Die Bundesversammlung möge beschließen
Verhaltenskodex für den Bund der Pfadfinder*innen e.V.
Wir möchten, dass alle Menschen bei unseren Aktivitäten mitmachen können. Wir akzeptieren keine Gewalt oder Diskriminierung. Wir sorgen dafür, dass sich alle bei uns willkommen, sicher und wohl fühlen. Unsere Pfadfinder*innenregeln sind Grundlage unseres Handelns.
Ich achte auf die Privat- und Intimsphäre jedes Menschen.
Das bedeutet: Ich darf selbst entscheiden, wie nah mir eine Person zu jeder zeit kommt. Ich habe das Recht „Nein“ oder „stopp“ zu sagen. Ich habe das Recht, mir Unterstützung bei z.B. Kontaktpersonen, Landes- oder Bundesebene und im Stamm zu holen, wenn es mir nicht gut geht.
Das bedeutet außerdem: Ich schaffe ein Umfeld, in dem offen über Grenzen gesprochen werden kann. Ich respektiere die Grenzen anderer. Ich achte darauf, dass niemand in einer Situation bleiben muss, in der sich die Person nicht wohl fühlt. Ich gehe vertraulich damit um, wenn jemand bei mir Unterstützung sucht, helfe so gut ich kann und suche mir selber Hilfe, wenn ich überfordert bin.
Ich achte auf einen angemessenen Sprachgebrauch.
Das bedeutet: Ich achte auf eine respektvolle, altersgerechte, wertschätzende und geschlechtersensible Sprache. Humor, Sarkasmus und Ironie setze ich angemessen ein. Ich vermeide diskriminierende oder verletzende Sprache bei mir und unterbinde sie bei anderen.
Ich achte auf die Wirkung meines Auftretens und meiner Haltung.
Das bedeutet: Ich bin mir bewusst, dass ich und andere nicht perfekt sind. Ich nehme eine akzeptierende und wertschätzende Haltung gegenüber mir selbst und anderen ein. Ich achte bewusst darauf, wie meine Haltung und mein Verhalten auf andere wirken, und behandle alle mit Respekt. Ich nehme Feedback an, um mich weiterzuentwickeln.
Das bedeutet außerdem: Ich stelle mich klar gegen grenzverletzendes Verhalten. Ich spreche mein Gegenüber auf Augenhöhe an, ohne laut zu werden, Drohungen auszusprechen oder einzuschüchtern. Ich behandle alle Menschen fair und zwinge niemanden dazu, etwas zu machen, was Angst, Ekel oder Unwohlsein erzeugt.
Ich bin sorgsam im Umgang mit Daten.
Das bedeutet: Ich darf selber entscheiden, ob und wann ich fotografiert oder gefilmt werde und was mit diesen Aufnahmen passiert.
Das bedeutet außerdem: ich teile keine persönlichen Daten anderer wie Adresse, Telefonnummer oder private Fotos ohne ihre Zustimmung.
Ich fördere Beteiligung und Mitbestimmung.
Das bedeutet: Ich habe das Recht mitzubestimmen. Dazu gehört auch, welche Lieder ich mitsinge, welche Spiele ich spiele und welche Traditionen ich wahre.
Das bedeutet außerdem: Ich achte auf Meinungen, Wünsche und Bedürfnisse anderer und begegne ihnen mit Offenheit.
Darüber hinaus soll folgende Erläuterung auf dem Verhaltenskodex Platz finden:
Ein Verhaltenskodex oder -grundsatz gibt einen Rahmen vor, um das eigene Handeln zu reflektieren. Er hilft dabei, über das eigene Verhalten und das der Gruppe nachzudenken und gemeinsam festzulegen, wie der Umgang miteinander gestaltet wird. Der Verhaltenskodex des BdP ist die Richtlinie für das Miteinander im Verband. Seine Grundlage sind die Pfadfinder*innenregelen, beide sind für alle Mitglieder verbindlich.
Antragsteller*innen
Bundesvorstand (Lukas Schmuck, Marina Pyko, Wanda Rosmus, Sonja Coulin, Philip Taubmann, Alexander Schmidt)
Kontakt: Marina Pyko (marina.pyko@pfadfinden.de)
Begründung
Ein Verhaltenskodex ist ein wichtiger Baustein für Sicheres Pfadfinden im BdP. Ein solches Papier mit Leben zu füllen, nach diesen Werten im Alltag zu handeln und dadurch eine gemeinsame Haltung zu etablieren, liegt an uns allen. Im Rahmen des neuen Schutzkonzepts wurden Vorschläge für einen neuen Kodex entwickelt. Mit Feedback aus den Landesverbänden, insbesondere aus dem Landesverband Hessen, ist nun dieser neue Verhaltenskodex entstanden. Er findet in der Praxis schon Anwendung, wir wollen das Ganze an dieser Stelle einmal glattziehen und offiziell darüber abstimmen. Darüber hinaus dient der Verhaltenskodex als Basis für jeden Stamm, für jede Meute, Sippe oder Runde und für jede Aktion, sich über gemeinsame Regeln des Miteinanders zu verständigen.