Herabsenkung des Wahlalters

In der kommenden Bundesversammlung werden wir uns damit befassen, ob wir uns als Pfadfinderinnen und Pfadfinder im BdP für die Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei allen wichtigen Wahlen in Deutschland - das heißt bei Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen - einsetzen und dies in unser Programm aufnehmen. Zum Beispiel, indem wir dazu im Stamm ein Projekt durchführen, eine Einheit auf einem Kurs einplanen, auf einer Landesversammlung dazu einen Workshop mit Politiker*innen machen etc. Durch einen entsprechenden Antrag bekräftigen wir dieses Vorhaben und zeigen auch nach außen, wofür wir uns als BdP einsetzen: Für mehr Mitbestimmungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche!

Geschichte des Antrags:

Wie kommt es zu diesem Thema?
Zur BV 2013 gab es einen Antrag, der schon den Satz beinhaltete, dass sich der BdP für die Herabsenkung des Wahlalters einsetzt:

Demokratie leben und lernen im BdP – Antrag zur Stärkung der politischen Bildung und zur aktiven Teilnahme am U-18-Wahlprojekt zur Bundestagswahl 2013

Die Bundesversammlung möge beschließen:

Der BdP versteht sich als Gemeinschaft, in der Demokratie gelebt und gelernt wird. Partizipation spielt eine besonders wichtige Rolle in unserem Programm und Pfadfinderalltag. Das Erlernen demokratischer Partizipationsformen ist daher ein wichtiger Bestandteil der politischen Bildung im BdP, für die alle Ebenen gemeinsam Verantwortung tragen.

Pfadfinderinnen und Pfadfinder wollen als verantwortliche Bürgerinnen und Bürger eine demo-kratische, weltoffene Gesellschaft mitgestalten und mittragen. Deshalb fordert der BdP seine Mitglieder zur Teilnahme an den Wahlen zum Europäischen Parlament, den Kommunal- und Landtagswahlen sowie der Wahl zum Deutschen Bundestag auf und setzt sich für eine Herab-senkung des Wahlalters bei allen Wahlen ein.

Der BdP beteiligt sich am bundesweiten U18-Wahl-Projekt zur Bundestagswahl 2013. Die Bundes-leitung und die Landesverbände sind dazu aufgefordert, im Rahmen der politischen Bildungsar-beit im BdP die Stämme bei der Durchführung der U18-Wahl oder einem anderen geeigneten Programm zur Auseinandersetzung mit dem Thema Wahlen zu unterstützen.

Antragsteller:

Bundesbeauftragter für Politische Bildung

Begründung:

Der BdP hat die Erziehung junger Menschen zu freien, kritischen, verantwortungsbewussten
und toleranten Bürgerinnen und Bürgern eines demokratischen Staates – im Zusammenwirken mit Elternhaus und anderen Erziehungsträgern – zu einem seiner zentralen Ziele gemacht. Pfad-finderinnen und Pfadfinder wollen als verantwortliche Bürgerinnen und Bürger eine demokratische, weltoffene Gesellschaft mitgestalten und mittragen.

Dieser Zielsetzung folgend spielt Partizipation eine besonders wichtige Rolle in unserem Pro-gramm und Pfadfinderalltag. Von Anfang an bestimmen schon die Jüngsten mit über das Pro-gramm und sind auch wahlberechtigt bei den Wahlen für ihre Stammesführungen und Landes-versammlungsdelegierten.
Das Erlernen der verschiedenen Formen von Mitbestimmung bleibt dabei nicht auf die Pfadfin-dergemeinschaft konzentriert. Die Mitglieder des BdP sollen auch neugierig gemacht werden auf die Möglichkeiten, ihre Lebenswirklichkeit zu gestalten und insbesondere daran, auf gesell-schaftliche Veränderungen durch Wahlen Einfluss zu nehmen. […]

Dann gab es aber folgenden Änderungsantrag:

Der Antrag 7 wurde deswegen ohne den Satz mit der Wahlalter-Herabsetzung beschlossen.
Weil viele der Delegierten das Thema sehr wichtig fanden, weil die Bundestagswahl und Landtagswahlen bevorstanden, gab es einen Dringlichkeitsantrag:

Der Antrag wurde damit abgelehnt, wenn auch sehr knapp!
Wenn ein Dringlichkeitsantrag abgelehnt wird, heißt das, dass der Antrag automatisch bei der folgenden Bundesversammlung wieder ganz regulär auf der Tagesordnung steht.

Deswegen ist jetzt hier die Diskussion über diesen Antrag eröffnet!

  • Wie siehst du das? Sollten wir uns als BdP für eine Herabsenkung des Wahlalters einsetzen?
  • Findest du, dass das ein wichtiges Thema ist, dass wir im BdP behandeln sollten, also in den Stämmen, Landesverbänden und auf Budnesebene?
  • Hast du bei dir im Stamm mit deinen Freund*innen schon mal darüber gesprochen? Kannst du dir vorstellen, dazu eine Sippenstunde oder einen Heimabend mit deiner R/R-Runde zu machen? Hast du Ideen?
  • Oder bist du vielleicht der Meinung, dass das ein Thema für die Schule ist und wir im BdP uns damit gar nicht beschäftigen sollten?

Los geht’s, die Diskussion ist eröffnet!

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Hallo,

gibt es denn einen formulierten Antragstext? Sicher hat Günzel da was geschrieben und genau dieser Antrag steht nun ja auch zur Debatte.
Ich finde es leichter, über einen einigermaßen formulierten Text zu reden, als so im “leeren Raum”.

Im übrigen - warum denn genau auf 16 Jahre, die Grenze ist doch ebenso willkürlich wie 18 Jahre. Warum nicht Wahlrecht ab Geburt - das ist auch demokratietheoretisch am gerechtesten…

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Hej, ich finde das Anliegen sehr unterstützenswert und denke, dass wir uns als Jugendverband dafür einsetzen sollten dieses Ziel umzusetzen. Ich finde nicht, dass das Thema nur in die Schulen oder Jugendverbände von Parteien gehört, sondern auch bei uns sinnvoll und wichtig ist. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit innerverbandlicher Demokratie können wir dies gut begründen und in der Öffentlichkeit vertreten!
Es ist in meinen Augen auch ein Thema welches gut in die Landesjugendring/ Bundesjugendringarbeit passt und eine gute Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit anderen Jugendverbänden bietet.
Um auf Flippers Anmerkung zurückzukommen. Auch ich finde dass 16 eine weitere willkürliche Grenze darstellt (bei uns gibt es ja auch das ‘Wahlrecht’ ab Eintrittszeitpunkt), aus meiner Erfahrung mit dem Thema in politischen Prozessen glaube ich allerdings, dass sich diese Forderung nur sehr schwer vertreten lässt, da viele Menschen da massive Vorbehalte haben.

