsächlich so fest, wie es hier dargestellt wird? Die Eigentümer der LGS könnten bei einem Mieterwechsel schließlich teurer an andere Parteien vermieten. Ihr habt als Vorstand auf der Landeschmiede selbst einen Workshop zur Zukunft der LGS durchgeführt und im November in Oldenburg eine Alternative betrachtet. Gäbe es hier keine Möglichkeit, hättet ihr doch die Räume des alten Postgebäudes am Bahnhof in Oldenburg erst gar nicht besichtigt.

2) Personal: Entlassungen kommen nicht in Frage
Das ist verständlich, aber es gibt auch andere Wege, um Personalkosten zu senken ohne gleich Mitarbeitende zu kündigen. So schwarz/weiß ist es nicht – z. B. ist der Landesverband nicht verpflichtet, jede tarifliche Erhöhung des TVöD mitzutragen.

3) Kursstättenwahl: wird regelmäßig überprüft
Welche Alternativen wurden, dabei geprüft?
Wie genau sieht die Überprüfung aus?

4) Streichung der Fahrtkostenerstattung: möglich, jedoch mit erheblichem Risiko für Motivation und Ehrenamtsbindung
Ja, unabhängig davon sollten Fahrtkosten weiterhin erstattet werden. Eine Veranstaltung sollte schließlich je nach Wohnort des Teilnehmenden denselben Preis haben. Habt ihr betrachtet, wie ihr Teilnehmende motivieren könnt möglichst kostengünstig zu fahren?

5) Ausfall von Veranstaltungen kritisch hinterfragen
Das kritisch zu hinterfragen ist das Mindeste, aber was ist dabei herausgekommen? Wir haben nicht den Eindruck, dass die Erstattung der Teilnehmerbeiträge für Teamende im vergangenen Jahr viel geholfen hat. Der Basiskurs für Ostern 2026 ist ja fast ausgefallen.

Welche Maßnahmen werden zukünftig getroffen, um sicherzustellen, dass für Kurse ausreichend Teamleitungen und Teamer gefunden werden?

Aus Sicht unserer Delegation gibt es drei Kosteneinsparungsansätze, die auf der LDV diskutiert werden sollten, bevor wir Jahresbeiträge erhöhen.

1) Streichung der Erstattung der Teilnahmebeiträge für Teamende
Kurse sind das wichtigste und wertvollste Angebot des Landesverbands für die Stämme. Die Grundidee, den Teamenden Wertschätzung durch diese Erstattung entgegenzubringen, ist gut. Unsere Delegation hat dem Antrag letztes Jahr zugestimmt, da die Aussage war, dass diese Maßnahme den LV finanziell nicht belastet. Jetzt scheint es, als würde es doch zu einer finanziellen Belastung führen.

Wir müssen die etwa 8.000 bis 10.000 (Wir lassen uns gerne korrigieren) Euro jährlich einsparen. Statt nach Gießkannenprinzip pauschal auf einen Beitrag zu verzichten, sollten wir eher nur in Härtefällen den Beitrag subventionieren.

2) CO₂-Ausgleichszahlungen
Im Antrag zur CO₂-Kompensation steht: „Sollte es die finanzielle Lage des Landesverbandes nicht hergeben, kann eine Kompensation ausgesetzt werden.“

Wenn der Jahresbeitrag so stark angehoben werden muss und wir ein Defizit haben, sind wir der Ansicht, dass die finanzielle Lage derzeit keine CO₂-Ausgleichszahlungen zulässt. Wir könnten stattdessen darüber nachdenken, die Reisekosten für PKWs zu reduzieren, um Menschen zu motivieren, mit dem Zug zu fahren.

3) Erhöhung der Teilnehmerbeiträge
Mit steigenden Kosten ist es auch nicht verwerflich, wenn auch mal die TN-Beiträge angehoben werden. Die letzte Stute und die letzte Landeschmiede haben jeweils für Personen aus den Stämmen 20 € gekostet, wenn diese nicht kostendeckend sind, sollten hier Beiträge erhöht werden.

Aktuell ist die Idee alle Teilnahmebeiträge um 25% anzuheben. Unter diesen Voraussetzungen könnten die 20 € gerade reichen.

