Antrag auf eine Regelung zur Zusammensetzung der Bundeslager-Unterlager

Ein Antrag aus dem Landesverband RPS zum Bundeslager

Die Bundesversammlung möge beschließen:
Zukünftig soll eine neue Regelung zur Zusammensetzung der Bundeslager-Unterlager gelten: Auf ein LV-internes Unterlager folgen gemischte Unterlager und umgekehrt. Dies wechselt in einem festen Turnus von Bundeslager zu Bundeslager. Beim kommenden Bundeslager wird es LV-interne Unterlager geben.

Antragsteller
Michelle Büttner, Stefan Schmidt, Wiebke Spieß, Sebastian Lück, Daniel Christmann, Jonas Scherne, Julius Schneider und Lara Klaes im Namen der Landesversammlung des LV Rhein- land-Pfalz/Saar

Begründung
Im Vorfeld des letzten Bundeslagers wurde auf der Bundesversammlung 2016 über einen Antrag abgestimmt, der sich für gemischte Bundeslager-Unterlager, welche es auch schon 2013 gegeben hatte, aussprach. Dieser Antrag wurde mit 44 Ja-Stimmen angenommen, denen 33 Nein-Stimmen gegenüberstanden. Sechs Delegierte hatten sich enthalten. Um in steter Regelmäßigkeit aufflammende Diskussionen über die Ausgestaltung der Unterlager zu verhindern, soll mit diesem Antrag nun eine Kompromisslösung gefunden werden. Die- se berücksichtigt beide Standpunkte bzw. Konzepte auf gleiche Weise.

Die 2016 vorgetragenen Argumente haben auch nach dem Bundeslager „Estonteco“ nichts von ihrer Aktualität verloren:

  • Neben der Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls in unserem Bund kann das Bundeslager auch immens dazu beitragen, dass sich auch die Gemeinschaft eines LV vertieft und festigt. Ein Landespfingstlager oder Vergleichbares kann nicht den glei- chen Effekt erzielen, der auf einem elftägigen Bundeslager erzielt werden kann. Ein einziger LV-Tag ist definitiv zu wenig, um den LV zusammenzubringen und hier ernsthafte Erfolge für die Zusammengehörigkeit und das Gemeinschaftsgefühl zu erzielen.
  • Die Organisation eines Unterlagers gestaltet sich für ein Unterlagerteam wesentlich leichter, wenn ihm alle beteiligten Stammesführungen schon im Vorfeld bekannt sind. So können Aufgaben schon im Vorfeld besser verteilt und kommuniziert wer- den, was auch die Qualität des Unterlager-Programms erhöht. Die offiziellen Vor- treffen im Rahmen des Bundeslagers erweisen sich hier als deutlich weniger effi- zient als gewünscht, da viele Stammesführungen bzw. Lagerleitungen der Stämme die häufig weite Anreise für ein Wochenende nicht auf sich nehmen möchten. Zu- sätzliche Vortreffen innerhalb des Landesverbandes wären jedoch ohne Probleme möglich.
  • Die Bundeslager-Unterlager sind von großen qualitativen Unterschieden geprägt. Nicht alle unserer Stämme waren glücklich in ihrem jeweiligen Unterlager, was auch oder vor allem mit unterschiedlichen Traditionen, Stilen und Ausrichtungen der einzelnen Landesverbände zu tun hat. Wie sich aus den ersten beiden Punkten ergibt, könnten unsere Stämme in einem LV-internen Unterlager auf ganz andere Weisen in die Programmplanung eingebunden werden.

Trotz dieser Argumente gibt es auch viele gute Gründe, die für gemischte Unterlager spre- chen und die an dieser Stelle nicht unterschlagen werden sollen:

  • Das Bundeslager ist für viele unserer Pfadfinderinnen und Pfadfinder der erste Be- rührungspunkt mit dem Bund. In einem gemischten Unterlager können sie ihn viel besser und intensiver erleben als in einem LV-internen.
  • Eines der Hauptanliegen des Bundeslagers ist es, die Vernetzung und den Aus- tausch im Bund voranzubringen. Dieser findet durch gemischte Unterlager auf ei- ner viel intensiveren Ebene statt als durch Sippenbegegnungen, gemeinsame AG- Blöcke oder Walk-In-Activities.
  • Eine der Stärken des BdP ist seine Vielfalt. Diese drückt sich auch in den unter- schiedlichen Traditionen, Stilen und Ausrichtungen unserer Landesverbände aus. Diese kennenzulernen erweitert unseren Horizont. Und diese zu akzeptieren und zu tolerieren ist eine Grundvoraussetzung von Vielfalt. Da wir uns für eine weltof- fene Gesellschaft einsetzen und Toleranz vermitteln wollen, sollte diese nicht an gemischten Unterlagern scheitern.

Dementsprechend zielt dieser Antrag nicht darauf ab, eine der beiden möglichen Unterla- ger-Gestaltungen vorzuziehen oder abzuschaffen. Stattdessen soll hierdurch eine Regelung gefunden werden, in der sich der gesamte Bund wiederfinden kann – schließlich war die Abstimmung für die gemischten Unterlager auf der BV 2016 keineswegs einstimmig ange- nommen. Fast die Hälfte der Delegierten, die als Sprecherinnen und Sprecher ihrer Lan- desverbände auftraten, fand sich in diesem Antrag nicht wieder. Aus diesem Grund sollte das nächste Bundeslager LV-interne Unterlager haben, um diejenigen Stämme und Lan- desverbände zu repräsentieren, die sich diese schon für das Bundeslager 2017 gewünscht hatten – auch, weil diese Organisationsform das letzte Mal auf dem Bundeslager 2009 in Buhlenberg gewählt wurde.

Moin, finde den Hintergedanken grundsätzlich nicht schlecht, frage mich nur, ob es sinnvoll ist, diese Entscheidung per Antrag zu instutionalisieren.
Natürlich sind die immer wieder aufkommenden Diskussionen für alte Hasen nervig, weil die Argumente eben nicht neu sind.
Aber warum sollte die Entscheidung nicht immer nach der aktuellen Gefühlslage im Bund getroffen werden? Ich fände es nicht schlecht, dass die zukünftigen Generationen selbst darüber entscheiden könnten, in welcher Unterlagerkonstellation sie ihr Bundeslager abhalten wollen.
Ein jetziger Beschluss würde diese Chance erstmal verbauen, da es eben wieder einen BV-Antrag braucht, der entsprechende Reglung kippt.

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Ich finde, ein Bundeslager ist nicht dazu da, LVs intern zusammenzubringen. Dazu haben diese vier Jahre lang genug Gelegenheit.

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Ich persöhnlich finde gemische Unterlager besser. Diese Spiegeln eher den Geist des Bundeslagers wieder.

Ich muss aber auch sagen, dass ich die Abstimmungen zu jedem BuLa nicht schlecht finde. So wird die Gesinnung des aktuellen Bunds eingefangen. Der Antrag macht das ganze doch etwas statisch. Und ich glaub in einigen möchten sicher einige LV des Antrag wieder kippen, s. Stromantrag. Ich würde es bei jährlichen Abstimmungen belassen. So hat die BV alles vier Jahre die wahl.

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