Ich würde sonst auch eine Herabsetzung auf 14 Jahre vorschlagen.

Liebe Grüße u Gut Pfad

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Ich finde diese Forderung auch unterstützendswert, und denke dies gehört auf jedenfall auf unsere Agenda. Aber ich würde den Abtrag noch dahingehend erweitern, das sich der BdP nicht nur für eine Herabsenkung des Wahlalters einsetzen sollte (wo auch immer diese Künstlich gezogene Grene liegen mag) sondern sich auch dafür einsetzen dass kleinen/jungen Menschen überall dort Mitbestimmungs,- und Beteiligungsmöglichkeiten eingeräumt und geschaffen werden wo auf Kommunal ,- Landes,- und Bundesebene über ebendiese Entschieden wird. Ich empfinde es deshalb so wichtig eben diese Direkte Partizipation weiterzufordern und Fördern, weil bei Wahlen werden alle 4 Jahre Vertretterinnen* gewählt, und dann hört meine Mitbestimmung im groben auf. Beteiligung. Und noch viel wichitger ist das junge Menschen ihre Belange am besten selbst vertretten können.

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Hallo!

Einen ausformulierten Antragstext gibt es noch nicht.
Hilfestellungen und Anregungen für einen Antragstext und die Begründung können aber sicher folgende Handreichungen bieten:

  • Aktuelles Beispiel: Herabsenkung des Wahlalters bei Landtagswahlen in Schleswig-Holstein
    In Schleswig-Holstein haben sich viele Jugendverbände für eine Herabsenkung des Wahlalters eingesetzt. Auch der BdP Landesverband Schleswig-Holstein-Hamburg. Nach einer öffentlichen Anhörung, zu der auch der BdP LV SH/HH eine Stellungnahme abgegeben hat, wurde schließlich das Wahlalter auf 16 gesenkt. Die Stellungnahmen zu dem Verfahren von Vereinen und Verbänden enthalten viele Argumente zu dem Thema.
    Hier gelangt man zu einer Übersichtsseite mit allen Dokumenten.
    Und hier ist die Stellungnahme des BdP LV SH/HH abrufbar.

  • Positionspapier “Impulse für eine starke Demokratie” des DBJR
    Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR), in dem auch der BdP über die Ringverbände Mitglied ist, hat 2011 das Positionspapier “Impulse für eine starke Demokratie” verabschiedet. Mit diesem Grundlagenpapier beschreibt der DBJR den Zustand der Demokratie aus seiner Sicht. Er formuliert sein Ideal an eine Demokratie, die junge Menschen einbindet. Und er stellt Forderungen, die Impulse für eine starke Demokratie setzen können. Unter anderem wird hier auch die Herabsenkung des Wahlalters bei allen Wahlen gefordert. -> Siehe Seite 9 im Positionspapier.
    http://www.dbjr.de/positionen/2011.html?eID=dam_frontend_push&docID=1166

  • Linkliste zum Thema
    Als Hilfestellung ist auch diese Linkliste sicherlich ganz hilfreich. Sie stammt aus einer Handreichung des LI Hamburg “Aktives Wahlalter mit 16”. Das Dokument kann hier heruntergeladen werden: http://li.hamburg.de/contentblob/4066694/data/pdf-aktives-wahlalter-mit-16.pdf
    Darin gibt es auch Anregungen für Einheiten, die auf Kursen und in Gruppenstunden eingesetzt werden können, um das Thema im BdP zu behandeln.
    Hier die Linkliste:

„Wahlalter mit 16!“ – Ein Planspiel zur Diskussion für die Bundesebene:
www.studienstaette-muenchen.de/pdf/Wahlalter%20mit%2016.pdf

„Wahlrecht schon mit 16 Jahren“ – Ein Rollenspiel für den Unterricht:
www.dvpb.de/Polis/POLIS2_2012/polis_2_12_Berkessel_Materialien.pdf

Wählen ab 16 – Materialien und Didaktisierung für den Unterricht:
www.eduhi.at/dl/Waehlen_ab_16_Block_gesamt_fuer_Web.pdf

„Was bringt das Wählen mit 16?“ – Unterrichtsentwurf und -materialien aus
Österreich:
www.politischebildung.com/?Sel=387

Schüler_innen setzen sich in diesem Unterrichtsentwurf bei einer „Pro und
Contra“-Debatte mit dem Thema „Wählen ab 16“ auseinander:
www.politik-lernen.at/site/praxisboerse/article/105891.html

„Wählen mit 16?“ – Eine Lehrprobe für Klasse 11:
www.4teachers.de/?action=show&id=5839#top

„Wählen schon mit 16 Jahren?“- Kurzfilm für den Unterricht von der
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg:
www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=tUnwEomBqoo

„Die Qual der Wahl schon ab 16“ – Ein Forum zum Selbstkommentieren mit
einigen bereits bestehenden Kommentaren von meist Jugendlichen. Geeignet
zum Mitmachen und als Meinungsanregung im Unterricht:
www.kindersache.de/bereiche/schon-gewusst/kindernachrichten/artikel/diequal-
der-wahl-schon-ab-16

„Wählen ab 14“ – Adressatengerechte Pro/Contra-Argumente rund ums Thema
Wahlaltersenkung des Bayrischen Landesjugendrings:
www.waehlen-ab-14.de/wahlalter-14/argumentationshilfen.php

„Runter mit dem Wahlalter!“ – Karikatur zum Stundeneinstieg oder für eine
Arbeitsphase:
www.bpb.de/lernen/unterrichten/grafstat/146302/mw-03-06-runter-mit-demwahlalter-
karikatur

„Alte fordern junge Stimmen“ – Ein Darstellungstext mit Arbeitsaufträgen:
www.bpb.de/lernen/unterrichten/grafstat/146311/mw-03-10-alte-fordern-junge-stimmen

Verstehe ich das also richtig: Wenn sich niemand findet, der
den Antrag stellen und vertreten möchte dann gibt es auch keinen Antrag? Günzel
hatte den Antrag auf der letzten BV noch als Mitglied des Bundesvorstands
gelstellt – das ist er ja nun nicht mehr…Was sagt da das Verfahren?

