Lieber Siggi,
ich habe das Ganze keineswegs als ‚Sache von „einer Stunde Aufwand plus Porto“ dargestellt‘. Das war eine Antwort auf @Mammen, die die Frage gestellt hat, was für ein Mehraufwand auf die Stafüs zukommen sollte. Kein Problem, ist auch nicht ganz einfach bei so vielen Kommentaren den Überblick zu behalten.
Finde die ganze Debatte trotzdem emotional absolut aufgeladen. Es ändert sich für die meisten Menschen im Bund absolut gar nix. Niemand wird gepflockt, wenn er oder sie (ich gehe mal davon aus, ich kann mir hier das Gendern sparen) weiterhin „Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder“ sagt. Am einfachsten ist eh „BdP“. Bei der Presse vllt „BdP, aber bitte mit kleinem d, ganz wichtig“.
Schließ doch bitte nicht von deiner persönlichen Meinung auf andere Stämme. In vielen Stämmen gibt es Menschen, die von dieser Änderung betroffen sind und es gibt außerdem ja auch einige Menschen, die durch eine Anpassung unserer Namens an unsere Werte motiviert werden könnten zu uns zu stoßen. Außerdem ist das Thema seit mehreren Jahren auf Landes- und Bundesebene enorm präsent geworden. Deine Darstellung, die BV würde völlig losgelöst von den Stämmen irgendwelche Dinge entscheiden um den Mitgliedern das Leben zu erschweren, drückt eher ein Unverständnis und eine fehlende Beschäftigung mit den aktuellen Entwicklungen im Verband aus.
Und auch hier: die Pfadfinderei und auch der BdP sind politisch, das waren sie schon immer. Du verwechselst parteipolitische Ungebundenheit mit einer „unpolitischen“ Haltung, die es so nicht geben kann. Ich bin ehrlich gesagt etwas verwundert, dass man das jemand mit 45 Jahren Erfahrung im BdP erklären muss. Vlt. hilft ja dieser kleine Text: Was ist Politik? | einfach POLITIK | bpb.de
und auch @Harald: Was hat denn die Spaltung der 70er und die Weimarer Republik konkret mit einer inklusiveren Gestaltung unseres Verbandsnamens zu tun?
Und auch hier: die Pfadfinderei und auch der BdP sind politisch, das waren sie schon immer. Du verwechselst parteipolitische Ungebundenheit mit einer „unpolitischen“ Haltung, die es so nicht geben kann.
Es mag deine Meinung – damit deine Wahrheit – sein. Aber dadurch wird sie noch lange nicht zur objektiven. Und ganz nebenbei gefragt: Was genau trägt das eigentlich zum Punkt von @floh bei?
Zu deinem Punkt:
Natürlich ist „Politik“ ein vielschichtiger Begriff, aber die Aussage „Politik ist Handeln in Gruppen von Menschen“ greift sehr kurz. Das ist eine soziologische Minimaldefinition, die zwar Aspekte von Kollektivität betont, dabei aber zentrale Dimensionen wie Macht, Konflikt, Entscheidungsprozesse, Institutionen oder normative Zielsetzungen ausblendet.
Nicht jedes kollektive Handeln (wie in deinem Link dargestellt) ist automatisch politisch – sonst wären Pizza bestellen oder gemeinsam Serien schauen auch „Politik“. ![]()
Ob und wie ein Verein wie der BdP ein politischer Akteur im engeren Sinne ist, ist diskutabel – und genau darüber kann man sprechen. Aber das ersetzt nicht die Auseinandersetzung mit dem inhaltlichen Punkt, den Floh aufgeworfen hat. Im Gegenteil: Es wirkt wie eine Ablenkung.
Natürlich gibt es im BdP politische Elemente – etwa demokratische Entscheidungsverfahren oder die Vermittlung bestimmter Haltungen (wobei mir der zunehmende Haltungsmoralismus durchaus problematisch erscheint – auch das wäre diskutierbar). Aber das gesamte Tagesgeschäft der Werterziehung pauschal als „politische Handlung“ zu bezeichnen, ist eine Interpretation, kein Fakt.
Ich würde viele dieser Aspekte eher der Ethik als der Politik im engeren Sinne zuordnen.
Statt sich in definitorischen Grundsatzfragen zu verlieren, wäre es deutlich zielführender, auf die konkret geäußerten Sorgen einzugehen – das würde der Diskussion wirklich weiterhelfen… auch wenn diese sich zugegeben mehr und mehr vom eigentlichen Antrag entfernt. ![]()
Noch ein Gedanke dazu:
Im Kern ist das auch mein eigentlicher Kritikpunkt: Wo will der BdP hin?
Werterziehung ist für viele in erster Linie eine ethische Aufgabe – sie berührt zwar politische Themen, ist aber nicht per se politisch.
Problematisch wird es, wenn Werte gezielt im Kontext gesellschaftlicher Auseinandersetzungen positioniert oder unmittelbar mit konkreten politischen Forderungen, Parteipositionen oder ideologischen Leitlinien verknüpft werden – etwa in Debatten rund um Klimapolitik, Genderfragen oder Kapitalismuskritik.
Dann entsteht ein politischer Gehalt, den viele – durchaus berechtigt – nicht mittragen möchten, weil sie den Fokus auf ethische Orientierung und individuelle Persönlichkeitsbildung legen.
Und genau in dem Moment, in dem Werte instrumentalisiert oder eindeutig politisch aufgeladen werden, entfernt sich der BdP (aus meiner Sicht) von dem, wofür er einmal stand.
Ich sage nicht, dass wir schon dort sind.
Ich sage nur: Für mich zeichnet sich eine Tendenz in diese Richtung ab – und genau das lehne ich ab.
Hallo Lukas,
Vielen Dank für deine ehrliche und ausführliche Antwort. Auf ein paar Punkte möchte ich nochmal eingehen.
Zu folgenden Abschnitt:
Ein Antrag in lediglich zwei Landesverbänden zeigt für mich keinen großen Konsens zu dem Thema. Du schreibst selbst, dass der Bund und die LVs sehr unterschiedlich sind, der Meinung bin ich auch. Daher bin ich mir unschlüssig ob in allen LVs solch ein deutliches Abstimmungsergebnis zu Stande kommen würde.
