Geflüchtete im Landesverband


#1

Hier ein möglicher Antrag zu Geflüchteten.

Die Landesversammlung möge beschließen:

Beim BdP Landesverband Niedersachsen e.V. und all seinen Gliederungen sind Geflüchtete herzlich willkommen. Dies gilt insbesondere für junge Geflüchtete, die wir in unseren Gruppenstunden, auf unseren Lagern und Fahrten sowie auf jeder sonstigen Aktion gerne begrüßen.

Wir wünschen uns von den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf allen Ebenen und in allen Ländern, dass sie allen Geflüchteten unbürokratisch und schnell ein möglichst menschenwürdiges Leben ermöglichen, statt politische Kämpfe auf ihren Rücken auszutragen.

Wir begrüßen die große Welle der Solidarität und Unterstützung in der Gesellschaft, sehen aber die ausländerfeindlichen Proteste und die Stimmungsmache gegen Geflüchtete als Gefahr für das freiheitliche, demokratische Zusammenleben in Europa an. Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder verurteilen wir solche rassistischen und nationalistischen Parolen scharf.

Wir dulden in unseren Reihen keine Form von Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass gegenüber anderen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung, ihrem Körper, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrem sozialen Status oder ihrem Aufenthaltsstatus.

Antragsteller: Landesvorstand des BdP LV Niedersachsen
Wir rufen dazu auf, sich diesem Antrag als Mit-Antragsteller*in anzuschließen.

Begründung:

formale Begründung:

Es handelt sich bei diesem Antrag um einen Positionsantrag, der zwar keine unmittelbare Auswirkung auf unsere Arbeit haben muss, uns jedoch in dreifacher Hinsicht stärkt:

  1. Wir vergewissern uns unseres weltwärts gewandten Selbstverständnisses als Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Europa, die Geflüchtete unterstützen und Diskriminierung nicht dulden.
  2. Wir ermöglichen uns allen, uns mit der Rückdeckung des ganzen Landesverbands gegenüber Externen zu äußern (beispielsweise in Stadt- und Kreisjugendringen, im Landesjugendring, im Bundesverband oder auch gegenüber Entscheider*innen in Politik und Verwaltung sowie in der Öffentlichkeit).
  3. Wir wollen uns gegenseitig dazu ermutigen, junge Geflüchtete in unsere Arbeit aufzunehmen.

Zu all diesen Punkten wird jedoch niemand verpflichtet, da wir auch in diesem Fall den Grundsatz der Freiwilligkeit nicht aufgeben wollen.

inhaltliche Begründung:

Weltweit sind im Jahr 2014 laut UNO-Flüchtlingshilfe fast 60 Millionen Menschen auf der Flucht gewesen, davon haben 20 Millionen ihr Heimatland verlassen müssen. Für 2015 ist davon auszugehen, dass diese Zahlen erneut deutlich gestiegen sind, auch wenn noch keine abschließenden Statistiken vorliegen. Etwa die Hälfte dieser geflüchteten Menschen sind Kinder. Im vergangenen Jahr haben fast 1 Million Geflüchtete Deutschland erreicht, sodass hier ein Problembewusstsein entstanden ist, das nicht nur die politische Debatte dominiert. Die Bilder von Menschen in Schlauchbooten auf dem Mittelmeer, von Flüchtlingstrecks auf dem Balkan, von toten Kindern am Strand sind uns allen genauso im Gedächtnis wie die überfüllten Turnhallen, die Parolen von PEGIDA & Co. und die brennenden Heime. Überall in Europa diskutieren Politikerinnen und Politiker, wie sie damit umgehen sollen. Aber gegenüber all denen, die Angst haben um ihr “christliches Abendland”, stehen viele Menschen, die sich nicht scheuen, Hilfe und Unterstützung zu leisten für die vielen Menschen, die es nach einer entbehrungsreichen, traumatisierenden Flucht bis nach Europa geschafft haben; Menschen, die Kleidung, Schul- und Spielsachen spenden, und Menschen, die ihre Zeit opfern, um Geflüchteten zumindest für einen kurzen Moment Ablenkung und “Normalität” zu ermöglichen.