Hallo Flipper,
wie ich das sehe, ist der Antrag nach wie vor durch den Bundesvorstand gestellt - es müsste damals einen ausformulierten Antrag gegeben haben (vielleicht ohne Begründung, aber in der Form “Die Bundesversammlung möge beschließen, dass sich der BdP für die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre einsetzt” o.ä.). Wenn niemand etwas macht, dann steht genau das wieder zur Abstimmung, natürl. kann der Antrag vom Antragstreller präzisiert oder von der Versammlung durch Änderungsanträge entsprechend modifiziert werden.
Umgekehrt stünde es dem Vorstand frei, den Antrag wieder zurückzuziehen (nach neuer Regelung sofern die Versammlung nicht widerspricht).
Ich persönlich halte es jedoch für sinnvoll, dass wir als BdP uns mit dieser jugendpolitischen Forderung des DBJR und der LJR beschäftigen und uns dazu positionieren.

Hi Guschtel,
nach Aussage Jackys
wird der Bundesvorstand den Antrag nicht stellen (korrigiert mich bitte, wenn
das falsch ist). Wenn sich also niemand findet, der den Antrag übernimmt und
vorbereitet, wird er auf der BV nicht zur Aussprache kommen.
Ich kann mir vorstellen, an einem Antrag mitzuwirken, würde das aber gerne mit ein - zwei Leuten zusammen machen. Wer mag den mithelfen?

Flipper

Hallo, ich nehme meine Aussage zurück. Der Bundesvorstand wird den Antrag zur Bundesversammlung 2014 einbringen.

Hallo,
gibt es denn jetzt einen ausformulierten Antragstext dazu?

Viele Grüße,
Timo

Nabend zusammen,

in erster Linie finde ich es richtig, dass der BdP seine
Ziele und Pflichten hinsichtlich politischer Bildung intensivieren möchte.

Wir haben die Zielsetzung politisch aufzuklären und
weiterzubilden (das könnte man jetzt noch wesentlich weiter ausführen)

Aber:  Und genau das
gleiche hab ich im Rahmen der BV letzten Jahres auch gesagt –

Ich halte es –noch immer- für die völlig falsche Gangart,
dass sich der BdP die „Herabsenkung des Wahlalters“ auf die Fahnen schreiben
möchte.

Abgesehen davon,dass ich es persönlich für inhaltlich  absolut vernichtend und falsch erachte( auch
hier könnte man jetzt das argumentieren anfangen, aber wer darüber mit mir
diskutieren möchte, darf das bitte sehr gerne auf der BV tun)

stoßen wir damit wieder in eine stark Parteigebundene
Richtung ( Und das Thema gehört woh mit zu den Dauerbrennern) und genau DAS ist
es ja, was wir an und für sich nicht wollen.

Natürlich kann man argumentieren, es ist ein
Jugendpolitisches Thema, etc, aber es ist wie gesagt auch ein parteipolitisches
Thema.

Wenn es jetzt so wäre, dass die Thematik mehreren Parteien
zuzuordnen wäre, dann sähe das wieder anders aus, aber da das Thema ein
klassisch besetztes Thema einer Gruppierung ist sehe ich das als äußerst
fragwürdig an, wenn wir uns als Verband hierzu positionieren wollen.

Wir hatten auf unserer LV (Bayern) dieses Jahr im übrigen
eine großartige Diskussion zu der Thematik ob sich der BdP LV Bayern denn als
Verband denn überhaupt zu politischen Themen positionieren sollte.

Was jeder im Einzelnen tut ist jedem freigestellt, aber ich
persönlich würde auch nicht einmal wollen, dass mein BdP sich hinstellt und zu
politischen Themen positioniert ( also zu gar keinem, das fängt an bei
G8/G9  auch wenn uns das als
Jugendverband sehr stark betrifft, geht weiter über Doppelpass Regelungen, oder
von mir aus auch einer PKW Maut , selbst wenn da vereinbart wäre, dass der BdP
10Cent pro Euro bekommt ).

Wir sind politisch bildend, aber nicht parteipolitisch…

Und deshalb hat das ganze bei uns nichts zu suchen.

Aufklärung ja, organisiert Fahrten, Diskussionen in die
Landes- und Bundesparlamente, fahren wir nach Brüssel ins Parlament  oder laden die Bundeswehr für die
Durchführung von Polis ein ( Wäre übrigens auf Bundesebene mal eine
Spitzenaktion falls das jemand schon mal mitgemacht hat) .

Lieber sowas machen ,weil  das alles auch  sehr kostengünstig organisierbar ist , weil‘s
dafür ja auch  extra bereitgestellte und
gut gefüllte Töpfe gibt und sämtliche Abgeordneten ( ab Landesebene) auch ein
bestimmtes Kontingent pro Jahr für solche Veranstaltungen haben( und da im
übrigen sehr viele sehr froh wären, wenn Sie mal mit anderen Gruppen dort
hinfahren könnten als mit dem örtlichen Karnickelzüchtern) ; als einen Antrag
zu stellen und –aus meiner Sicht – im schlimmsten Fall zu beschließen, mit dem
wir nicht nur unsere Prinzipien über Bord werfen, der uns einer Partei zuordnet
und der letztenendes noch nicht einmal einen sichtbaren und spürbaren Mehrwert
generiert, außer  , dass sich der BdP
hinstellt und sagt:

„Ja, wir sind da dafür, haben ja nur geraume Zeit und
Energie investiert um das sagen zu können und uns dafür gespalten, aaaber:
wir sind dafür.“

Doch ein bisschen mehr geworden als gedacht aber nunja.

Und weil ich mir schon vorstellen kann, dass hierzu gleich
eine Gegenrede kommt vorab:

Es ist kein böser Wille, wenn ich darauf nicht reagiere ,aber
ich bin die nächsten 2 Wochen nur sehr eingeschränkt am Netz ,aber spätestens
danach les ich mir das alles gern durch und antworte darauf, im Zweifelsfall
kann man das auch einfach im Vier Augen Gespräch bei einem Kaffee oder einem
hopfenhaltigen Kaltgetränk auf der BV mit mir erörtern.