Zum zeitlichen Aspekt:
Ja das stimmt, der Antrag wurde vor der Antragsfrist gestellt. Das ändert meine Meinung aber nicht, dass für solche Anträge den Delegationen, LVs und Stämmen mehr Zeit eingeräumt werden soll.
Zur Meinungsfindung:
Ich gebe dir recht, nur eine Umfrage in der pfade würde vermutlich ein verzerrtes Bild bringen. Ich würde diese Umfrage nur als Zusatz sehen. Ein echtes Meinungsbild der Stämme würde man meiner Meinung nach nur in einer Umfrage, die die Stammesführungen ausfüllen bekommen.
Daran anschließend möchte ich gerne auf Folgendes eingehen:
Ich sehe ehrlich gesagt in einer Abstimmung für die Stammesführungen keine große Mehrarbeit.
Folgendermaßen stelle ich mir den Arbeitsaufwand für die Stämme realistisch gesehen vor:
Der Antrag wird von euch Antragstellern, den LVs oder dem Bund den Stammesführungen zu kommen gelassen. Die Stammesführung trägt den Antrag und dessen Inhalt in den Stammesrat und erfragt ein Meinungsbild. Anschließend füllt die Stammesführung die Umfrage aus und schickt sie ab. Das sollte, denke und hoffe ich, jeder Stammesführung möglich sein durchzuführen.
Bis zur BV im Mai ist dies vermutlich nicht mehr flächendeckend möglich. Wie in meinem konkreten Lösungsvorschlag in meinem ersten Kommentar dargestellt, sehe ich es als realistisch an die Stammesführungen mit der Umfrage nicht zu überarbeiten
Mit dieser Aussage machst du dir es/ihr es euch meiner Meinung nach zu einfach. Ich verstehe es und kann es gut nachvollziehen, wenn du als Stammesführung und LB zum jetztigen Zeitpunkt nicht die Ressourcen hast eine groß angelegte Umfrage durchzuführen. Hier wäre es meiner Meinung nach im Vorfeld sinnvoll gewesen Bundesvorstand und Landesvorstände ins Boot zu nehmen. Die Landesvorstände haben die Kontaktdaten ihrer Stammesführungen und können die Umfrage problemlos weiterleiten.
In unserem LV werden auch die Anträge der BV normalerweise in der Delegation vorher besprochen. Ich war bereits einige Male in unserer Delegation für die Bundesversammlung, in einem Fall wie diesem wäre ich persönlich froh nicht nur aus meinem (meist richtigen) Gefühl raus „was könnten meine Stämme denken“, abzustimmen. Es geht hier nicht um einen inhaltlich „kleinen“ Antrag wie ob das Wölflingsabzeichen rund oder eckig ist (sorry ;)), sondern um die Änderung unseres Namens. Dafür darf und sollte ruhig mehr Zeit und mehr Platz für Diskussionen innerhalb der Stämme und LVs geschaffen werden.
Ich finde es richtig, dass man als Deligierter das freie Mandat hat. Wie schon erwähnt bin ich trotzdem ein sehr großer Freund davon mit Stämmen Rücksprache zu halten und deren Meinung einzuholen. Nur so kann der Landesverband durch die Deligierten repräsentativ vertreten werden. Deligierte nach ihrer Haltung zu bestimmten Themen zu wählen sehe ich als unrealistisch und als ein wenig Wunschedenken an. Zumindest zum Zeitpunkt unserer LV stehen meist noch keine oder nur sehr wenige Anträge fest und wenn man die Person nicht sehr gut kennt, weis man ja auch nicht wofür diese genau stehen.
Damit komme ich auch zum nächsten Punkt
Ich bin mir nicht sicher, ob du dich verschrieben hast, ich es falsch verstehe, oder es wirklich so gemeint ist.
Es ist dir egal was die Stämme darüber denken??? Das finde ich ehrlich gesagt ganz ganz schwierig. Unser Bund und unsere LVs leben von dem Stämmen, nicht andersherum. Es kann, darf und soll und auf garkein Fall egal sein was Stämme denken. Wo kommen wir denn dann hin? Diesen Weg einzuschlagen erachte ich als brandgefährlich. Bitte bezieh da nochmal Stellung dazu, vielleicht habe ich diesen Satz so wie er da steht ja auch missverstanden.
Deine weitere Begründung interpretiere ich dann so, dass die beschlossene Namensänderung still und langsam in die Stämme reinsickern soll. Der Bund heißt Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder oder Bund der Pfadfinder*innen… ein Prozess sehe ich da nicht, entweder oder, was dazwischen gibts nicht. Dass alte Flyer weiterverwendet werden usw. sehe ich nicht als Prozess an sondern als ein Schonen von Ressourcen.
Zum CD:
Danke für deine Erläuterung zum Arbeitsaufwand beim CD. Es wird für mich deutlich, dass es viel Arbeit ist.
Dein folgendes Zitat
zeigt ja aber, dass eine Vertagung des Antrages auf nächstes Jahr prinzipiell kein sehr großes Problem wäre.
Gut Pfad
Jakob
Guten Abend @JakobS, neuer Abend und damit eine neue Antwort, nun komme ich wieder dazu und möchte gerne auf deine Fragen und Punkte wieder eingehen.
Einige Punkte lasse ich unerwähnt. Das meine ich gar nicht respektlos oder, dass ich diese Argumente nicht sehe/nachvollziehe. In manchen Punkten würde ich mich nur wieder im Kreis drehen. Ich glaube, dass wir an einigen Punkten unterschiedlicher Meinung sind und unterschiedliche Thesen darlegen, die Argumente dazu aber großteils ausgetauscht haben. Mir ist es eben aber grds. weiter im Gespräch zu bleiben um sich so aufeinander zu zu bewegen.
Aus meiner Erfahrung als LB Stämme in Niedersachsen würde ich sagen, dass die Rücklaufsquoten von Stämmen sehr mager und überschaubar sind. Ich habe nicht die Erfahrung, dass ich ein Thema in die Stämme reingebe und dann zeitnah von allen bzw. der Mehrheit der StaFüs eine Rückmeldung kriegen würde. D.h. nicht, dass ich es nicht sinnvoll erachte über Partizipationsmöglichkeiten der Stämme nachzudenken und zu diskutieren. Mir ist es als LB Stämme unfassbar wichtig gewesen Perspektiven einzuholen und mir ist es auch als StaFü wichtig Perspektiven jetzt einzubringen. Ich persönlich finde mich aber in dem jetzigen System gut zurecht. Ich kann mich äußern, ich kann nachfragen, wo ich etwas finde, ich kann die Diskussion ohne Anmeldung nachlesen - ich muss aber nicht.
