Die Bundesversammlung möge beschließen:
Auf Bundesebene soll eine gemeinsame zukünftsfähige IT Landschaft erarbeitet werden. In dem Rahmen sollen IT-Systeme zentral für den Bund und die Landesverbände (LV) ausgewählt und bereitgestellt werden, wie es bereits heute bei der zentralen Mitgliederverwaltung und Mitreden umgesetzt ist.
Der Fokus soll hierbei auf der Zentralisierung von vielfach im Bund betriebenen IT-Systemen zur internen Kommunikation, Zusammenarbeit und die Verwaltung und Veranstaltungsorganisation liegen.
Der Bundesverband treibt dieses Vorhaben voran und bezieht dabei die LV aktiv mit ein. Die LV bringen dazu personelle Ressourcen in die Sammlung von Anforderungen, Auswahl, ggf. Entwicklung, Bereitstellung und den Betrieb ein, um diese zentrale Struktur dadurch zu formen und zu unterstützen. Zusätzlich wird der aus der Zentralisierung der IT resultierende Bedarf finanzieller Ressourcen auf Bundesebene ermittelt und ein Konzept zur gemeinsamen Finanzierung erarbeitet.
Antragstellende
Tilman Sanders (Nds), Moritz Bendl (BaWü), Marco Nüchel „forsa“ (Nrw), Malte Teichert (Hessen), Wanda Rosmus (BuVo), Alexander Schmidt (BuVo)
Begründung
Aktuell beschäftigen sich (neben dem Bund) auch in vielen Landesverbänden einzelne Personen oder kleine Teams mit dem Betrieb und der Betreuung unterschiedlicher IT-Systeme. Dazu zählen beispielsweise eigene Mailserver, Wikis, Anmeldeformulare, Abrechnungstools oder weitere Anwendungen. Diese Lösungen entstehen häufig lokal aus konkreten Bedarfen heraus und werden von diesen Personen oder Kleingruppen betrieben.
Viele dieser Systeme erfüllen ähnliche oder identische Zwecke und könnten grundsätzlich auch gemeinsam betrieben werden. Durch eine zentrale oder gemeinsame Bereitstellung ließen sich Ressourcen bündeln, Systeme skalieren sowie die Informationssicherheit, konkret Datenschutz, Betriebssicherheit und Wartbarkeit, verbessern. Erste Schritte in diese Richtung wurden bereits im Rahmen eines 2025 gestarteten Bund-Land-IT-Austauschs begonnen, an dem Menschen aus dem Bund den Landesverbänden beteiligt sind. (AK MV, LaVo, BuVo, IT-Menschen) Dieses Format dient bisher jedoch eher einem Austausch über eingesetzte Systeme und weniger der strategischen Ausrichtung in der Thematik, wie die IT-Infrastruktur des BdP in Zukunft aufgestellt sein soll.
Mit der anstehenden Ablösung von Confluence, der Einführung der neuen Mitgliederverwaltung sowie der allgemeinen Frage nach langfristig stabilen und möglichst unabhängigen IT-Infrastrukturen ergibt sich gerade jetzt ein geeigneter Zeitpunkt, die digitale Infrastruktur des Bundes und der Landesverbände grundsätzlicher zu betrachten und stärker gemeinsam zu entwickeln. Maßgeblich für Entscheidungen zu den einzusetzenden Systemen sollten Datenschutz, Lizenz- und Betriebskosten, Administration-/Supportstruktur, Unabhängigkeit von Big-Tech Unternehmen etc. sein. Eine Liste mit Beispielen zu Systemen befindet sich am Ende der Begründung.
Diese strategische Ausrichtung kann jedoch nur mit aktiver Unterstützung der in den LV aktiven Personen funktionieren. Das bedeutet, dass Personen, die bisher eigene Systeme aus Landesebene betreuen oder entwickeln, ihre Expertise teilweise in eine gemeinsame Struktur einbringen und bestehende Lösungen, sofern sinnvoll, in eine zentrale Umgebung überführen. Dies kann insbesondere auch bedeuten, bisher eigenständig betriebene Systeme aufzugeben oder Verantwortung zu teilen.