Grüßla,

der Jo aus BY

Moin Jo,

nach all dem Text sehe ich das Problem nicht. Die Herabsetzung des Wahlalters ist definitiv kein
Thema, das nur einer Partei zuzuordnen wäre. Es lassen sich insgesamt Tendenzen
ablesen, das ist aber auch alles. Linke und Grüne befürworten die Absenkung, SPD
und FDP stehen ambivalent mit Tendenz positiv zu einer Wahlrechtsreform. Einzig
die Unionsparteien haben eine eher ablehnende Haltung. Innerhalb der Parteien
ist das aber alles höchst umstritten.

Ein Beispiel für die überparteiliche Bedeutung des Themas ist eine Gesetzvorlage aus dem Jahr 2003 (Drucksache 15/1544). Hier plädieren Abgeordnete aller Parteien im Bundestag (vor allem Grüne und FDP, aber auch der CDU und der CSU (z.B. Hans-Peter Friedrich ;)) für ein Wahlrecht von Geburt an.
Unterstützer diese Vorschlags war neben Roman Herzog (Altbundespräsident) und
Paul Kirchhof (ehem. Bundesverfassungsrichter) auch Olaf Henkel, früher
Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie und heute Vorstand in der
AfD. Welcher einen Partei möchtest du die nun alle zuordnen? Selbst eine
eindeutige politische Strömung kann ich hier nicht finden (Abgelehnt wurde der
Entwurf übrigens mit einer Stimmmehrheit von SPD und Grünen :).

Auch aktuelle Gesetzgebung auf Landesebene zeigt, dass das Thema überparteilichen Charakter
hat. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wird auf Komunalebene ab 16
gewählt - bei Landesregierungen bestehend aus SPD und CDU. In Niedersachsen
wurde 1995 das Wahlalter bei Kommunalwahlen auf 16 Jahre abgesenkt (unter
Gerhard Schröder) - das hat die CDU in ihren 10 Jahren Regierungszeit nicht
wieder geändert - die Mehrheit hätte sie gehabt…

Und dann gibt es noch diverse Komunalvertretungen auf Landesebene (Bspw. Städte und Gemeindetag
Brandenburg oder BaWü), Städtetage und nicht zuletzt fast alle
Landesjugendringe und den Bundesjugendring… Alle plädieren sie für eine
Absenkung des Wahlalters und die gehören alle zu welcher Partei? Bzw. sprechen
alle im Interesse welcher Partei?

Lg
Flipper

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Danke für deinen Beitrag, flipper. Wir in der Bundesleitung freuen uns sehr über das zahlreiche Feedback hier auf mitreden.pfadfinden.de.
Am letzten Freitag endete ja die Antragsfrist. Wir wollten die Frist natürlich nicht verstreichen lassen, ohne einen Antrag zu formulieren. Leider konnten wir den Text nur sehr kurzfristig vor Ostern fertigstellen und waren über die Feiertage anderweitig unterwegs, so dass wir ihn erst heute hier veröffentlichen können. Seid versichert, dass Philipp und ich die Checkliste für gute Anträge beachtet haben.
Natürlich freuen wir uns auch jetzt noch über jedes Feedback. Die Diskussion ist ja noch lange nicht beendet. Denn die Bundesversammlung hat es ja in der Hand, durch Änderungsanträge während der Versammlung den Antragstext zu modifizieren.
Besten Gruß,
Arne

Hier der Antragstext:

Partizipation stärken – Wahlalter senken


Die Bundesversammlung möge beschließen:

Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder möchte die Rechte seiner Mitglieder stärken, aktiv an politi-schen Entscheidungen partizipieren zu können. Deshalb setzt sich der BdP für eine Absenkung des Wahlalters bei allen Wahlen auf kommunaler, Landes-, Bundes- und Europa-Ebene ein.

Antragsteller:

Bundesbeauftragter für Politische Bildung Arne Reißmann

Begründung:

Warum ist eine Absenkung des Wahlalters notwendig?
Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder ist es uns wichtig, die Gemeinschaft, in der wir leben, mitzugestalten. Das gilt natürlich für die Gemeinschaft in unserem Bund, im Stamm, in der eigenen Meute, Sippe oder Runde. Aber es gilt auch darüber hinaus, im ganz gewöhnlichen Alltag. Egal ob im Sportverein, in der Schule, im Jugendring oder bei der Bürgermeisterwahl: Überall, wo Dinge entschieden werden, die uns betreffen, haben wir ein Recht, gehört zu werden.

Kinder und Jugendliche werden in letzter Zeit häufig in so genannten „U18-„ oder „Juniorwahlen“ und ähn-lichen Aktionen dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben und ihrer Meinung so Ausdruck zu verleihen, auch wenn sie an den „echten“ Wahlen nicht teilnehmen dürfen. Der Erfolg dieser Aktionen hat gezeigt: Auch Jüngere sind daran interessiert, mitzuentscheiden, wer die für sie wichtigen Weichen stellt.

Deshalb ist es jetzt notwendig, den Weg konsequent weiterzugehen und das Mindestalter für die Teil-nahme an allen politischen Wahlen zu senken. Nur dadurch erhalten Kinder und Jugendliche eine Stimme, die wirklich zählt. Einerseits gibt es keinen Grund, bisher nicht wahlberechtigten dieses Recht vorzu-enthalten. Und andererseits werden Politiker*innen merken, dass sie sich mehr um die Belange der Jün-geren kümmern müssen, wenn diese als Wählerinnen und Wähler über ihre Wahl mitentscheiden.

Warum sollten wir uns als Pfadfinderbund dazu äußern?
Wir haben uns im BdP zum Ziel gesetzt, unsere Mitglieder dabei zu begleiten, kritische, verantwortungs-bewusste Bürgerinnen und Bürger einer demokratischen Gesellschaft zu werden. Das steht so nicht nur in unserer Satzung, sondern wird auch in unserer pädagogischen Konzeption weiter mit Inhalt gefüllt:
„Demokratie lebt vom Mitmachen. Wir wollen sie als Prinzip stärken, indem wir sie in unserer eigenen Arbeit verwirklichen. Dabei sind wir parteipolitisch unabhängig, betreiben aber politische Bildung und fördern das politische Engagement unserer Mitglieder.“
Aus diesem Selbstverständnis heraus ist es konsequent, wenn wir uns dafür einsetzen, dass durch eine Absenkung des Wahlalters viele unserer Mitglieder zukünftig bei politischen Wahlen mitentscheiden dür-fen.

Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR), viele Landes- und Kreisjugendringe und andere große Jugend-verbände fordern eine Absenkung des Wahlalters. Es ist wichtig, dass gerade auch Jugendverbände ohne staatliche Einflussnahme und frei von parteipolitischen Interessen sich dieses wichtige Anliegen zu eigen machen. Parteien haben kein Monopol auf die Interessenvertretung von Jugendlichen. Gerade Ju-gendverbände wie der BdP können sehr glaubhaft die Meinungen ihrer Mitglieder gegenüber der Politik vertreten.

Was bedeutet das für uns in den Stämmen und Landesverbänden konkret?
Zunächst mal ist es ein wichtiges Signal, wenn wir uns als großer Jugendverband für die Rechte unserer Mitglieder stark machen und eine Senkung des Wahlalters fordern. Deswegen ist schon viel erreicht, wenn wir unsere Position gegenüber Politiker*innen, Landesjugendringen und der breiten Öffentlichkeit vertreten.

Darüber hinaus wird die Bundesleitung die Position mitnehmen in unsere Netzwerke, also beispielsweise den Ring deutscher Pfadfinderinnenverbände (rdp) und den DBJR, und Mitstreiterinnen suchen, um unserem Anliegen noch mehr Gehör zu verschaffen. Indem sich möglichst viele Jugendverbände und andere Organisationen der Forderung anschließen, wird es für Politiker*innen immer schwerer, diese Forderung als Thema einer bestimmten Partei zu behandeln, das man nicht ernstnehmen muss.

Und schließlich bietet die Positionierung eine gute Gelegenheit, das Thema in der politischen Bildungsar-beit in den Stämmen und Landesverbänden und auf Bundesebene stärker zu berücksichtigen. Ideen und Arbeitshilfen dazu existieren bereits und warten darauf, erprobt zu werden!

Weiterführende Informationen:
Mehr Informationen zu diesem Antrag findest du auf mitreden.pfadfinden.de!

Historie des Antrags:
Die Forderung nach einer Absenkung des Wahlalters stand in einem Antrag zur Stärkung der Partizipation im BdP, insbesondere durch Erprobung von ePartizipation, der zur Bundesversammlung 2013 gestellt wurde. Während der Versammlung wurde der Halbsatz, der das Wahlalter betraf, auf Beschluss der Ver-sammlung aus dem Antrag gestrichen. Daraufhin wurde ein Dringlichkeitsantrag gestellt, der die Forde-rung beinhaltete. Diesen Antrag hat die Versammlung aber nicht in ihre Tagesordnung aufgenommen, so dass er satzungsgemäß auf der Tagesordnung der Bundesversammlung 2014 steht.

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Hallo zusammen.
Dass das Herabsenken der Wahlaltern zwischen und auch innerhalb den verschiedensten Parteien so kontrovers diskutiert ist zeigt doch, dass es durchaus unterschiedliche Meinungen und Einstellungen zu diesem Thema gibt. Warum kann es nicht auch im BdP unterschiedliche Meinungen dazu geben? Klar, wir sind ein Verband, der sich für die Jungend, dessen Rechte unter anderem dessen Mitbestimmungsrecht einsetzt. Aber heißt das gleichzeitig, dass wir unseren Mitgliedern eine Meinung aufzwingen sollten? Muss wirklich alles was für den BdP intern gilt auch in der Politik/Restwelt gelten und umgesetzt werden? Unser Verband unterscheidet sich meiner Meinung nach in vielen dingen von den Strukturen in der (polischen ) Umwelt.
Ich glaube, dass es durchaus Mitglieder im BdP gibt, die gegen eine Absenkung des Wahlalters sind. (ja und das obwohl es im BdP anders geregelt ist und sie damit einverstanden sind. Wie gesagt, vielleicht passt es bei uns, das jeder wählen kann, in der Restwelt vielleicht nicht?)
Und eben diese Mitglieder, die gegen eine neue Regelung beim Wahllalter sind sollen dann die Entscheidung des Bundes mittragen obwohl es ihrer Überzeugung widerspricht? Das kann doch nicht in unserem Interesse sein. oder? Wir wollen Kinder und Jugendliche stärken und sie in ihrem Heranwachsen best möglich fördern und fordern. Wir wollen ihnen gleichzeitig natürlch auch gewisse Werte vermitteln. Wir wollen unter anderem ihr politsches Interesse fördern, sie dabei unterstützen und ihnen dafür die verschiedensten (politischen) Wege/Ansichten/Einstellungen zeigen. Aber die Entscheidung zur eigenen Positionierung und Meinung liegt letztlich immer noch bei den Jugendlichen selber. Es ist sicherlich sinnvoll über die Pro- und Contra des jetzigen Wahlalters zu Informieren, auch über die Veränderungsvorschläge und verschiedenen Ansichten zu diskutieren. Aber ich bin der Meinung es geht zu weit den Mitgliedern eine vorgefertigte Einstellung zu präsentieren/aufzuzwingen für die sich dann auch noch auf allen Ebenen einzusetzen haben…
Gruß und gut Pfad,
Christin (LV BY)

Zunächst  einmal finde ich es gut, dass der Antrag vom Bundesvorstand nochmal eingebracht wurde. Denn mich hat, wie einige andere auch, auf der letzten BV gestört, dass das Thema Absenkung Wahlalter quasi in einem Nebensatz des U18-Wahl-Antrages verankert werden sollte. Mir ist es wichtig, dass sich der BdP mit solchen Fragen angemessen beschäftigt und keine „Omnibus-Beschlüsse“ gefasst werden.

Zur Diskussion hier: Mir ist wichtig, dass wir versuchen zwei Dinge zu trennen: Inhaltliche/pädagogische Ziele (nach innen) und Positionen des Verbandes nach außen. Als bundesweit agierender Jugendverband sind wir häufig gefragt, uns zu irgendwelchen Themen zu positionieren, als Mitglieder im DBJR und den Landesjugendringen tun wir das auch ständig. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir diese Positionen zu inhaltlichen Schwerpunkten machen, an unsere Mitglieder herantragen und uns damit die Frage stellen müssen, in wie weit wir sie damit beeinflussen.Als Jugendverband sind wir automatisch Stakeholder in der Jugendpolitik. Das bedeutet, dass wir gefragt sind, unsere Bedürfnisse und Ideen einzubringen, das bedeutet auch, dass die Politik uns stellenweise als Experten zum Thema Jugend und manchmal vielleicht auch als Anwälte der Kinder und Jugendlichen sieht. Wenn wir auf jede Positionierung nach außen verzichten würden, also quasi eine anti-politische Haltung einnehmen, dann müssten wir konsequenterweise auch aus den Jugendringen austreten. Denn eine deren Hauptaufgaben ist es ja, Jugendpolitik zu betreiben und Stellung zu beziehen.
Natürlich gibt es Themen, an denen die Grenze zwischen Positionierung nach Außen und pädagogischen Zielen verschwimmt. Dürfen wir dann nicht mehr inhaltlich zum Beispiel für Umweltschutz, Gender Mainstreaming etc. arbeiten, nur weil einige politische Gruppen diese Themen besetzt haben?