Ist dies die beste Form der Partizipation für Stämme? Kann man diskutieren, da bin ich super offen für, aber ich glaube es ist eine Prozessfrage, eine langfristige Entwicklungsfrage. Wollen Stammesführungen beteiligt werden? Wo driftet Partzipationswille und persönliche Ressourcen auseinander? Ist es fair, dass wenn ich als StaFü gerade keine Kraft habe mich zu äußern, ich auch nicht berücksichtigt werde? Alles sehr zugespitzte Fragen, ohne Frage, aber ich will damit deutlich machen, dass dieser Prozess nicht einfach nur ein ich verschicke eine E-Mail mit einer Umfrage für mich ist.
Starte gerne diesen Prozess, ich tausche mich super gerne dazu aus, überlege mit und denke mit, aber es ist für mich ein eigenständiger Prozess.
Mein Landesvorstand ist involviert, ich habe den Antrag Rückgesprochen. Wir waren zum jetzigen Zeitpunkt nicht der Auffassung, dass ein Prozess so breit angelegt sein muss, sondern, dass unsere bisherigen Strukturen im Umgang mit Anträgen ausreichen. Ebenso habe ich vor Antragstellung und Einbringen in die Antragsgruppe an den BuVo mit der Frage gewandt, ob er einen Umbenennungsantrag schreibt. Mein Ziel sich mit anderen Menschen, die Interesse an dem Antrag haben, zu vernetzen. Die Rückmeldung war, dass kein Antrag vom BuVo gestellt wird, weil man diesen Antrag nicht top to bottom als Bundesvorstand stellen möchte, sondern, dass er möglichst von „unten“ kommen soll. Eine grundsätzlich andere Diskussionsform zu einem solchen Antrag wurde nicht diskutiert. Meine Partizipation ist genauso in diesem Antrag gewesen. Ich habe die Idee in einem STammesrat bei mir durchdiskutiert ein positives Signal erhalten, habe mich in die Antragsgruppe eingebracht, habe einen Positionsantrag auf LV Ebene eingebracht und stehe jetzt hier als Antragsteller dahinter - ich fühle mich durch diesen Weg legitimiert diesen Antrag einzubringen. Ich sehe für mich nicht die Notwendigkeit eine Legitimation von allen Stämmen einzuholen in Form der Umfrage, dass ich diesen Antrag mit stelle.
Die Frage ist nun, wie du auch so glaube ich, bereits geschrieben hast, nicht die Frage, ob es legitim ist diesen Antrag in diesem Jahr zu stellen, sondern, ob die Delegierten sich in der Lage fühlen über den Antrag jetzt beschließen zu können. Hier sehe ich vor allem eine Hauptverantwortung bei den Delegationen und den Delegationsleitungen.
Und dazu hat jeder Delegierter jedes Recht und das soll ersie super gerne wahrnehmen. Ich finde es richtig gut, wenn die Menschen die Zeit, die meines Erachtens noch deutlich ausreicht, seitdem der Antrag gestellt wurde, nutzt und bei sich rumfragt, im eigenen Stamm, auf dem Kurs, bei den Freundinnen und und und! Ich glaube, dass der Austausch genauso viel bringen kann und einen ähnlichen Effekt haben kann, wie eine Umfrage für die wir erst noch neue Partizipationsstrukturen bräuchten.
Nein, das tut mir leid, dass das so rüber kam. Auf gar keinen Fall! Ich wollte irgendwas doppelt negieren, das ist wohl schiefgegangen. Ich stimme dir in der weiteren Begründung vollkommen zu, lebe das als Pfadi auch selbst und bin bspw. nach dem LB Posten wieder zurück in einen Stamm gegangen, der geschlossen werden sollte und nicht in Richtung LaVo:)
Das würde ich gerne noch einmal nachschleifen. Ja mit einem Beschluss schaffen wir Fakten, die Umbenennung wäre im Fall der Annahme beschlossen. Das ist aber glaube ich m.E.n. dann nicht nur still und langsam, sondern ist glaube ich doll von den Stämmen abhängig. In meinem Stamm ist es bestimmt still, da es für uns eine gelebte Praxis ist und ich an vielen Stellen „eh nur“ BdP stehen habe. In anderen Stellen wird es bestimmt zu Diskussionen führen, die brauchen vielleicht noch „Zeit“ müssen sich anfreunden, müssen schauen, wie sie damit umgehen. Da ist es dann vielleicht laut und langsam. Bei manchen trifft es vielleicht auf Zustimmung, aber nicht auf die Ressourcen es direkt umzusetzen, da ist es dann still und leise. Bei manchen wird es aber auch so sein, dass sich Menschen in Stämmen freuen, freuen, weil sie das Gefühl haben ein Stück mehr Beachtung zu finden, wenn sie an anderen Orten noch deutlich mehr Diskriminierung erfahren. Freude, die dann auch laut ist und sein soll. Da wäre es dann ebenfalls laut und vielleicht schnell.
Was ich sagen will, der Beschluss wird auf Stämme treffen und jeder Stamm wird da einen eigenen Prozess vielleicht bewusster, vielleicht unbewusster haben - und das ist gut so. In jedem Fall würde, so aus meiner Perspektive, die Richtung aber eine sehr schöne, eine weltoffene, eine tolerante sein.
Was ich wiederum nicht vermute sind Austrittswellen in Stämmen.
Das war dann ebenfalls nicht „konkret“ genug dargestellt. Eine Vertagung würde den Prozess des neuen CD um mindestens ein halbes Jahr nach hinten verzögern, so verstehe ich diesen gerade, oder würde einen zweiten Prozess anstoßen.
Jetzt plant der Prozess gerade mit dem jetzigen Namen (ohne *), nach einer möglichen Annahme mit einem *. Treffen wir keinen Beschluss durch eine Vertagung wird das CD ohne das * finalisiert und an die Stämme ausgerollt. Eine Anpassung des Namens im nächsten Jahr käme dann u.U. ein halbe Jahr nach dem Ausrollen des neuen CD, folglich müsste dann die Agentur nochmal ran, die Wortmarken ändern und das müsste ein zweites Mal an Stämme ausgerollt werden.
