Antrag 10: Abrechnung der Unterlagercafés auf dem BuLa

Die Bundesversammlung möge beschließen

  1. Die gemeinsame Abrechnung der Cafés über den Bund wird von Vertreter*innen der Bundeslagerleitung, der Unterlager und der Landesschatzmeister*innen kritisch evaluiert und die Ergebnisse auf der Bundesversammlung 2027 vorgestellt.
  2. Ein Anteil von 30% des von den Unterlagercafés erwirtschafteten Überschusses wird gleichmäßig an die Unterlager ausgezahlt, der Rest verbleibt beim Bundeslager.

Antragstellende*r

Seppl (Joseph Hopfmüller), LV Bayern
Landesvorstand Bayern

Begründung

Satz 1:

Die Entscheidung zur gemeinsamen Abrechnung wurde ohne die Landesschatzmeister*innen getroffen, greift aber in die Finanzen der LVs ein. (Entscheidungen darüber, wie viel für das Café ausgegeben wird, was mit Überschüssen passiert, …). Die Kommunikation in die Landesverbände war nicht transparent. Informationen kamen nur über mehrere Ebenen (Caférunde, Finanzrunde, daraus dann irgendwann an die Schatzis) und Nachfragen an. In einer guten Zusammenarbeit zwischen Bund und Landesverbänden möchten wir einen gemeinsamen und partizipativen Entscheidungsprozess haben.

Nachdem es jetzt zu spät ist, diese Entscheidung zu ändern, wünschen wir uns wenigstens eine kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept und eine Vorstellung der Ergebnisse dieser Auseinandersetzung, damit die Landesverbände gemeinsam mit dem Bund auf dieser Basis eine Entscheidung für zukünftige Bundeslager treffen können.

Um die Abrechnung gemeinsam zu evaluieren, könnte zum Beispiel das Nachbereitungstreffen genutzt werden. Um auch da die Positionen der Landesschatzmeister*innen mit einzubeziehen, kann vorher nach Stellungnahmen gefragt werden.

Satz 2:

Eine Gewinnbeteiligung kann einen finanziellen Anreiz für die Unterlagercafés darstellen, ein (noch) nice(re)s Café auf die Beine zu stellen. Mit einer Gewinnbeteiligung können die Cafés besser bewerten, was sie erreicht haben.

Die Gewinnbeteiligung stellt einen Kompromiss dar, um die Situation etwas aufzulösen: Die Entscheidung wurde ohne Beteiligung der Landesschatzmeister*innen getroffen, hiermit kommt zumindest etwas Geld wieder bei den Landesverbänden an.

Hier wird nur der Überschuss der Cafés betrachtet, weil das

  • am ehesten dem bisherigen Vorgehen entspricht
  • ein Überschuss des Bundeslagers nicht per se von den Cafés abhängig ist.
  • die Einnahmen der Unterlager damit nicht von unvorhergesehen Ausgaben an anderer Stelle abhängig sind. (Wie z.B. geplatzte Lieferverträge, …)

Es wird nicht pro Unterlager aufgeschlüsselt, weil a) das den Aufwand in den Cafés unnötig erhöht (dann müsste da noch zusätzlich gestrichelt werden) und b) wir den Gedanken des großen Cafés mit mehreren „Filialen“ eigentlich sehr schön finden.

(Ob es jetzt 20, 30, oder 40% sind, ist nicht relevant. Es geht dem Antrag mehr ums Prinzip. Irgendwann ergibt es aber(bei einem zu geringen Anteil) keinen Sinn mehr).

Begründung allgemein:

Letztes Bula wurden wir gebeten, 70% der Café- Gewinne an den Bund abzugeben. Das haben wir auch getan. Was uns am jetzigen Vorgehen am meisten aufstößt ist, dass gar nicht gefragt wurde, sondern einfach ohne Beteiligung der Landesschatzmeister*innen entschieden wurde. Es wurde zwar - soweit ich weiß - in den Caférunden abgestimmt; das ist aber nicht das Gremium, das über die Finanzen der Landesverbände entscheiden darf. Dafür haben wir gewählte Landesschatzmeister*innen.