Was die parteipolitische Neutralität angeht, so möchte ich Flipper beipflichten und besonders nochmal darauf hinweisen, dass es ja nicht darum geht, dass wir eine Partei unterstützen, sondern uns für ein Thema stark machen. Wenn uns ein Thema wichtig ist, dann sollten wir das tun. Egal, ob das alle Parteien, eine Partei oder vielleicht auch keine Partei in ihrem Programm haben!

Christin, es geht nicht darum, die Mitglieder dazu zu verpflichten, sich für ein Thema einzusetzen, hinter dem sie nicht stehen. Es geht darum, dass die Personen, welche den BdP kraft ihres Amtes nach außen repräsentieren, einen demokratisch legitimierten Auftrag haben, das zu tun. Das heißt nicht, dass jeder dahinter stehen muss und auch nicht, dass man das nicht kritisch hinterfragen und diskutieren soll.

Lasst uns den Mut haben, uns nach Diskussion in den entsprechenden Gremien und somit demokratisch legitimiert, gesellschaftlich zu positionieren! Lasst uns unserer Aufgabe und Verantwortung als Jugendverband gerecht werden.Und vor allem lasst uns vermeiden, aus Angst vor jeder Art von Positionierung quasi gesichtslos zu werden. Beim Thema „interkonfessionell“ (was eben nicht anti-konfessionell bedeutet) haben wir heute schon das Problem, dass das Thema genau aus diesem Grund fast völlig aus der inhaltlichen Arbeit verschwunden ist.

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Moin zusammen,

Danke für das Feedback Flipper.

Also, wo setz ich an.

1.     
Ich kenn mich zu wenig im Norden oben aus um da
die Positionierung der einzelnen Landesverbände der Parteien intus zu haben,
aus bayerischer Sicht kann ich dir sagen, dass das Thema  sehr wohl parteipolitisch besetzt ist. Was die
Anmerkung mit Hr Friedrich anbelangt. Es ist richtig, dass es Einzelstimmen
gibt, die solche Überlegungen ins Gespräch bringen, aber es gibt keinen
Parteibeschluss in dieser Richtung.

2.     
Zu der Thematik „Mut wagen“ : Das Thema ist
dadurch ,dass es ein politisches Statement ist eigentlich eine
Basisentscheidung. Wurde es flächendeckend in die Stämme getragen, vermutlich
nicht ausreichend. Dafür hätte man das ganze koordiniert in den Landesverbänden
thematisieren sollen.

3.     
Mit so einem Beschluss würde man das für für
politische Positionierungen des BdPs aufmachen-> wo zieht man die Grenze zu
welchen Themen und wer trifft diese Entscheidungen? Die BV?.. Also tut mir
leid, wenn ich Debatten über politische Statements haben möchte geh ich zu meim
Bürgermeister aufn Kaffee oder ins Abgeordnetenbüro oder zum wöchentlichen
Stammtisch

4.     
Es hat durchaus einen Sinn, dass der Gesetzgeber
Jugendlichen die Volljährigkeit erst ab 18 Jahren zuspricht. Einfach, weil es
sehr viele Bereiche gibt, von denen man Sie noch fernhalten möchte- nicht weil
man es Ihnen nicht gönnt, sondern weil Jugendliche oft die Tragweite Ihrer
Entscheidungen nicht überblicken können. [Exkurs- Bis vor kurzem war es so
,dass man sich nach der Schule für Zivi oder Wehrdienst entscheiden musste,
d.h. dass ein Gymnasiast im Schnitt mit ca 20-21 Jahren in Die Lehre oder ins
Studium ging. Durch die zusätzliche Zeit konnte er Erfahrungen sammeln und sich
überlegen, wo er hin möchte- Heute hast du z.B in BY mit dem G8 Jugendliche,
die teilweise noch nichtmal 18 sind und an die Uni gehen und mehr als die
Hälfte von Ihnen es nach einem Semester schmeißt]

5.     
Aber die wohl wichtigste Frage ,die ich jedem,
der für diesen Antrag spricht stell: „Wer von euch macht denn Kommunalpolitik?
Wer von euch geht denn Regelmäßig in Fraktions- Gemeinde- Stadtratssitzungen,
wer von euch lässt sich im Kreis – und im Bezirkstag sehen und hört dort zu ,
bzw debattiert mit? Und noch viel wichtiger- 
Wer von euch setzt sich denn jede Woche hin und arbeitet die Satzungen
und Tagesordnungen der bevorstehenden Beschlüsse in den Kommunalen Gremien auf,
so dass ihr eigentlich einen fundierten Einblick in die Thematik habt, wie
tiefschürfend und komplex die dort getroffenen Entscheidungen sind? Ich für
meinen Teil mach das und ich sag euch eins, ich könnt mir weiß Gott
stellenweise interessanteres vorstellen, als mal wieder 3Std über
Abwassersatzungen o.ä. zu reden und Beitragssätze durchzurechnen und meine
Feierabende könnt ich mir auch echt schöner vorstellen als mich durchgehend mit
politischen Themen zu beschäftigen. Die Jugendlichen haben noch nicht einmal
den Bedarf sich solche Informationen zu holen und mit den Thematiken intensiv
auseinanderzusetzen ( die Vielzahl der Volljährigen übrigens auch und das sind
oft die, die am lautesten schreien) auseinanderzusetzen.

6.     
Zum Thema Trageweite der Entscheidungen nochmal-
ich kann mir übrigens sehr gut vorstellen ,dass dann viele aus Jux einfach nur
die Extremen Randgruppierungen wählen .

