Genau, die Debatte gleich einstellen, dafür bin ich. Ich gehe nicht auf alle Zitate ein, das würde hier den Rahmen sprengen. Es sei denn du wünschst dir das konkret zu dem ein oder anderen Punkt noch einmal. Ich versuche im Kern den Punkt zu treffen, wo wir beide auseinandergehen.
Ich möchte Pfadfinderei (=BdP) und Pfadfinder voneinander trennen. Pfadfinderei ist ein Ideal, dass Menschen nur schwer erreichen können, dem wir uns aber verschrieben haben und das wir zu erreichen suchen. Basierend auf den ethischen Regeln.
Pfadfinder sind Menschen. Die einen sind absolut überzeugte AfD-Gegner, die anderen mögen die AfD aus irgendeinem Grund. Gehen wir bei Letzterem in unserem Bund mal von 10% aus und dazwischen gibt es noch gaaanz viele andere Meinungen. Menschen können irren. Ihr Verhalten kann interpretiert und ausgelegt werden. Ich frag mich mit meiner Lebenserfahrung langsam, inwiewit Menschen überhaupt fähig sind, etwas nachhaltig richtiges zu. Man kann das richtige aus den falschen Gründen tun. Man kann das falsche aus den richtigen Gründen tun. Heiligt der Zweck die Mittel? Alles Fragen, auf die die Philosophen unserer Zeit noch keine Antwort haben. Warum sollte ich also eine haben?
Ich kann nur sagen: Menschliches Verhalten wird oft von Fehlern begleitet. Gerade in der Politik. Je überzeugter ich von meiner Meinung bin, desto extremer wird es irgendwann auch. Das ist eine logische Konsequenz. Ich zitiere mal den Wöli mit dem Plakat :„Fck Nazis“ (Seite 9 in der Pfade). Ist das richtig? Nazis zu f*cken? Ihnen zu schaden? Ihnen womöglich Gewalt anzutun? Sie zu töten? Ist es das, was wir unserer Jugend vermitteln wollen?
Menschen können diese Meinung vertreten. Pfadfinderei sollte gegen Gewalt stehen.
Dass im Ramen der Politk aber regelmäßig eher die Menschlichkeit hintenansteht. Das würde ich unterschreiben. Dadurch bin ich nicht automatisch politikverdrossen. Parteien arbeiten in der Regel gegeneinander. Ethik arbeitet miteinander. Und wenn ich es schaffe meinem ärgsten Feind Verständnis, Liebe und Mitgefühl entgegen zu bringen. Dann habe ich wirklich was geschafft. Das werdet ihr in der Politik aber nicht finden.
(Fehlverhalten gehört bestraft, dafür gibt es Gerichte. )
Wenn sich der Bund positioniert, wird ein Spalt zwischen diese Menschen getrieben, die anders denken als ihr. Ihr solltet weniger Zeit darauf verwenden, von eurer Meinung zu überzeugen. Das machen Politiker. Ihr solltet euch mehr Zeit nehmen, euch in das Gegenüber hineinzuversetzen, welches ihr am wenigsten nachvollziehen könnt. Diese Menschen sind nicht zwingend dümmer oder unmenschlicher.
Und nein, man ist nicht automatisch ein Verräter, wenn man sich nicht selbst treu bleibt. Einem Verräter unterstelle ich Vorsatz und Absicht. Wie schon mehrfach betont, glaube ich euch, dass ihr an eure Sache glaubt. Aber ihr vertretet nur einen gewissen Teil der politischen Meinung im BdP. Ihr könnt nicht für alle sprechen. Es gibt so viele Abstufungen und Grautöne in der heutigen Debatte. Auch aufgrund unendlich vieler Informationen, die niemand ganz gelesen haben kann. Irgendjemand wird sich verletzt fühlen. Ich orientiere mich an offiziellen Einstufungen zum Thema Rechtsextremismus und positioniere mich gegen Extremismus im Allgemeinen. Das sollte für die politische Debatte genügen. Warum genügt es nicht?
Daher: Konzentrieren wir uns auf das was uns vereint. Und das sind die Pfadfinderregeln ohne politische Debatte.
Aber so ist die Jugend. Ambitioniert und überzeugt: Find ich gut! Von daher, ihr könnt ja alle Politik machen. Euch dafür stark machen. Ich halte euch nicht auf, euch privat oder mit originär politschen Organisationen gegen die AfD zu positionieren, auch das (Stellung gegen Oppositionen) muss eine Demokratie aushalten.
Aber haltet bitte die Pfadfinderei und den Bund da raus und lasst sie politisch unabhängig. Und wenn der Bund von Geldmitteln und politischen Entscheidungen bereits abhängig ist, dann sollten wir erstmal daran arbeiten, dass dem nicht mehr so ist. Das wäre eine wichtige Todo für die Zukunft.
Ich sehe es schon so, dass man zum politischen Akteur wird, wenn man politische Stellung bezieht.