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[Servicepost]

Liebe Delegierte, liebe Interessierte, liebe Mitlesende,
schön, dass ihr hier seid und unsere Mitreden-Plattform nutzt! Um die Diskussionen noch konstruktiver und zielführender zu gestalten, haben wir in diesem Jahr ein Team aus Moderator*innen - bestehend aus Mitgliedern des Bundesvorstands, der Bundesleitung und des hauptamtlichen Teams im Bundesamt. Ich bin eine davon: Heike, Referentin der Bundesleitung und seit 2020 beim BdP.
Zusammen mit Leon und Alex werde ich in den nächsten Wochen immer mal wieder in die Threads hier auf Mitreden schauen und - wenn nötig - an die „Spielregeln“ erinnern. Diese findet ihr hier: Über die Kategorie BV 2026 . Kurz und knapp gefasst: Seid nett und konstruktiv; bleibt beim Thema; es ist nicht nötig, dass alles von allen gesagt wird. :wink:
Wenn es erforderlich ist, werden wir als Moderationsteam auch auf Einzelne direkt zugehen oder konkret eingreifen. Bei Fragen kommt gerne auf uns zu.

Hey,
Danke Seppl für den Antrag. Auch unser LV ist mit der Kommunikation und Entscheidung über Pintenbudgets, Pintenabrechnung und Bezahlsystem nicht wirklich glücklich.
Deshalb wäre es für uns wichtig, dass auch die Verteilung der Pintenbudgets, das Bezahlsystem und die ganze Kommunikation darüber kritisch evaluiert wird.

Die Gewinnbeteiligung als Anreiz finden wir auch wichtig.
Ansonsten zu deinem Antrag stellen wir uns noch die Frage was mit

gemeint ist. Ist die Idee, dass dann jedes UL den gleichen Anteil von den 30% bekommt, oder meinst du da was anderes?

Liebe Grüße
Marie

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Hi, yes, genau. Jedes Unterlager soll gleich viel bekommen.

Wir als Lagerleitung möchte die Debatte zum Antrag mit Fakten unterstützen. Die Kritik an Kommunikation und Beteiligung kann im Rahmen der Nachbereitung aufgearbeitet werden; dafür stehen dann Protokolle, Zahlen und Erfahrungen zur Verfügung. Für die aktuelle Entscheidung ist aber wichtig: Die gemeinsame Café-Abrechnung ist bewusst so angelegt, dass die Cafés Orte der Begegnung im gemeinsamen Bundeslager sind – nicht wirtschaftliche (konkurrierende) Einzelbetriebe der Unterlager. Die Kalkulation der Budgets und Verkaufspreise zielt ausdrücklich darauf ab, insgesamt auf 0 € herauszulaufen, nicht darauf, Gewinne zu erwirtschaften.

Punkte, die in der Debatte beachtet werden sollten

  • Jedes Café erhält ein eigenes Budget von 5.000 €.
    Damit gibt es bereits einen klaren finanziellen Gestaltungsspielraum für jedes Café. Dieses Budget liegt nach Rücksprache zwischen Café-Leitungen und Lagerleitung in den meisten Fällen über dem, was Unterlagercafés selbst kalkuliert haben.

  • Die Cafés sollen nicht auf Gewinn ausgerichtet sein.
    Die Verkaufspreise und Budgets sind so kalkuliert, dass das Café-System insgesamt auf 0 € hinauslaufen soll. Ein Antrag, der eine Überschussverteilung regelt, setzt damit einen falschen Schwerpunkt: Ziel ist nicht, Überschüsse zu erzeugen.

  • Ein „niceres Café“ darf nicht über Konsumdruck finanziert werden.
    Cafés sollen schöne Orte der Zusammenkunft sein. Sie sollen nicht dadurch „besser“ werden, dass mehr verkauft, mehr konsumiert oder mehr Umsatzdruck aufgebaut wird.