Ich befürworte das Ziel des Antrags sehr. Den Interessen der Jugendlichen und Kinder soll nicht nur mehr Gehör geschenkt werden, sondern diese sollen auch durchgesetzt werden. Die Herabsenkung des Wahlalters halte ich aber für keinen guten Weg. Über das Warum soll es hier jetzt aber nicht gehen. Ich bin dagegen, dass sich der BdP so klar zu einer Meinung bekennt und es die Aufgabe der Mitglieder sein soll, diese Meinung gegenüber anderen zu vertreten. Bisher fühle ich mich frei im Verband. Wir alle haben die gleichen “Ziele”, die in der pädagogischen Konzeption festgehalten sind. Durchsetzung der Ziele, Meinungen, Vorlieben - alles andere - ist jedem selbst überlassen. Nach diesem Antrag muss ich sagen: “Der BdP sagt blabla, aber ich sehe es ganz anders.” Das will ich nicht! Und so soll es nicht sein! Wenn sich der “BdP” (soll heißen die Mehrheit auf der BV) für diesen Antrag entschließt, fühle ich mich bevormundet - mir wird “von oben” vorgeschrieben, welche Meinung ich zu haben habe.
Im Übrigen finde ich es paradox, dass eine kleine Gruppe (Bundesdelegierte) über einen Antrag entscheiden darf, in dem es darum geht, dass ALLE Interessen gehört und berücksichtigt werden. Die Entscheidung der Bundesdelegierten ist nicht repräsentativ für die Meinung aller Mitglieder, da weder LV-Delegierte noch BV-Delegierte danach ausgewählt wurden, wie sie für diesen Antrag stimmen.

Von diesem Weg bzw. Antrag halte ich nichts. Interessen der Kinder und Jugendlichen auf andere Weise stärken finde ich gut. (Und das tut wahrscheinlich auch sonst jeder, der für oder gegen den Antrag ist.)

Beste Grüße und gut Pfad,
Ann-Katrin

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Hallo,

@ Jo: Wieso sollte der BdP keine Statements mit politischem Inhalt abgeben dürfen? Solange diese
im Interesse ihrer Mitglieder sind, sollte der BdP so etwas tun - und er macht
es auch. Z.B. wenn es um Verteilung von Fördermitteln geht (das ganz konkret in
Richtung Politik) oder wenn es, wie Guschtel schon richtig gesagt hat um Themen
wir den Ernährungskodex, Naturschutz oder Geschlechterrollen in der
Gesellschaft geht (diese eher in Richtung einer breiten Öffentlichkeit). Für
mich stellt sich also nicht die Frage, ob sicher der BdP politische Statements
erlauben darf und soll, sondern ob er damit im Interesse seiner Mitglieder
handelt. Das sollte die Frage sein…

Argumente Pro und Contra zu einer Absenkung des Wahlalters gibt es weißgott genug, die will ich
jetzt nicht alle hier aufzählen. Was mich persönlich am meisten Überzeugt hat,
ist die Tatsache, dass man damit der Jugend mehr Gewicht in der Waagschale gibt.
Wenn es zukünftig um die Interessen von 
2 -4 Millionen potentiellen Wählerstimmen geht, überlegen sich Parteien
sicher etwas gründlicher die Eckpunkte und Maßnahmen ihrer Kinder-und
Jugendpolitik. Man gibt der Lobby der Jugend (z.B. den Kreis-, Stadt- und
Landesjugendringen) mehr Einfluss (wie geil wäre es denn, wenn sich die gute
Frau Merkel mal so vehement für die Jugend einsetzen würde, wie sie es für die
Automobilindustrie oder die Autofahrer in Deutschland tut :slight_smile: - ADAC: 20
Milionen Wählerstimmen, Deutschlands Jugend: Keine Einzige…

Was die Frage des Engagements betrifft: sicher gibt es zu wenige Jugendliche die sich für Politik
interessieren. Wenn man diesen Jugendlichen aber eine konkretere Stimme gibt
auf die die Politik hören muss - weil sie von ihr abhängig ist - motiviert das vielleicht
manchen, sich etwas mehr mit dem Thema zu beschäftigen. Sicher nur eine
Hoffnung, aber besser als nichts tun.

@Ann-Katrin: Wenn du möchtest, dass “den Interessen der Jugendlichen und Kinder […] nicht nur
mehr Gehör geschenkt werden, sondern diese […]auch durchgesetzt werden
[sollen]”, dann verstehe ich nicht wieso du den Interessen von Kindern und
Jugendlichen nicht mehr Gewicht geben willst. In unserem politischen System
sind Wählerstimmen eine effektive Methode, jemandes Interessen zu stärken.

Wieso bevormundet der BdP seine Mitglieder, wenn die Bundesversammlung etwas entscheidet? Die
"kleine Gruppe" Bundesdelegierter wurde nun mal nach dem
Wahlverfahren des BdP gewählt… Wenn du mehr “direkte Demokratie” auf
Bundeseben möchtest, ist das doch ein anderes Fass… Und wieso sollten
Delegierte quotiert nach ihrer Einstellung zu dem Antrag gewählt werden? Das
ist doch wohl völlig Absurd. Du wählst einen Delegierten, weil du ihm
persönlich dein Vertrauen aussprichst, dass er in deinem Interesse handelt -
die Freiheit der Entscheidung liegt bei den Delegierten!

Lieben Gruß
Flipper

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Habe die Ehre,
Danke für das Feedback Flipper.

Gut, verlagern wir die Thematik vom inhaltlichen des Themas wieder mehr auf das äußere Ganze ( Aber das kann man gern bei einem Getränk mal diskutieren Flipper, weil um die potentiellen Wählerstimmen gehts bei der Geschichte nicht. - Mach mal den Selbstversuch bei dir und Arbeite mal einen gewissen Zeitraum alles, was auf kommunaler Ebene passier [Gemeinde/Stadt,Kreis,Bezirk] auf und dann zieh mal ein Fazit Zwecks der Komplexität und Reichweite der zugegebenermaßen oft eher trockenen Themen)- Aber das Äußere Ganze :

Ich lese unsere Satzung so, wie oben erwähnt.
Für mich hat sich der BdP nicht politisch zu äußern.

Da stimm ich Ann- Katrin zu, da ist das bestehende Verfahren absolut nicht das richtige.