Gleichzeitig darf mit einer solchen Zentralisierung keine höhere Erwartungshaltung an Support und Betreuung entstehen als sie aktuell bei den bestehenden Systemen vorhanden ist. Auch künftig würden viele Systeme durch engagierte Ehrenamtliche oder kleine Teams betreut werden. Ziel ist daher nicht ein jederzeit verfügbarer professioneller Support, sondern eine effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen, eine bessere Absicherung der Systeme sowie eine langfristig stabilere Struktur.
Die durch diese Bündelung und Skalierung hoffentlich frei werdenden Kapazitäten können natürlich trotzdem noch für eigene, ergänzende Lösungen in den LV genutzt werden. Die zentral bereitgestellten Systeme sollten aber mehrheitlich genutzt werden.
Eine konkrete Struktur ist hier absichtlich noch offengelassen. Einerseits, damit eine Flexibilität erhalten bleibt, andererseits ist das nicht die Zielrichtung dieses Antrags. Durch eine Zentralisierung könnte weiterhin die Überlegung angestellt werden, ob nicht sogar spezifische Fortbildungen für engagierte Personen ermöglicht oder perspektivisch eine (Teilzeit-)Stelle für diesen Bereich geschaffen werden könnte(n). Im Rahmen dieses Vorhabens werden in jedem Fall Kosten entstehen. Die offenen Fragen bleiben, wie hoch diese genau sein werden und wie man die Finanzierung am besten organisiert, es gibt hier sehr viele denkbare und sinnvolle Ansätze, welche aber ggf. auch von konkreten Lösungen abhängen. (z.B. Spenden, Ehrenamtslizenzen etc.) Daher soll hierzu gleichzeitig auch ein Konzept entwickelt werden, wie die entstehenden Kosten getragen werden können.
Der Antrag soll vor allem einen Rahmen schaffen, in dem Bund und Landesverbände gemeinsam in eine Richtung laufen und an einer zukunftsfähigen IT-Landschaft arbeiten. Der Fokus liegt gezielt auf einem gemeinsamen Commitment, Ressourcen zu bündeln, Verantwortung zu teilen und schrittweise eine nachhaltige und sichere digitale Infrastruktur aufzubauen.
Und zum Abschluss zur Frage: Wenn sich alle einig sind, warum ein Antrag? Mit dem durch den Antrag geschaffenen Commitment können Landesverbände (und der Bund) sich strategisch ausrichten, ihre Ressourcen planen und haben (zumindest etwas mehr) Gewissheit, wo es in dieser Thematik hingehen soll. Zudem erklären sich beide Seiten zur Zusammenarbeit bereit und die Landesverbände unterstreichen nachhaltig, dass sie bei der Umsetzung unterstützen.
Die weitere Begründung erfolgt mündlich. Interessierte Personen sind dazu eingeladen, sich dem Antrag als Antragssteller*innen anzuschließen.
Hier eine Liste konkreter Beispiele von Systemen, bei denen sich eine zentrale Bereitstellung ggf. anbieten könnte:
- Mitgliederverwaltung
- E-Mailsystem (vergleichbar Outlook/open x change)
- Messenger (vergleichbar Slack/Wire/Signal/Matrix)
- Wissensplattform (vergleichbar zu meinbdp)
- Diskussionsplattform (mitreden)
- Fileshare (vgl. OneDrive/Sharepoint/GoogleDrive/Nextcloud), ggf. ersetzbar durch die Wissensplattform
- Personalverwaltungstools (Zeiterfassung, Urlaub, ggf. Akten)
- Anwendung zur digitalen Veranstaltungsrechnung (Anmeldung, Einreichen von Belegen, Fahrtkosten, O-Fahrten, Erstellen einer Zusammenfassung etc.)
- Anwendung zur Unterstützung der Veranstaltungsdurchführung (OpenSlides)
- (ggf. Server(-bereiche) für Projekte der LVs)