  • Gewinnbeteiligung schafft falsche Anreize.
    Wenn Überschüsse an LVs ausgeschüttet werden, entsteht automatisch ein wirtschaftlicher Anreiz: länger öffnen, mehr verkaufen, stärker auf umsatzstarke Angebote setzen. Genau das soll u.A. mit der gemeinsamen Abrechnung vermieden werden.

  • Chancengleichheit zwischen den Cafés ist zentral.
    Ein Unterlager/LV soll nicht dadurch profitieren, dass sein Café mehr Umsatz macht als andere. Es soll kein Wettbewerb entstehen nach dem Motto: „Wir öffnen länger, machen mehr Gewinn und bekommen am Ende mehr heraus.“

  • Das Bundeslager soll als gemeinsames Lager gedacht werden.
    Die Cafés sind Teil eines gemeinsamen Bundeslagers, nicht voneinander abgegrenzte Landesverbandsprojekte. Die gemeinsame Abrechnung stärkt diesen Gedanken: ein großes Café-Angebot mit mehreren Orten, statt einzelner wirtschaftlicher Einheiten.

  • Nicht jedes gute Café ist wirtschaftlich stark.
    Ruhigere, alkoholfreie, pädagogisch wertvolle oder niedrigschwellige Angebote bringen unter Umständen weniger Umsatz. Sie sind für das Lager aber trotzdem wichtig. Eine Gewinnlogik würde genau solche Angebote benachteiligen.

  • Marktplatzcafés müssen mitgedacht werden.
    Der Antrag spricht von Unterlagercafés. Zu klären wäre, wie Marktplatzcafés oder zentrale Café-Angebote behandelt werden. Auch diese Angebote gehören zum Gesamtsystem und können nicht einfach ausgeblendet werden.

  • Wer Überschüsse verteilt, muss auch Verluste regeln.
    Wenn Gewinne anteilig an Unterlager oder Landesverbände gehen sollen, muss konsequenterweise auch geklärt werden, wer Verluste trägt. Es ist nicht schlüssig, Gewinne zu verteilen, Verluste aber beim Bundeslager zu belassen.

  • Die Verlustrisiken der Cafés werden derzeit durch das Bundeslager bzw. den Bund getragen.
    Wenn ein Café nicht kostendeckend arbeitet, ist das kein isoliertes Problem eines einzelnen Unterlagers. Diese gemeinsame Risikotragung passt zur gemeinsamen Abrechnung – eine einseitige Gewinnverteilung passt dazu nicht.

  • Eine gesonderte Überschussberechnung erzeugt zusätzlichen Aufwand.
    Auch wenn nicht pro Unterlager abgerechnet werden soll, müsste trotzdem sauber definiert und dokumentiert werden, was genau als „Café-Überschuss“ gilt. Das betrifft Einnahmen, Wareneinsatz, zentrale Beschaffung, Ausstattung, Pfand, Schwund, Infrastruktur, Kassen, Material und gemeinsame Angebote.

  • Mehr finanzielle Relevanz bedeutet mehr Dokumentationsdruck.
    Sobald Geld an Unterlager/LVs fließen soll, steigt der Druck auf Strichlisten, Kassenführung, Nachweise und Abgrenzungen. Das bindet ehrenamtliche Energie, die eigentlich in die Gestaltung der Cafés und das Lagerleben fließen soll.

  • Die Entscheidung wurde nicht „heimlich“ getroffen.
    Die gemeinsame Abrechnung wurde in den zuständigen Arbeitszusammenhängen vorbereitet und besprochen. Die Lagerleitung kann im Nachgang Protokolle und Grundlagen zur Verfügung stellen. Wer nicht auf dem Vorlager war, hatte an einem wichtigen Informations- und Abstimmungsort weniger Einblick.