Zum Abschluss würde ich gerne nochmal eine andere Frage stellen und wieder zurück zu dem eigentlichen Antrag kommen.
Ich fasse für mich zusammen (aus meinem Standpunkt heraus):
- Es besteht der Wunsch neue Partizipationswege als die jetzigen für (einige) Themen auf BVs zu haben. Wie bereits häufiger dargelegt wäre das für mich ein eigener, losgelöster Prozess.
- Die Kommunikation zu dem Antrag wäre von deiner (und weiteren, die hier ja auch kommentiert haben) Seite aus länger wünschenswert gewesen und schöner gewesen, wenn es von Anfang an hier gestartet wäre?
Kann ich nachvollziehen, glaubst du aber nicht wir hätten auch die Diskussion in gleichem Maße mit dem „gleichen“ Zeitaspekt, wenn wir das vor einem Monat reingestellt hätten?
Kurzum ich nehme wenig inhaltliche Kritik an dem Antragstext wahr. Hier gab es nur den Vorschlag/die konstruktive Kritik mit Pfadfinderei statt Pfadfinderinnen. Ich habe dargelegt, wieso wir uns in dem Antrag für Pfadfinderinnen entschieden haben. Änderungsantrage an die BV sind aber natürlich möglich und könnten folglich auf der BV vorab abgestimmt werden. Deutlich mehr inhaltliche Kritikpunkte habe ich nicht wahrgenommen.
Daher meine Frage: Ist es nicht möglich, dass wir auf Basis der vergangenen Jahre und Anträge zu dem Thema allgemein, den beiden Stimmungsanträgen zu der Änderung, den Erfahrungen im Alltag, dem Wunsch Pfadfinden inklusiver zu gestalten, diesem Antrag zustimmen können sollten - ich würde mich zumindest sehr freuen, wenn dem so ist!
Hallo in die Runde! Ich möchte gerne die Aussage zum Thema Namensänderung in der DPSG korrigieren: Ich sitze im Berufsleben in einem Büro mit den DPSG-Bildungsreferentinnen in Hamburg/Schleswig-Holstein/Mecklenburg und spreche außerdem beinahe wöchentlich mit den Ehrenamtlichen der DPSG hier im Norden. Da ich Jugendbildungsreferentin beim BDKJ Hamburg bin, tauschen wir uns in der kollegialen Fallberatung und auch zu anderen Alltagsthemen regelmäßig aus. Außerdem ist der BDKJ als Dachverband für die DPSG ansprechbar und unterstützt bei Problemen, die aufkommen. Dabei kontaktieren uns sowohl Ehrenamtliche aus den Diözesanleitungen der DPSG als auch Stammesvorstände oder andere Ehrenamtliche, die sich in Stämmen engagieren. Ich habe also einen sehr großen Einblick darin, welche Themen gerade in der DPSG hochkochen und wo gerade der Schuh drückt. Die DPSG hat gerade sehr viele spannende Schwerpunktthemen und ist auch (genau wie wir) immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert, aber weder auf Diözesanebene noch auf Bundesebene kocht meines Erachtens irgendetwas zu den Thema Namensänderung nennenswert hoch.
Das richtige Stichwort ist wohl „nennenswert“, das gibt natürlich jeder „Seite“ hinreichend Interpretationsspielraum. ![]()
Und bei der Größe der DPSG ist jeder Einblick vermutlich nur ein sehr sehr kleines Stückchen der Torte.
Mir ist das Miteinander in unserer Bundesgemeinschaft sehr wichtig. Und bei dem Tempo hier vermute ich stark wird es Schaden nehmen. Und dies Versuche ich zu verhindern. Mir geht es nicht um das Verhindern des Antrags sondern des, in meinen Augen, zu schnellen Prozesses. Wir drohen Menschen auf diesem schnellen Pfad zu verlieren. Und das ist es auf keinen Fall wert in meinen Augen.
Wo kommt die Angst her, dass manche verhindern möchten, die Stammesebene besser zu informieren?
Warum wird denn dann zwangsweise das CD mit dem aktuellen Namen finalisiert und ausgerollt. Man kann ja auch einfach ein weiteres Jahr das alte CD verwenden und in der Zwischenzeit den Prozess für die Wortmarke auf Eis legen bzw. zwei Alternativen entwickeln und das neue CD nach abschließender Beratung des Antrags ausrollen.
Wow, da ist man mal ein paar Tage offline, auf Fortbildung,…
Lieber Humbold, ich antworte nicht auf alles, um nicht weiter zu strapazieren, Angebot zur weiteren Diskussion s.u.:
Die Idee von BiPi war zu seiner Zeit und wenn man sie überträgt auf heute - genial. Kinder aus verschieden soz. Schichte ( ja am Anfang nur Jungs) zu sozialisieren, zusammenzubringen,… Das erste pädagogische Konzept.
Ihn Dabei auf sein „Uniform“ zu reduzieren ist sicher unfair. Ideologie frei kann man NIE jemanden nennen, da die Person immer ein Spiegelbild seiner Zeit ist. Und ja ich habe ihn gelesen und sehe auch Kritikpunkte.
“A Scout is a friend to all, and a brother to every other Scout, no matter to what social class the other belongs.” Ich will zur Freundschaft aller Pfadfinderinnen und Pfadfinder beitragen. Und ich bin überzeugt an unsere letzte würde ihm heute genauso zusagen: „Ich will dem Frieden dienen und mich für die Gemeinschaft einsetzen, in der ich lebe“.
Unsere Regeln, im Original und in unsere BdP Variante, haben schon eine Bedeutung und kann man als Lebensphilosophie nehmen.
Ich finde es krass wie man MICH schon auf sozialen Medien bei diesem Thema zu diskreditieren versucht.
zB. letzte Diözesanversammlung 2024 Rottenburg-Stuttgart. Frag da nach. Ist bei dir ums Eck. Kann dir auch gerne die Kontakte geben. Weiss jetzt nicht, ob die Anträge im Vorfeld öffentlich diskutiert werden wie bei uns.