Weil die Bundesdel… und die LV del. werden demokratisch gewählt, dass ist richtig, aber: Sie werden nach ganz andern Aspekten gewählt. Du wählst jemanden ,weil du denkst er kann deine Interessen hinsichtlich des Verbandes vertreten.
Nicht hinsichtlich seiner politischen Meinung.

Dementsprechend erachte ich das bestehende Verfahren, wenn sich der BdP dazu entschließen würde, politische Statements abzugeben ( was ich ja unschwer, wie man aus den genannten und noch wesentlich mehr Gründen erkennen kann, ablehne) für völlig unzureichend und falsch.
Außerdem steht oft zu den Landesversammlungen noch gar nicht fest ,welche Anträge auf der BV zur Thematik kommen und du kaufst dir damit deine Delegierten in der Hinsicht quasi im Sack ein.

Kann schon sein,dass ein Delegierter sein Maul aufbekommt und kritische Fragen stellt, aber z.B. sich zu einem Antrag mit politischen Belangen wesentlich anders äußert,als du es getan hättest.

Wo ist da die Interessensvertretung.
Außerdem würdest du damit der Politisierung des Verbandes wesentlichen Vorschub leisten.

Ganz konkretes Beispiel- dieser Fall:

Ich bin als Delegierter gewählt worden , weil eine Vielzahl der Meinung war,dass ich die pfadfinderischen Interessen aus bayerischer Sicht gut vertreten kann.
Gleichzeitig kann ich dir sagen, dass es mir absolut nicht wohl ist, über politische Thematiken abzustimmen, wo ich weiß, das einige , die mich gewählt haben um ihre Interessen vertreten zu sehen , ganz anders zu der Thematik stehen.

Natürlich kann man argumentieren " ja die andern Verbände machen das doch auch und die Parteien auch" - pipapo…
Natürlich machen Parteien das anders, aber da hat das auch eine grundsätzlich andere Struktur und die Wertebasis der Mitglieder ist wesentlich “uniformer” als in einem vielfältigen und multikulturellen Verband wie dem unseren !
Und im Endeffekt kann uns in diesem Punkt völlig egal sein, was die anderen Verbände machen,
wir sind uns und unserem Verband verantwortlich und niemanden sonst.

Dementsprechend muss man hier sehr wohl trennen, ob ein Delegierter fachlich die Interessen des Verbandes vertritt oder aufgrund seiner politischen Meinung eine Entscheidung fällt.

Ich fand das immer wichtig, Politik aus der Pfadfinderei herauszuhalten.
Natürlich debattieren wir im Stamm oft über politische Themen und sprechen über gesellschaftsrelevante Themen,
aber das geschieht immer auf einer neutralen, sich selbst überlassenen meinungsbildenden Ebene.

Ich würde mich auch niemals auf Parteiveranstaltungen mich äußerlich als Pfadfinder zu erkennen geben, weil’s dann wieder heißt " ah siehste, die Pfadfinder sind schon wieder bei den Roten/Grünen/Schwarzen"

Ich würde diesem Antrag( aus meiner SIcht gehört der zurückgezogen)
einen Grundsatzantrag vorschalten, in dem eine Mitgliederbefragung durchgeführt wird, ob der BdP sich als Verband zu politischen Themen äußern soll und darf.
Und v.a. falls sich dafür eine Mehrheit finden sollte- wie das ganze zu geschehen.

ob das dann jedesmal via Mitgliederentscheid , Landesverbandsbeschluss oder doch den BV Delegierten, oder einer völlig andere Methode überlassen sei.

Und erst wenn die ganzen Fragen geklärt sind,
würde ich es überhaupt wagen einen Antrag zu einem politischen Statement zu stellen…
von mir aus auch zu diesem Thema.

Aber was ich auf gar keinen Fall machen würde ist,
dass ich in EINEN Antrag, wie es hier der Fall ist, 3 unterschiedliche Dinge reinpack
a) die Grundsatzentscheidung ob der BdP sich politisch äußert
b) indirekt das Verfahren über das so etwas dann geregelt wird
c) eine inhaltliche Thematik.

Achja ein Nachtrag noch zu den Jugendringen ( ich weiß eben nicht von wem der Punkt kam, und ich les das jetzt nicht mehr nach).
Wenn man ganz konsequent wäre und nicht auf das Geld angewiesen wäre und auf die gesellschaftlich/rechtlichen Vorzüge, müsste man dort aussteigen.

Grüßla,
Jo

@Flipper: Nur weil ich gegen die Herabsenkung des Wahlalters bin, heißt das nicht, dass ich den Interessen von Kindern und Jugendlichen nicht mehr Gewicht geben will. Ich will, dass das auf eine andere Weise geschieht. Wie gesagt, warum ich das so denke, ist eigentlich nicht relevant. Relevant ist, dass schon allein wir zwei unterschiedliche Meinungen haben und bei den restlichen BdPlern wirds nicht groß anders aussehen. Deshalb finde ich, dass sich der BdP keine Meinung auf die Fahne schreiben sollte, wenn doch die Mitglieder alle unterschiedlich denken.

Zu Deinem zweiten Punkt: Ich vertraue darauf, dass die Bundesdelegierten nach eigenem guten Gewissen entscheiden und sich bei Diskussionen einbringen. Ich will deshalb das Wahlsystem nicht grundsätzlich in Frage stellen. Ich halte es aber nicht für geeignet, wenn es darum geht, über Meinungen abzustimmen. Ich weiß gar nicht, wie ich zu einer Erklärung dafür ansetzen soll, weil es mir so unglaublich vorkommt, dass tatsächlich über so was abgestimmt werden soll. Die Bundesdelegierten sind einfach nicht für die Gesamtheit der Mitglieder repräsentativ und das sollten sie bei so einer Entscheidung sein. Ganz abgesehen davon, dass ich “so eine Entscheidung” für absolut unangebracht halte.

Ich hätte es gut gefunden, wenn vor diesem Antrag intensive Aufklärungsarbeit über die Herbsenkung des Wahlalters in den Stämmen und auf Landesverbandsebene betrieben und ein Meinungsbild eingeholt worden wäre, anstatt einfach relativ kurzfristig so einen Antrag einzureichen. Das entsagt allen ein Rederecht, die nicht hier reinschreiben wollen (oder gar nicht wissen, dass das geht) oder nicht BV-Delegierter sind. Schade.

Jedesmal, wenn mir dieser Antrag einfällt, bin ich einfach nur verwundert, warum irgendjemand diese Idee hatte…