Auch im BdP haben verschiedene Gruppen begonnen, Aktionen für junge Geflüchtete zu starten - so auch in unserem Landesverband. Wir freuen uns darüber und wollen dazu aufrufen, weiterzumachen, sich nicht entmutigen zu lassen und keine Angst zu haben. Deshalb wollen wir von LV-Seite die Gruppen vor Ort so gut es geht unterstützen, indem wir Arbeitshilfen zur Verfügung stellen oder sogar erstellen (AK Wö), Möglichkeiten zum Austausch von Erfahrungen und Ideen, aber auch zur Diskussion bieten, und in allen praktischen Fragen sehr gerne zur Verfügung stehen. Wir glauben, dass junge Geflüchtete für uns genauso einen Gewinn darstellen wie das Pfadfinden für sie: Einerseits bereichern junge Geflüchtete unser Leben in den Meuten, Sippen und Runden und erweitern den Horizont unserer Mitglieder; andererseits ist die einzigartige Methode der Pfadfinderei, wie wir sie im BdP leben, eine Bereicherung gerade für junge Menschen, die ihre Heimat verloren haben, einen gefährlichen, beschwerlichen Weg überlebt haben und in einem völlig fremden Land nun nach neuen Freund*innen, nach Anschluss, nach Integration, nach Gemeinschaft, nach Zuhause suchen.

Wir rufen also dazu auf, aktiv zu werden, lokale Flüchtlingsinitiativen anzusprechen und sich gegenseitig zu unterstützen. Wir rufen genauso dazu auf, auch politisch aktiv zu werden und das Thema in die kommunalen Jugendringe zu tragen. Von LV-Seite sind wir schon in diesem Jahr aktiv geworden und beteiligen uns im Landesjugendring an einer Arbeitsgruppe. Zudem wollen wir das Thema in unsere politische Bildung aufnehmen. Natürlich wissen wir, wie begrenzt unser aller Ressourcen und Möglichkeiten sind. Deshalb hat dieser Antrag keinen verpflichtenden Charakter und deshalb wollen wir all denjenigen, die sich schon engagieren, danken und sie genau wie all diejenigen, die sich engagieren wollen, mit allen Mitteln unterstützen.

Die weitere Begründung erfolgt mündlich.


#2

Dieser Antrag spricht mir aus dem Herzen, daher würde ich mich gerne als Mit-Antragsteller zur Verfügung stellen!


#3

Moin Dustin!
Entschuldige bitte, dass ich dir erst jetzt antworte, ich habe das erst jetzt gesehen.
Wir freuen uns sehr, dass du dich mich anschließen möchtest als Antragsteller. Ich trage das auf nds.meinBdP in den Eintrag sofort ein. @larsboehnke: Kannst du das in Antragstext hier bitte ändern und im gleichen Atemzug auf Brunki (Wiebke Meiwald) ergänzen? EDIT: Und auch Tilman Sanders :wink: Danke!
Liebe Grüße,
kison


#4

Hi!

Können auch Nicht-Delegierte den Antrag unterstützen bzw. als Mitantragssteller auftreten? Wenn ja, wäre ich sehr gerne auch dabei! @kison ?

Beste Grüße
Julius


#5

Hi Julius,

formal als Antragsteller können leider nur Delegierte, Mitglieder des Landesvorstands und Landesbeauftragte auftreten. Wir freuen uns aber trotzdem sehr über Dein Interesse und würden uns auch freuen, wenn Du den Antrag dennoch hier in der Diskussion unterstützt.

Viele Grüße
Thomas


#6

Moin,

ich wurde auf unserer StammesVV am letzten Wochenende zum Delegierten gewählt. Daher kann ich also auch Mit-Antragsteller (und nicht nur Mitzeichner) sein.

HgP


#7

Moin!
Vielen Dank an alle, die den Antrag mit stellen wollen. Das sind bisher:

Frederick Engel, Michaela Steinker, Thomas Danz, Lukas Kison (Landesvorstand des BdP LV Niedersachsen), Dustin Rösemann (Stamm Ata Ulf), Wiebke Meiwald (LB Pfadi), Tilman Sanders (Stamm Wildgänse), Friederike Leutner, Samira Schwannecke, Friederike Fabian (Stamm Voortrekker).