  • Die Beteiligung der Landesschatzmeister*innen kann evaluiert werden.
    Der Punkt zur Evaluation ist nachvollziehbar. Es ist sinnvoll, nach dem Lager gemeinsam auszuwerten, wie Kommunikation, Finanzabstimmung und Beteiligung funktioniert haben. Daraus kann man für 2030 lernen.

  • Eine Evaluation ist sinnvoller als eine Vorab-Gewinnregel
    Erst nach dem Lager liegen echte Zahlen, Erfahrungen und Rückmeldungen vor. Vorher eine pauschale Ausschüttung von 30 % zu beschließen, greift der Auswertung vor.

  • Die gemeinsame Abrechnung stärkt alkoholfreie Angebote.
    Durch den geringeren bzw. wegfallenden Konkurrenzdruck zwischen den Cafés entfällt der Anreiz, möglichst viele umsatzstarke Abende zu planen. Gerade alkoholfreie Abende sind wirtschaftlich oft weniger attraktiv, weil mit ihnen in der Regel kein oder deutlich weniger Ergebnis erzielt wird. Wenn Unterlager nicht gegeneinander wirtschaften, können alkoholfreie Formate leichter und selbstverständlicher Teil des Programms sein.

  • Positive und negative Ergebnisse sollten gleich behandelt werden.
    Wenn die Bundesversammlung beschließt, dass ein positives Café-Ergebnis anteilig an die Unterlager bzw. Landesverbände verteilt wird, muss aus unserer Sicht im Gegenzug auch geregelt sein, dass ein negatives Ergebnis anteilig von allen Landesverbänden getragen wird.

  • Satz 1 und Satz 2 des Antrags sollten getrennt betrachtet werden.
    Satz 1: Evaluation – kann man konstruktiv machen.
    Satz 2: Überschussverteilung – setzt falsche Anreize und widerspricht der bewusst gewählten 0-€-Kalkulation.

Wir wünschen gute Beratungen :blush:
Käferchen, Gromit, Nilpferd, Dustin und Pasti

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Dieser Antrag wurde am 03.06. in einer der Antrags-WebKos besprochen. Dabei kamen die folgenden Themen auf:

  • Wer wäre verantwortlich für die Evaluation?

    • Das ist derzeit noch unklar, das könnte auf dem BuLa NBT erfolgen. Wenn keinerlei Verantwortlichkeit beschrieben ist, ist der Bundesvorstand verantwortlich das Thema zu platzieren/delegieren.
  • Der zweite Punkt ist derzeit noch schwammig formuliert, eine Wirksamkeit für alle künftigen Bundeslager kann daraus abgeleitet werden. Ist das gewünscht?

  • Wie soll das Geld zwischen den Unterlagern verteilt werden?

Moin @Pasti,

vielleicht verstehe ich dich falsch. Aber ist eine Abrechnung in den Cafés aktuell nicht geplant?

Die beiden Punkte klingen irgendwie sehr danach, als wenn dieser Antrag dazu führen würde, dass ein Abrechnungsaufwand entsteht. Dieser sollte aber so oder so vorhanden sein und diese von dir benannten Vorgaben müssten doch auch existieren, sobald eine Abrechnung durchgeführt wird.
Andernfalls wäre es doch schwierig nachzuvollziehen, wie die einzelnen Cafés wirtschaften. Das könnte zu Intransparenz führen und je nach Umgang mit Budget und Einnahmen einzelne Café-Teams begünstigen oder benachteiligen. Gerade wenn mit möglichen Verlusten kalkuliert wird (und das wird es ja vermutlich, wenn die Gesamtkalkulation auf 0 laufen soll, denn manche machen ja Überschuss :slight_smile:) und diese letztlich über Beiträge getragen werden sollen, sollte nachvollziehbar sein, wie diese entstanden sind.

Natürlich erzeugt eine Abrechnung zusätzlichen Aufwand. Gleichzeitig halte ich sie für wichtig, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit sicherzustellen sowie den Teams eine Grundlage für Planung, Kalkulation und auch eine Reflexion zu geben.

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