Ist das eine Idee oder ein Plan? Malte hat diesen Punkt zunächst nicht mit aufgeführt. Falls dieses auf dieser LDV geschehen soll, unterstützten wir einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag.

Für Wochenendveranstaltungen könnten die Kosten auch um mehr als 25% ansteigen. Wir halten einen Wochenendbeitrag von 30 € halten wir für angemessen. Er entspricht dem derzeitigen Preisniveau für vergleichbare Veranstaltungen anderer Verbände. Wenn das für Einzelpersonen nicht finanzierbar ist, finden sich im Härtefall auch andere Regelungen. Innerhalb der Stämme (jedenfalls bei uns im Stammesrat) funktioniert es auch.

Lang- und Mittelfristige Kosteneinsparungen
Wenn der Landesverband jetzt drastisch die Beiträge erhöht, könnte dies dazu führen, dass er sich auf dem Status Quo ausruht, was nach unserer Meinung nach der falsche Weg ist. Sinkende Teilnehmerzahlen und damit auch weniger Ausbildungsplätze werden langfristig eher zu einem Schrumpfen des Landesverbands führen als zu einer Erholung. In der Folge könnten die Jahresbeiträge auch in Zukunft wieder steigen, da es weniger Mitglieder gibt, die diese bezahlen können.

1) Das Landesmateriallager
Der Landesverband gibt fast 12.000 Euro jährlich für das Material und das Lager aus. Hinzu kommen weitere Kosten durch die Landesbeauftragten. Lohnt sich der finanzielle und personelle Aufwand?

Hauptsächlich wird das Material in größeren Mengen für zwei Basiskurse sowie den KfS/KfRR benötigt, ab und zu noch für das Landespfingstlager.

Ist geprüft worden, ob das Leihen von Material aus den Stämmen gegen Entgeltmiete gemäß dem Beschluss “Entgeltlicher Materialverleih” von 2024 günstiger ist, als eigenes Landesmaterial vorzuhalten (Anschaffung, Instandhaltung, Lagerung)? Das Geld bliebe dann im Verband (Stämmen) als in Privatwirtschaft.

Abseits davon halten wir die Monatsmiete für sehr teuer. Wir mieten in Oldenburg im ehemaligen Postgebäude am Bahnhofsplatz aktuell etwa 100 m² Lagerfläche für 350 € im Monat inklusive LKW-Rampe und Lastenfahrstuhl. Die Fläche ist direkt neben dem Bahnhof und in der Nähe der LGS. Neben uns sind auch noch freie Flächen.

2) Die LGS
Wir möchten die Diskussion um die Landesgeschäftsstelle konstruktiv weiterbringen. Auf unseren Vorschlag hin hat der LV‑Vorstand Räume im ehemaligen Postgebäude am Bahnhof in Oldenburg besichtigt. Es wurden dort alle Räume der fünften Etage angeboten. Nach Auskunft des Eigentümers sei bislang keine Rückmeldung des LV‑Vorstands auf dieses Angebot erfolgt.

Die angebotenen Flächen ließen sich so zuschneiden, dass LGS und Landesmateriallager im gleichen Gebäude betrieben werden könnten; Umbauten wären nach Absprache mit dem Eigentümer aus Eigenmitteln möglich. (Vorteile: zentrale Lage, kurze Wege, Synergien zwischen Verwaltung und Material, perspektivisch geringere Logistik‑/Transportaufwände.)

Aus Gesprächen mit dem LV‑Vorstand haben wir verstanden, dass die Fläche im 5. OG als zu groß eingeschätzt wird – auch dann, wenn das Landesmateriallager mit einbezogen würde. Zudem besteht der Wunsch, das Materiallager nach dem Umzug 2024 nicht erneut zu verlagern, selbst wenn sich dadurch die Gesamtkosten senken ließen. Unsere Idee einer Untervermietung von Teilflächen an den Stamm Parzival (zur Verkleinerung des LGS‑Flächenbedarfs und damit der Nettokaltmiete) wurde bislang nicht weiterverfolgt. Nach unserer Kenntnis liegt der Quadratmeterpreis im Postgebäude deutlich unter dem am aktuellen Standort in der Donnerschweer Straße 92.