Als lange inaktiv sehe ich mich jetzt nicht. Aber das Problem muss ja gelöst werden und da hab ich meiner Meinung nach ein Troubleshooting Vorschlag als Problembewältigung gemacht und die Kommunikation bei dem Thema zu fördern.
Außerdem bin ich Demokrat. Was ich von Anfang an klargestellt habe und du mich dahingehen kennst und genau weißt, was ich mit einigen Aussagen meine.
Vorschlag: Wir können ja auf der leider notwendigen ao Landesversammlung BaWü, die bis dahin stehenden Anträge besprechen und zu den einzelnen Anträgen ein Meinungsbild abfragen.
Das mit [quote=„Humbold, post:34, topic:1309“] mit Blick auf die DACH Verbände, Großbritannien und viele anderen[/quote]
war nicht auf LGBTQ+ und DACH gemünzt, sondern auf Strukturen, Abstimmungen, Altersverteilung,…. Wie kommst du darauf, das damit zu verknüpfen?
Das ich LGBTQ+ sehr offen gegenüberstehe, weißt du.
zb ganz Persönlich ich. Weitere persönliche kann ich dir gerne bei Methorn nennen. Bei anderen frag da bitte den Bundes.- und/oder Landesvorstand welche (Gerichts)Verfahren aktuell laufen oder gelaufen sind. Hat aber hier in dem Blog nichts zu suchen.
!!Ausserdem hab ich den Eindruck, dass Du nicht nur bei mir manche Sachen einfach falsch verstehen möchtest – siehe unsere Whatsapp Diskussion nach der LV
Ich finde das Ehrverletzend, allein schon die Unterstellungen hier zu meinem Bezug zu LGBTQ+ oder anderweitig von Dir. Du kennst mich, Dir ist bekannt wo für was ich stehe. Eine Entschuldigung deinerseits ist das mindeste.
Konsequent ist das *, wenn dann das. Finde da eure Entscheidung konsistent und richtig.Variante Unterstütze ich.
Ja Checkliste & Merkblatt wären sicher.
Ich denke deine Absichten sind im besten Interesse des Bundes und meinerseits dafür auch ein dickes Lob. Es scheint mE. eher ein Kommunikationsproblem zu sein. Seh mir aber auch nach, dass meine Absicht hier ist, auch für den Bund Vorschläge zu machen, die im besten Interesse für den Bund sind.
Oder es besteht grundsätzlich eine Angst die Basis entscheiden zu lassen?
Du hast recht, ich bin nicht unschuldig eine Diskussion am Thema vorbei hier losgetreten zu haben. Mea culpa.
Guten Abend @MichaelLohfink,
vielen Dank für deine grundsätzliche Wertschätzung.
Ich habe es an einigen Stellen ausführlicher dargestellt und werde einmal einige Kernpunkte gerne nochmal darstellen.
Nein ich habe keine grundsätzliche Angst die Basis entscheiden zu lassen.
Zwei Punkte:
- Anders als du, sehe ich nicht die Notwendigkeit einer Mitgliederbefragung. Die seit Jahren laufenden Prozesse zum Thema Queerfreundlichkeit und -Sichtbarkeit stoßen meiner Wahrnehmung nach auf eine deutliche Mehrheit der Akzeptanz. Ich meine hierbei einerseits Anträge zum Thema Gendern, aber auch Positionsanträge für eine Weltoffenheit, andererseits meine ich auch pädagogische Arbeit, die an vielen Stellen geschieht. Daraus komme ich eben zu dem Schluss, dass es nicht notwendig ist.
- Ich bin nicht prinzipiell gegen die Diskussion rund um das Thema Mitgliederbefragungen und Partizipationsmöglichkeiten für Stämme auf Bundesebene. Ich finde, dass wir ein arbeitsfähiges Prinzip, das Delegiert*innenprinzip, haben. Andererseits stelle ich mir praktische Fragen der Umsetzung. Wer darf alles abstimmen, wie findet der Aspekt „Zielgruppe des BdP“ Berücksichtigung, wie findet dies und jenes Berücksichtigung. Kurzum viele strukturelle Fragen und auch Prozessfragen, die aus meiner Perspektive gegen eine repräsentative Mitgliederbefragung sprechen.
Das ist nicht nur meine Meinung. Nicht einmal im Rahmen eines engen Politikbegriffs ist der BdP „unpolitisch“. Wer immer noch denkt Pfadfinden sei unpolitisch versteht von Politik sowie der Pfadfinderei wenig.
Und offenbar hast du meinen Kommentar missverstanden. Mein Ziel war es, einige falsche und einige missverständliche Aussagen von @floh zu korrigieren oder das Stellung zu beziehen. Ich könnte genau so gut fragen, was dein Beitrag zu meinem Punkt beiträgt ![]()
Dir ist hoffentlich bewusst, das der von mir geteilte Link eine Einführung darstellt? Ich kann dir gerne Literatur empfehlen, wenn dich das Thema weiter interessiert. Und zu deinen Beispielen: Wenn wir uns als Gruppe zum Schauen einer Serie entscheiden kann die kollektive Wahl dazu auch durchaus politisch sein
Aber ernsthaft: Du konzentrierst dich auf diese einzige Aussage und ignorierst den Kontext, in der sie getätigt wird. Angesichts der Länge deines Beitrags scheint dich die definitorische Frage aber mindestens genauso zu interessieren wir mich.
Du liest also aus Flohs Aussagen die Furcht um eine Instrumentalisierung bzw. eindeutige politische Aufladung von Werten, die der BdP vertritt? Von wem werden diese denn bitte instrumentalisiert? Und ab welchem Punkt sind Werte „eindeutig politisch“ und damit für dich problematisch?
Und zuallerletzt: was hat eine gendersensible Gestaltung der Ordnungen unseres Verbandes mit der von dir beschrieben (nahenden) Instrumentalisierung unserer Werten zu tun? Welcher „politische Gehalt“ entsteht hier denn, den „viele – durchaus berechtigt – nicht mittragen möchten“? Dein Verständnis von Werterziehung hört sich für mich ehrlich gesagt recht realitätsfern an.