Natürlich können sich dem Antrag natürlich immer noch Leute anschließen, die antragsberechtigt sind (LB oder Delegierte) und wir freuen uns sehr darüber!


#8

Ich würde mich ebenfalls gerne als Antragssteller anschließen!


#9

Der Antrag ist soeben offiziell gestellt worden: https://nds.meinbdp.de/pages/viewpage.action?pageId=16549271 (für angemeldete Nutzerinnen sichtbar). Dennoch ist es bis zur LDV selbst möglich, sich dem Antrag als Mit-Antragstellerin anzuschließen :slight_smile:


#10

Dito :slightly_smiling:


#11

Hallo,

wir vom AK Asyl finden den Antrag super und sehr wichtig. Wir haben ihn uns gerade bei unserem Arbeitskreistreffen angeschaut und etwas überarbeitet.

Die Änderungen sind zur Abrundung der Formulierungen; können also übernommen werden sofern das möglich ist. (müsste man das als Änderungsantrag stellen?)

Wir würden den Antrag gerne mit euch zusammen auf der BV stellen, dafür müssen noch kleine Änderungen vorgenommen werden. Ansprechpartner sind Lilofee aus NRW (Hannah.christiansen@pfadfinden.de) und Ich.

LG

Tilman und Brunki

im Namen des AK Flucht und Asyl


#12

Wir haben im Bundes Ak nochmal über den Antrag geredet und überlegt, dass wir das “solche” in dem Satz weglassen würden, damit die Aussage allgemeingültiger ist


#13

[quote=“larsboehnke, post:1, topic:70”]
ihrem sozialen Status oder ihrem Aufenthaltsstatus.
[/quote][quote=“larsboehnke, post:1, topic:70”]
.
danach Ergänzung: Dies entspricht unserem Grundverständnis: Bezugnahme auf die Pfadiregel “Ich will dem Frieden dienen”, etc


#14

UNHCR macht die Statistiken


#15

Moin
da ich auf nds.meinBdP ausführlich geantwortet habe, hier nur kurz:
Änderungsanträge sieht unsere Satzung nicht vor, es müssen also alle Antragstellerinnen diesen Änderungsvorschlägen zustimmen.
BV-Antrag ist m.W. bisher nicht geplant, sollte aber wenn dann auf breiter Basis, also von möglichst vielen Landesverbänden und unter Beteiligung von Vertreter
innen der Bundesebene geschehen.
Den Aufruf zum BV-Antrag sollte man ebenfalls im Antragstext, nicht in der Begründung ergänzen, denn die Begründung gehört gar nicht zum Antrag, deshalb brauchen wir die auch nicht zu ändern.
Deine Vorschläge direkt kommentiert.


#16

ja, die Zahlen sind von UNO Flüchtlingshilfe e.V.


#17

Selbstverständnis als Pfadfinderinnen und Pfadfinder find ich gut, einzelne Regeln herauszugreifen halte ich nicht für sinnvoll, denn es gibt mehrere, die hier zutreffen. Wer außerdem “die Gemeinschaft, in der ich lebe”, ist, ist ja nicht klar; mit dem Satz könnte auch PEGIDA ihre Meinung begründen und zwar wie folgt: Gemeinschaft ist die Volksgemeinschaft und wir müssen den Frieden in Deutschland bewahren (DAS WIRD MAN JA WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN!!) Besser eignen würde sich im Kontext dieser Aufzählung vielleicht “Ich will den anderen achten”. Aber allein daraus, dass mehrere Regeln möglich sind, ergibt sich: Auf alle verweisen, statt 6 aufzuzählen und 3 wegzulassen.


#18

Ja, verliert dann aber den Flow und die sprachliche Verbindung zwischen Beobachtung und Schlussfolgerung (Verurteilung). Eine Konstruktion, die beides beinhaltet, wäre sinnvoll, könnte sogar hilfreich sein, denn es ordnet AfD und PEGIDA noch mehr in den Kontext ein, in den sie reingehören. Streng genommen ist das in meinen Augen aber auch so schon enthalten und eher eine sprachliche Feinheit.


#19

Der Antrag wurde von der LDV mit 68 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen und 28 Enthaltungen angenommen.


#20