Fazit

Unsere Delegation lehnt den Antrag in der aktuellen Form ab und plädiert für Maßnahmen zur kurzfristigen und langfristigen Kosteneinsparung. Wir halten es für denkbar, den Jahresbeitrag auf ein Jahr befristet zu erhöhen, um die bestehenden Defizite abzubauen.

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Guten Abend @niklas,

vielen Dank für den ausführlichen Beitrag eurerseits.

Ich möchte etwas zu den nicht unbedingt finanziellen, sondern eher strategischen (aber natürlich implizit finanziellen) Entscheidungen und Hintergründen dazu sagen.


Erstmal möchte ich grundlegend etwas zu der neuen LGS und dem Matlager sagen und anschließend auf die alte Post eingehen. Das dann bezogen auf das Mat, aber auch die LGS.

2019 wurde der “AK Rooftop” gegründet, der sich mit der Suche einer neuen LGS und eines Matlagers beschäftigt hat. Nach langjähriger Suche konnte die aktuelle LGS gefunden und dann 2022 bezogen werden. Die Suche mit den durch den AK bestimmten Anforderungen war extrem zäh und hat sich über diverse Besichtigungen gezogen. Ähnliches gilt für das Materiallager, welches sich dann 2024 gefunden hat und bezogen wurde.

Erstmal vielen Dank für das Einbinden in eure Suche nach Räumlichkeiten und die Vermittlung des Kontaktes zum Vermieter der alten Post. Er war sehr entgegenkommend was Möglichkeiten zum Umbau vor Ort in Eigenleistung anging, das ist richtig. Davon hätte es aber sehr viel benötigt. Daher haben wir uns, wie im Vorstandsbericht kurz erwähnt, zunächst gegen einen Umzug entschieden. Die endgültige Absage an den Vermieter scheint dabei untergegangen zu sein, das ist nicht gut und sollte nicht passieren. Ich habe das nachgeholt.

Um jetzt den sowieso schon entstehenden Roman einen Tag vor der LDV kurz zu halten, formuliere ich in Stichpunkten, weswegen wir uns dagegen entschieden haben, getrennt nach Mat und LGS.

Material:

  • keine Sicherung des Mats vorhanden, müsste mit erheblichem Aufwand eingebaut werden. (Ein Zugang wäre über die nur abgehängte Decke vermutlich trotzdem möglich) Das sieht keine Versicherung gern, gerade wenn Vorschäden bestehen.
  • Matlager zwar per Lastenaufzug zugänglich, dafür wird aber eine Einweisung benötigt. Im Landesmat holen meist viele verschiedene Menschen Mat ab.
  • neues Matlager wurde gerade hergerichtet bzw. befindet sich immer noch in der Entwicklung
  • aktuell haben wir zwei LB Mat, welche dann vermutlich aufgrund der Entfernung wesentlich seltener da sein würden und dadurch weniger machen könnten

LGS:

  • sehr große Räumlichkeiten, damit einem ersten Angebot nach ein resultierender ähnlicher Gesamtpreis. Auftrennung wäre nicht gut möglich gewesen, da sonst die Zugangsregelung schwierig geworden wäre.
  • Man hätte sich allgemein über den Zugang umfangreich Gedanken machen müssen. Ein simples Abschließen der Türen (mit bestenfalls elektronischen Schlössern) hätte ggf. aufgrund von Fluchtwegen für andere nicht funktioniert.
  • Die Räumlichkeiten wären im obersten (5.) Geschoss an einer Ecke des Gebäudes gewesen. Das Gebäude hat vermutlich keine gute energetische Dämmung o. ä. und sehr alte Heizkörper. Die Nebenkosten waren sehr schwer kalkulierbar.
  • Die Räumlichkeiten waren umfangreich renovierungsbedürftig. Die Decke war teilweise undicht, es fehlten Bodenbeläge, die Verkabelung war offen, Netzwerk unklar, keine Küche vorhanden etc.
  • Es hätte nur Toiletten gegeben, wobei man je eine Kabine zu einer Dusche hätte umbauen können.