BiPi hatte viele gute Ideen, wenngleich sein pädagogisches Konzept nicht das erste war. Gleichzeitig gibt es viele Elemente seiner Pädagogik mit denen wir uns aus heutiger Sicht kritisch auseinandersetzen sollten (wie du mir in deinem zweiten Kommentar ja zustimmst. Und nein, damit reduziert man ihn nicht auf seine „Uniform“. So plump habe ich das nicht geschrieben). Du hast geschrieben:
„Ich will nur gute Jugendarbeit machen, ohne Ideologien. Im Sinne von BiPi.“
Darauf habe ich reagiert und jetzt schreibst du: „Ideologie frei kann man NIE jemanden nennen, da die Person immer ein Spiegelbild seiner Zeit ist.“ Schön, wenn wir uns dazu also einig werden konnten.
Und klar kann man beide Versionen des Pfadigesetzes als Lebensphilosophie nehmen (wenn man denn will). Was hat das mit meinem Kommentar zu tun?
Zu guter letzt: Inwieweit habe ich oder irgendjemand jetzt versucht, dich zu diskreditieren?
Das ist zumindest mal ein konkreteres Beispiel als irgendwelche Kommentare auf Instagram. Wobei mir jetzt immer noch nicht klar ist, was da genau los was? Haben sich einzelne kritisch gemeldet? Gab es eine Abstimmung? Und nein, der Punkt kam ursprünglich von @Albrecht mit der Behauptung, das Thema würde in der DPSG „brutal hochkochen“. Wer Behauptungen aufstellt sollte diese auch untermauern können.
Musst du auch nicht – natürlich kommentieren dort auch Aktive. Aber eben nicht nur und gerade bei solchen Themen seit langem Inaktive.
War dieser Vorschlag ernst gemeint? Du hast deinen Kommentar gestern, am Tag der außerordentlichen LDV gestellt, das ist leider viel zu kurzfristig. Das ist auch nicht der Zweck einer LDV.
Ganz einfach:
Du hast dich auf den „Wesenszug“ der Pfadfinderei in Deutschland bezogen und dich danach auf den Pendel des Zeitgeistes bezogen. Ich hab das im Kontext des Antrags gesehen, auf den du dich ja bezogen hattest.
Ich habe nie infrage gestellt, dass du LGBTQ+ Menschen offen gegenüberstehst. Oder woraus liest du denn das Gegenteil? Welche „Unterstellung hier in meinem Bezug zu LGBTQ+“ habe ich denn getätigt?
Zur Diskriminierung: Ich finde es absolut nicht schön, dass du das so erlebst und bin gerne bereit, einmal mit dir persönlich zu reden. Ich finde es aber wichtig, persönliche Auseinandersetzungen nicht mit Diskriminierung zu verwechseln.
Was hat eine persönliche WhatsApp Diskussion zwischen uns hier zu suchen? Ich war in meinem Verständnis deiner Aussagen auf der LDV nicht allein, nicht zuletzt weil sie unglücklich und missverständlich formuliert waren. Auch hier scheinst du dich an manchen Stellen missverständlich auszudrücken, so wie du meine inhaltliche Kritik an deinem Kommentar bewertest.
Benenne doch bitte deutlich, wo genau ich deine Ehre verletzt haben soll.
Kurz gesagt: Ich finde nicht, dass Pfadfinden „unpolitisch“ im Sinne von gleichgültig sein sollte. Aber ich finde auch nicht, dass es sich an jede tagespolitische Strömung dranhängen muss.
Stellt euch vor, ich bin seit Jahren in einem Fußballverein.
Ich bin hier, weil ich Fußball spielen will – nicht, weil ich etwas gegen Handball habe, sondern weil ich mich bewusst für Fußball entschieden habe: für die Regeln, den Stil, das Zusammenspiel.
Jetzt kommt jemand Neues ins Team, nimmt den Ball in die Hand, wirft ihn ins Tor und sagt:
„Naja, ist doch im Grunde dasselbe – Teamarbeit, Zielorientierung, Bewegung.“
Und ich denke mir:
„Vielleicht – aber es ist trotzdem ein anderes Spiel. Mit anderen Regeln, anderen Schwerpunkten, einem anderen Selbstverständnis.“
Genauso fühlt es sich für mich an, wenn politische Inhalte in den Verband getragen werden, ohne klar zu sagen, dass – und ab wann – wir eigentlich das Spiel wechseln. Und dann so getan wird, als wäre das schon immer so gewesen.
Man kann über alles reden. Aber man sollte ehrlich benennen, wenn sich das Spielfeld, die Spielregeln oder das Ziel verändern.
Mir geht es nicht darum, irgendwem das Recht abzusprechen, sich einzubringen oder neue Impulse zu setzen.
Sondern um die Frage: Ab wann wird eigentlich ein anderes Spiel gespielt – und ist das allen bewusst?
Und dabei sehe ich zwei zentrale Probleme, wenn wir das Spielfeld (also unser Politikverständnis) immer weiter öffnen:
- Wenn wir alles als „politisch“ deklarieren, verlieren wir unser Profil.
Dann verschwimmt die Grenze zwischen Werterziehung und politischer Positionierung – und irgendwann ist nicht mehr klar, wofür wir eigentlich stehen. Fußball verliert seine Spielidee, wenn jeder seine eigene Ballart mitbringt. - Wenn bestimmte politische Haltungen als selbstverständlich vorausgesetzt werden, verlieren wir unsere Pluralität.
Dann sind nicht mehr alle mitgemeint. Wer Werte einseitig mit bestimmten gesellschaftlichen oder parteinahen Strömungen verknüpft, schließt jene aus, die zwar die Werte teilen – aber nicht deren politische Auslegung.
Deshalb sollten wir sensibel damit umgehen, wie wir „Politik“ im Verband verstehen – und wo wir bewusst Räume offenlassen.
Nicht alles ist Fußball, nur weil ein Ball im Spiel ist.
Mir geht es übrigens nicht darum, dass man „nichts mehr sagen darf“ – ich sehe mich nicht als mundtot gemacht.
Ich darf sagen, was ich denke – es gilt nur nicht mehr als die „richtige“ Haltung.
Und genau das ist der Punkt: Wenn bestimmte Sichtweisen moralisch überhöht und andere nur noch als „gerade noch tragbar“ gelten, dann ist der Raum zwar formal offen – aber emotional längst eng geworden.
Das zeigt sich zum Beispiel auch in deiner Reaktion:
Ich benenne die Aussage „Pfadfinden ist politisch“ als deine persönliche Meinung (was sie auch ist).
Dir aber scheint es wichtig zu sein, ihr den Status einer objektiven Wahrheit zu verleihen – gestützt auf eine gefühlte Mehrheitsmeinung. Und damit den Eindruck zu erwecken, dass meine Meinung nicht so „richtig“ ist wie deine. Was mir zeigt, dass du in dem Handball-…ähm Politikgame schon ziemlichen Gefallen gefunden hast.
Das ist Ausdruck einer Debattenkultur (s. Politik) statt einer offenen Diskussionskultur (s. Pfadfinderei). Und so fängt es an…
Es geht bei der Frage „Ist Pfadfinden politisch?“ nicht darum, ob sich irgendwo ein theoretischer Wahrheitskern finden lässt.
Sondern darum, wie wir unser Selbstverständnis gestalten wollen.
Wollen wir beim politisch notwendigen Minimum bleiben – demokratisch, offen, werteorientiert –
oder uns zunehmend an tagesaktuellen gesellschaftlichen Themen abarbeiten, die stark kulturell und medial geprägt sind – etwa Klimapolitik, Genderfragen, Ernährungsstile oder neuerdings Kolonialismuskritik? Sollen wir uns mit diesen Themen fetzen, bis wir vergessen haben, wie eine Kohte aufgebaut wird?
Pfadfinderei sollte nicht darin aufgehen, den Zeitgeist zu spiegeln.
Sie sollte Orientierung bieten, nicht Meinung nachreichen – kritisch bleiben, nicht bloß wiederholen.
Nicht alles ist Fußball, nur weil ein Ball im Spiel ist.
Und Pfadfinden ist nicht automatisch politisch, nur weil es Werte hat.
Bitte lasst uns (weiter) „Fußball“ spielen. Wer Handball spielen will, wird dafür andere Begegnungsstätten zur Genüge finden.
Wer politische Themen durchsetzen will, findet dafür sicher auch andere Interessensgruppen, die da sehr viel Lust und Freude dran haben. Das macht dann auch für alle Beteiligten mehr Spaß, wenn jeder bei seiner Kernkompetenz bleibt. ![]()
Du kannst ja auch beides sein. Beide Spielarten vermischen find ich aber schwierig. Das bringt den Spielfluss durcheinander. Der Schiri ist verwirrt, die Fans werden sauer und keiner weiß, wann der Sch*** endlich vorbei ist. ![]()
Und irgendwann kommt einer neuer Verein um die Ecke und macht genau das, was wir verlernt haben, nur besser. Die Leute, die gern auf Fahrt gehen wollen, wechseln dann rüber zum Tabellenführer. Aber dafür können wir ganz toll Politik machen.
PS: Für alle, die erst später eingestiegen sind. Der Antrag für sich genommen hat im Wesentlichen andere viel dringlichere Problematiken, die besprochen gehören. Hierzu verweise ich auf die Beiträge von z.B. @LukasSchmuck und @JakobS im gegenseitigen konstruktiven Austausch.
Wir sollten uns wieder diesem Thema vordringlich zuwenden, die nächste BV ist nicht mehr lange hin. Humbold und ich bewegen uns gerade eher auf der Meta-Ebene gerade…
Lieber Humbold, wir kommen garantiert nicht auf einen Nenner. Das ist auch nicht schlimm, doch bitte beachte, dass andere Meinungen nicht automatisch falsch sind, wenn sie nicht deiner Meinung entsprechen. Ich bin schon recht erschrocken, mit welchem Selbstverständnis hier andere Auffassungen diskreditiert werden. Ist dir nicht aufgefallen, dass du hier jedem Schreiber Unfähigkeit, Ahnungslosigkeit oder Unwissenheit vorwirfst? Du musst andere Meinungen nicht akzeptieren, sondern lediglich respektieren.
@Mammen Danke für den letzten Beitrag, der mit aus der Seele spricht.
Ich bin hier raus, ich plane lieber die nächste Fahrt.
Gut Pfad
Liebe Diskutierende,
Ich habe nun sehr aufmerksam die Diskussion verfolgt und habe das Gefühl, dass sehr vieles schon gesagt wurde und es durchaus unterschiedliche Meinungen gibt. Ich würde mich als Mitglied des AK ÖA und des aktuellen CD Prozesses gerne noch zu diesem mehrfach angesprochenen Thema äußern. Die Weiterentwicklung/Überarbeitung unseres CDs sehen wir als dringend an, da zum einen viele Stämme auf funktionierende und einfach anwendbare Vorlagen warten und zum anderen das Feld Wachstum dringend neues Material benötigt. Das CD soll dabei das Wachstum unterstützen und in der Anwendung einfach sein. Es ist grundlegend unabhängig von der Namensänderung. Da der Prozess gemeinsam mit einer Agentur stattfindet, sollte er, um keine unnötigen Kosten zu erzeugen, auch durchgezogen werden. Wir versuchen Feedback und Rückmeldungen von allen Ebenen mit einzubeziehen. Dennoch würde eine Namensänderung, wie @LukasSchmuck erwähnte, zu einem sehr günstigen Zeitpunkt kommen, da die Word-Bild-Marke natürlich mit betrachtet wird. Ein update zum aktuellen Stand wird es auf der BV geben.
Bist du ernsthaft davon überzeugt, dass inklusive Sprache eine tagespolitische Strömung ist?
Ich bin tatsächlich sehr froh, dass wir uns weiterentwickeln und es so was wie pflocken, Kinder zum Geländespiel um 04:00Uhr wecken, Schwarze-Pädagogik, … nicht mehr gibt.
Ich habe so viele prägende schlechte Erfahrungen bei den Pfadis gemacht, auch im Bezug auf cis-/ hetero- Normalität gemacht.
Aber klar, wenn wir das ändern, werden wir uns von unserer Herkunft als Männerverband entfernen.
Hallo Lukas,
Vielen Dank, für deine ausführliche Antwort.
Ich bin auch der Meinung, dass wir die meisten Argumente ausgetauscht haben. Ich würde gerne noch auf ein zwei Sachen eingehen.
Hierzu möchte ich gerne sagen, dass mein Gefühl ist, dass Stämme bei diesem Antrag sehr gerne beteiligt werden möchten. Wenn Stammesführungen nicht die Ressourcen/Kraft/Lust usw. dazu habe finde ich es nicht schlimm, wenn diese sich nicht dazu äußern, aber es gäbe dann die Partizipationsmöglichkeit für alle die sich einbringen möchten.
Des Weiteren möchte ich deinen Kommentar nutzen, die Delegationen zu bitten, nach der Meinung der Stämme zu fragen. Andersrum fände ich es gut, wenn sich auch Stämme mit ihren Bedenken bei ihren Bundesdeligierten melden.
Ich bin sehr froh und dankbar, dass mein LV, der LV RPS eine Abfrage der Haltung der Stämme zu den einzelnen Anträgen erstellt hat. Mir zeigt sich, dass auch jetzt noch eine Partizipation der Stämme möglich ist, zeitlich ist das aufgrund der Kürze der Zeit bis zur BV zwar nicht grade einfach umzusetzen, aber es geht irgendwie. Ob wir in der Kürze der Zeit noch alle erreichen wage ich zu bezweifeln.
Ich würde mich sehr freuen, wenn auch andere LVs, Deligierte, Stämme und Einzelpersonen ihre Meinungen zu dem Thema austauschen.
@fabi @LukasSchmuck ich hätte zu dem oben genannten Zitat noch eine Frage. Also ich verstehe, dass der Zeitpunkt grade günstig wäre das CD zu ändern. Ich verstehe allerdings nicht, warum Stämme nicht ein Jahr auf das neue CD warten könnten? Wenn wir jetzt ein Jahr länger das alte Design verwenden, bricht das doch auch niemanden einen Zacken aus der Krone.
Wie kann man sich das vorstellen? Es gibt doch bereits ein CD, das man verwenden kann, könnten das diese Stämme die auf das neue CD warten nicht noch ein Jahr das bereits vorhandene CD verwenden?
Wäre es so viel/überhaupt teurer, wenn die Agentur das CD nach einem Beschluss auf der BV 2026 erst fertig stellen würde?
Da hast du recht, es wäre vermutlich sinnvoll sich in einem losgelösten Prozess mal damit zu beschäftigen, ob wir für einige Themen eine breitere und längere Diskussion brauchen. Der BdP ist groß und heterogen und genauso werden unsere Meinungen zu Themen die nichts direkt mit unserem Kerngeschäft das uns eint, der Pfadfinderei, zu tun haben (dabei meine ich Themen wie z.B. Gendern, politische Positionierungen, Fragen der Ernährung also ob fleischfrei oder nicht) auch viele sehr unterschiedliche Meinungen hervorbringen.
Mit Pfadfinderei meine ich hier, dass unsere Kerngeschäft weiterhin sein sollte, so vielen Kindern wie möglich das Pfadfinden im BdP zu ermöglichen, sie zu unterstützen sich zu mündigen Bürgern zu entwickeln und unsere Methoden wie zb Fahrt und Lager erleben zu können.
Ich bin mir nicht sicher ob ein Monat da gereicht hätte. Meine Vorstellung wie die Kommunikation idealerweise gelaufen wäre ist folgende:
Die LVs werden vor deren Stammes-Stufenführertreffen(SST) (falls es das in jedem LV gibt, glaube nicht) über den Antrag informiert. Der Antrag kann auf dem SST diskutiert werden und mit in dem Stamm getragen werden. Der Stamm hätte die Möglichkeit seine Mitglieder zu informieren, Meinungen einzuholen. Der LV kann auf der entsprechenden Landesversammlung ein Stimmungsbild einholen, an dem sich die Delegation orientieren kann.
Es ist mir bewusst, dass so ein Aufwand wie ich ihn beschreibe nicht immer für jeden Antrag betrieben werden kann. Bei diesem Antrag finde ich wäre es der Aufwand und die zeitliche Vorlaufzeit wert.
Ich würde mich weiterhin freuen, wenn der Antrag vertagt werden würde, gleichzeitig möchte ich nochmal dazu ermutigen seine Meinung und Gedanken zum Antrag seiner Delegation mitzuteilen.
Auch würde ich mich freuen wenn wir hier sachlicher und freundlicher miteinander kommunizieren und beim Thema des Antrages bleiben @Humbold @Mira
Liebe Grüße und Gut Pfad
Jakob
Stimme zu. Ich spreche mich ebenfalls für eine Vertagung des aktuellen Prozesses zur Namensänderung und einen strukturierteren Neustart aus. Hier meine Gründe:
- Eine Namensänderung ist ein tiefer Eingriff in Selbstbild und Außenwirkung. Das braucht breite Legitimation – durch einen klaren, mehrstufigen Prozess (SST, Stämme, LVs, Delegiertenversammlung, BV).
- Der Entscheidungsprozess sollte früher und partizipativer starten. Nicht: „Ja/Nein zu einer einzigen Option“, sondern: „Diese Optionen gibt es – was denkt ihr, was fehlt, was überzeugt euch?“ Auch Vor- und Nachteile sollten offen benannt werden – inklusive möglicher negativer Symbolwirkungen.
(Im Ernst: Wir nehmen mehr Leute mit ins Boot, wenn es um das Pfingstlagerabzeichen geht.) - Zusätzlicher Hinweis: Wenn sich schon Arbeitskreise mit Fragen wie Image und Identität befassen, sollte das transparent gemacht und dokumentiert werden – z. B. durch öffentliche Protokolle oder Zusammenfassungen.
- @fabis Hinweise auf Kosten und Aufwand sind berechtigt. Aber: Strategische Entscheidungen bringen manchmal operationelle Risiken mit sich – das ist Realität, kein Grund, daran festzuhalten. Lösungen lassen sich meist finden.
- Der Einsatz des LV RPS verdient Respekt. Aber wie steht es um die anderen LVs? Zeit und Ressourcen sind knapp – das muss berücksichtigt werden.
Diese Punkte sprechen aus meiner Sicht klar für eine Vertagung und einen offenen, tragfähigen Prozess.
Das ist keine Kritik an @LukasSchmuck oder der bisherigen Arbeit – im Gegenteil: Ich glaube, dass die Entscheidung aus seiner Perspektive nachvollziehbar war. Die Vorarbeit bleibt wertvoll – und ist ein wesentlicher Teil des Neustarts.
HGP
Mammen