Im Endeffekt würde neben den entstehenden Kosten für die Umzüge/den Umzug auch erheblicher Aufwand mit dem Umbau/der Renovierung entstehen.

Dabei sind wir auch mit unseren zeitlichen Kapazitäten aktuell an einem Punkt angelangt, an dem wir es mangels Personen aus dem Vorstand in Oldenburger Nähe nicht stemmen könnten. Falls ihr Interesse hättet an diesem Umstand etwas zu ändern, kommt gerne auf uns zu.


Im Folgenden nehme ich Bezug auf das Landesmaterial.

Du fragtest:

Der Landesverband gibt fast 12.000 Euro jährlich für das Material und das Lager aus. Hinzu kommen weitere Kosten durch die Landesbeauftragten. Lohnt sich der finanzielle und personelle Aufwand?

Um die von dir gestellte Frage direkt zu beantworten: Ich wüsste nicht davon, dass eine finanzielle Prüfung des Unterschiedes zwischen Matlager/Landesmat und der Ausleihe stattgefunden hat.

Das Material wird u.a. für die von dir genannten Veranstaltungen (wie die Kurse, ohne sie jetzt abschließend aufzuzählen) benutzt. Dazu kommen noch weitere Veranstaltungen wie Landesfahrten, das BuLa und weitere Veranstaltungen. (Für die das Mat teilweise sehr simpel ausgeliehen werden könnte, wir z. B. eine Schlafjurte bei einer Landesschmiede)
Soweit ich mich erinnere - ich lasse mich gerne korrigieren - wird unser Matlager immer recht gut ausgeräumt zu a) den Kursen b) größeren Lagern wie BuLa oder LaPfiLa. Bei diesen sind auch viele Stämme (auch aus anderen Landesverbänden) vertreten, die ihr Mat selber benötigen. Zumindest wird so viel benötigt, dass ein extremer logistischer Planungsaufwand in der Koordination entstehen würde, welches Material wo her kommt und wo hin zurück muss. Dazu kommen natürlich noch weitere Fragen, z. B. was mit Material von aufzulösenden Stämmen passiert oder ob das im Lager vorhandene Material (gerade Trinkwasser, Küchenmaterial (für Sippen bei Kursen) etc.) tatsächlich in Stämmen gut ausleihbar vorhanden wäre.

Beim Schreiben dieses Beitrages kam mir auch noch der Bulli in den Kopf. Das wäre z. B. ein Punkt an dem man denke ich sehr gut über die letzten Jahre hinweg mitteln könnte, was uns dieser gekostet hat und was wir ca. an Mietkosten ersatzweise dafür bezahlt haben. Das könnte sich ggf. gemittelt finanziell lohnen, dann hätten wir jedoch kein Auto für spontanere Aktionen oder kleine LV Veranstaltungen, bei denen LGS Mat benötigt wird und niemand aus Richtung Oldenburg mit dem Auto fährt. Auch stünde dieser dann nicht mehr den Stämmen zur (doch recht kostengünstigen, gerade wenn wenig gefahren wird) Nutzung zur Verfügung.
Man könnte bei der nächsten Bulli-Neubeschaffung überlegen, ob sich ein Auto (7-9 Sitzer) in Kombi einem Anhänger vielleicht lohnen könnte. Vor allem müsste man aber in den Archiven zu früheren Überlegungen stöbern, da wird es sicherlich einige geben.

Ich freue mich über eure Beteiligung und hoffe, dass wir uns am Wochenende konstruktiv dazu austauschen können.
Zuletzt möchte ich nochmal auf die Beteiligungsformate im LV hinweisen, die auch nach der (und vor der nächsten) LDV gerne zu solchen Themen genutzt werden können. Das sind z. B. die Landesschmieden, die StaFü-Stammtische, die StuTe und zuletzt die Teilhabe in den AKs des LV, konkret dem aktuell eingeschlafenen AK Finance. Daneben steht natürlich der persönliche Kontakt - sprecht uns gerne an! :slight_smile:

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Der Antrag wurde durch die Versammlung angenommen: