Namensänderung (Satzungsänderung)

Würde ich dich total unterstützen! Ich finde es gut, dass dein LV sich für eine Abfrage an die Stämme entschieden hat. Ich bin an der Stelle der Auffassung, dass jeder Landesverband/Delegation für sich entscheiden sollte, was ist notwendig und was passt zur jeweiligen Struktur.

Nun bin ich niemand der aktiv an dem Prozess mitwirkt, bin aber ein kleines bisschen in der ÖA /Stammesunterstützung tätig. Ich will keine komplett neue Diskussion aufmachen, da es nicht das Kernthema des Antrags, sondern „nur“ die Begründung tangiert.
Das jetzige CD ist über 10 Jahre alt und quasi gar nicht auf das Thema Wachstum ausgerichtet, bzw. berücksichtigt dieses nicht.
Gut laufende Stämme können bestimmt noch ein Jahr warten - keine Frage. Sie sind eingespielt, haben alles was sie brauchen etc. Junge Stämme/Gruppen od. Stämme, die um die Existenz kämpfen sind auf aktuelle, ansprechende Materialien angewiesen. Mein Stamm bspw. Ist dringend auf aktualisierte und neue Materialien angewiesen. Es ist ein Heidenakt sich diese selbst zu gestalten und wir sind daher darauf angewiesen gute und aktuelle Materialien, die wir auf uns anpassen können zu erhalten.

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Voraussichtlich nicht überraschend spreche ich mich gegen eine Vertagung aus. Die Gründe sind so glaube ich in einer Vielzahl schon von mir dargelegt worden, sodass ich diese nicht noch einmal alle wiederhole.
Ergänzend gehe ich aber nochmal auf einen neue Kritikpunkt ein:

  1. Wir sind kein verfasster AK, sondern eine (lose) Gruppe von Menschen, denen das Thema ein Anliegen ist. Die Ergebnisse unserer Diskussion haben zu dem Antrag und der Begründung geführt. Im Rahmen der Diskussion stehe ich hier Rede und Antwort und gehe auch transparent auf die Fragen des Prozesses ein. Ich glaube, dass hier eine enorme Hürde an solchen Prozess aufgebaut werden würde. Sollte ich wirklich jedes Treffen detailliert protokollieren und das für jedes BdP Mitglied zur Verfügung stellen? Müsste es nicht ausreichend sein, dass ich als Antragsteller mich zur Verfügung stelle und die Zeit nehme auf die Kommentare einzugehen?
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  1. Wir sind kein verfasster AK, sondern eine (lose) Gruppe von Menschen, denen das Thema ein Anliegen ist. Die Ergebnisse unserer Diskussion haben zu dem Antrag und der Begründung geführt. Im Rahmen der Diskussion stehe ich hier Rede und Antwort und gehe auch transparent auf die Fragen des Prozesses ein. Ich glaube, dass hier eine enorme Hürde an solchen Prozess aufgebaut werden würde. Sollte ich wirklich jedes Treffen detailliert protokollieren und das für jedes BdP Mitglied zur Verfügung stellen? Müsste es nicht ausreichend sein, dass ich als Antragsteller mich zur Verfügung stelle und die Zeit nehme auf die Kommentare einzugehen?

Ich meine das ganz allgemein im Hinblick auf Arbeitskreise, die strategische Fragen diskutieren. Ich wollte dein Antwortverhalten nicht kritisieren. Du mutest dir hier als Antragsteller schon einiges zu. Danke dafür!

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Du hast absolut recht, dass andere Meinungen nicht automatisch falsch sind. Gerade deswegen habe ich klargestellt, dass ich nur einen Teil meiner Reaktion auf deine Nachricht als „Korrektur“ wahrnehme und den Rest als Stellungnahme.
Einige deiner Aussagen sind nun mal aber schlicht falsch (bspw. dass der BdP „unpolitisch“ sei) und ja, das zeugt von Unwissenheit. Oder hast du hierzu Belege/Argumente? Jede Person hier hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf ihre eigenen Fakten. Ich habe übrigens absolut nicht „jedem Schreiber Unfähigkeit, Ahnungslosigkeit oder Unwissenheit“ vorgeworfen, einigen habe ich explizit zugestimmt. Lese dazu gerne noch einmal meine Beiträge durch.

Und nein, ich muss absolut nicht jede Meinung automatisch respektieren. Viel Erfolg beim Planen der Fahrt.

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Hallo Humbold,
@Humbold

Fakten sind wichtig – aber sie ersetzen nicht das Denken und Zuhören.

Entscheidender als die Frage, ob der BdP „politisch“, „unpolitisch“ oder "neutral“ ist, ist die Haltung, die dieser Diskussion zugrunde liegt. Du sagst, die These der "BdP sollte unpoltisch sein“ sei falsch, solange ich das Gegenteil nicht belege. Doch so funktioniert Diskurs nicht. Meinungen brauchen keine Beweise, um gehört zu werden – sonst dürften nur Experten mitreden. Das widerspricht dem Geist demokratischer Meinungsfreiheit.

Wenn wir verlangen, dass jede Meinung zunächst belegt werden muss, bevor sie zählt, geht es nicht mehr um Austausch, sondern um Deutungshoheit. Die Diskussion verliert ihre integrative Kraft und wird zum Machtspiel. Doch Diskurs lebt von Vielfalt – und vom Respekt gegenüber dem Menschen, nicht nur gegenüber seiner Argumentation.

Wissen ist fehlbar.

Selbst wissenschaftlich „abgesicherte“ Erkenntnisse sind nicht endgültig. Die Geschichte zeigt: Was einmal als belegt galt, stellte sich oft als Irrtum heraus. Im 19. Jahrhundert galt Homosexualität als Krankheit – und wurde entsprechend „nachgewiesen“. Heute wissen wir es besser. Auch Bewegungen wie der frühe Feminismus oder die Anti-Atomkraft-Initiativen wurden zunächst belächelt und später als moralisch richtig anerkannt. All das macht deutlich: Der jeweils aktuelle Stand des Wissens ist wichtig – aber er beansprucht keine abschließende Wahrheit. Fakten sind nötig, aber sie ersetzen weder das Denken noch ein waches, mitfühlendes Herz.

Unser Auftrag.

Gerade im Gespräch mit jungen Menschen, die die Welt tastend erkunden, liegt deine Verantwortung darin, zunächst die eigene Haltung zu reflektieren – bevor du ihre infrage stellst. Dialog bedeutet nicht, andere zu überzeugen, sondern ihnen Raum zum eigenen Denken zu geben. Wer nur darauf wartet, dass die Gegenseite eine „richtige“ Sichtweise übernimmt oder seine eigene nicht falsifizieren kann, verfehlt das eigentliche Ziel: zuzuhören, Perspektiven zu eröffnen, Verbindungen zu schaffen.

Politische Neutralität – ein Schutzraum, kein Maulkorb.

Die Idee politisch neutraler Vereine hat Tradition – von den Prinzipien der Gemeinnützigkeit bis hin zu den Satzungen großer Dachverbände. Neutralität bedeutet nicht, Politik auszuklammern. Sie bedeutet, ein Raum für alle zu sein – unabhängig von Haltung, Herkunft oder Parteibindung. Es geht nicht um einen absolut neutralen Zustand, sondern um das Streben nach einem Ort, der niemanden ausschließt. Neutralität ist kein Zustand, sondern ein Anspruch.

Vereine sollen verbinden, nicht spalten. Sie bieten Schutz vor politischer Vereinnahmung, die den Fokus von den eigentlichen Zielen ablenkt. Wer das missversteht oder relativiert, verkennt den Wert dieser Haltung für ein inklusives Miteinander.

Du kannst das Kind beim Namen nennen, wie du willst.

Wenn du dieselbe Haltung mit anderen/besseren Worten ausdrücken möchtest – sehr gern. Aber wenn du versuchst, sie über begriffliche Spitzfindigkeiten zu verwässern – was schnell passiert – dann geht es nicht mehr um Semantik, sondern um Grundsätzliches. Denn bei der Frage nach Neutralität geht es nicht um Wortwahl, sondern um das Selbstverständnis des Verbandes als offener Raum. Mir geht es nicht darum, den BdP aus sämtlichen politischen Fragen herauszuhalten, sondern darum, dass er kein Akteur mit eigener Haltung zu gesellschaftlichen Konfliktlinien wird. Wer das fordert, verkennt seinen eigentlichen Zweck: Vielfalt verbinden, nicht Position beziehen. Leider entwickeln scheinbar „richtige“ Begriffe dabei oft eine ungewollte Eigendynamik – während vermeintlich „falsche“ Begriffe manchmal zum richtigen Ergebnis führen. Genau deshalb ist sprachliche Genauigkeit wichtig – aber nicht alles.

Die Verantwortung liegt bei dir.

Du musst meine Meinung nicht teilen – auch nicht meine Begriffswahl. Aber Gesprächskultur beginnt damit, andere Perspektiven anzuhören, bevor du sie an Kriterien wie Falsifizierbarkeit misst. Besonders im Umgang mit jungen Menschen geht es nicht darum, sie zu überzeugen, sondern ihnen zu helfen, eigenständig zu denken. Ja, gegenseitigen Respekt setze ich dabei als selbstverständlich voraus.

Begleite sie dabei. Gib ihnen Argumente – auch gegen deine eigene Position – und ermögliche ihnen, sich im Dialog zu erproben. Denn wer bereit ist, sich selbst infrage zu stellen, wird zum echten Vorbild in einer pluralistischen Gesellschaft.

Ich würde mich freuen zu erfahren, in welchen Punkten wir uns einig sind und wo wir uns wirklich in der Haltung unterscheiden – vielleicht besser in einer Privatnachricht.

Sei wach!
Mammen

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Eine verbandsweite Abstimmung zu organisieren mag vielleicht aufwendig sein, aber wirklich aufwendig ist es für die ganzen Stämme und Mitglieder, diese Entscheidung zu tragen. Man muss Dokumente korrigieren, Schilder neu bemalen, Dokumente, Stempel, Buttons, Infomaterial neudrucken, Mail-Signaturen, sich umgewöhnen, ich wüsste gar nicht wo ich anfangen soll. Da sagen Leute im Chat, dass das ne halbe Stunde dauern soll - ja genau.

Es geht hier nicht um etwas kleines, sondern den Namen underes Verbandes. Und um ganz viel Anderes. Ich würde mir wünschen, man lässt die Stämme und alle Mitglieder entscheiden.

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Ich weiß, mittlerweile geht das völlig am Thema vorbei, aber ich merke, dass mein Bedarf zu antworten grade super hoch ist.

Thema Neutralität: hat den Verband in der Vergangenheit gespalten, war für dich bereits letztes Jahr ein riesen Diskussionspunkt mit ähnlichen Argumenten unter dem Positionierungsantrag gegen Rechtsextremismus, ist aber aus der Perspektive einer Person, die in der Jugendhilfe arbeitet, nach wie vor ein harter Trigger.

Kurz: Nach SGB VIII ist politische Bildung eine Kernaufgabe von Jugendarbeit (und damit auch von Jugendverbandsarbeit) und politische Bildung in einem demokratischen Sinne kann nicht neutral funktionieren. Außerdem ist steigendes politisches Interesse unter jungen Menschen gesellschaftliche Realitität, auf die wir als Jugendverband reagieren sollten, wenn wir unseren Anspruch, pädagogische Arbeit zu machen, ernst nehmen. Lenkt also nicht von den eigentlichen Zielen unserer Arbeit ab, sondern ist ein (!) Teil davon neben vielen anderen.

Leider wird von rechtsaußen gerne mit der Neutralitäts-Keule auf Einrichtungen und Verbände der Jugendarbeit eingedroschen mit dem Ziel, demokratische Jugendarbeit mit demokratischen Mitteln (kleinen Anfragen im Parlament) platt zu machen, in der Folge schwingt (zumindest bei mir) bei dem Neutralitäts-Begriff auch immer ein ungutes Gefühl mit.

Sorry für das weitere Abschweifen vom eigentlichen Thema inklusive gleicher Argumentation wie im letzten Jahr!

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Hallo Mari,

meine Argumente möchte ich lieber ausführlicher in einer Privatnachricht erläutern. Hier nur stichpunktartig – für alle, die es genauer interessiert, meldet euch gerne bei mir:

  • Was ich unter „Neutralität“ verstehe, entspricht nicht deiner Auffassung. Das wird hoffentlich in meinen anderen Beiträgen klar, aber ich gehe darauf in den folgenden Punkten nochmals ein. Es ist mir wichtig zu betonen, dass viele Begriffe missbräuchlich verwendet werden. Danke für den Hinweis!

  • Politische Bildung ist wichtig, aber sie darf nicht den Schwerpunkt ausmachen. Gemeinschaft ist unser Hauptfokus. Diese Zielsetzungen können in der Praxis miteinander konkurrieren.

  • Politische Bildung ja – aber keine politische Meinungsmanipulation. Wer hat die benötigte Kompetenz? Das Dilemma ist, dass sich politikinteressierte Menschen oft schon eine feste Meinung gebildet haben, von der sie wenig abweichen wollen und die sie gerne bewusst/unbewusst weitergeben. Doch das ist keine politische Bildung, sondern beeinflusste Haltung. Und genau da liegt das Problem.

  • Wenn wir den politischen Diskurs über den Kern unserer Arbeit stellen, verlieren wir den Raum, den die Pfadfinderei als neutraler Boden bietet – einen Ort, an dem alles gesagt werden darf und die Gemeinschaft über der politischen Auseinandersetzung steht. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal. Wenn ihr das ändern wollt, sucht euch eine politische Organisation, wo politische Bildung und Positionierung im Vordergrund stehen. (Ein einfaches Beispiel: Wenn du mehr Gitarre spielen willst, tritt einer Band bei.)

  • Politische Bildung ist nicht dasselbe wie politische Positionierung – das ist ein Unterschied, der vielen nicht klar ist.

  • Politik sollte im Idealfall nicht wertfrei (Ethik), aber meinungsfrei (Politik) sein. In Anbetracht diverser Artikel, die ich gelesen habe, bezweifle ich, dass alle Akteure ausreichend Kompetenz besitzen, dies richtig umzusetzen.

  • Blickt in die Zukunft: Was bewirkt das langfristig für den BdP? Gibt es nicht genügend Alternativen? Ihr opfert den wertvollsten Schatz, den (gefühlt) nur wir haben, für etwas, das es an jeder Ecke gibt.

Fazit: Politische Bildung – ja. Aber nicht als Dauer- oder Hauptthema. Und nur dann, wenn sie fachlich kompetent vermittelt wird und zum Kontext der Pfadfinderei passt. Nicht als Selbstzweck oder Ausdruck individueller Überzeugungen. Dafür gibt es andere Organisationen, die diesen Schwerpunkt deutlich besser abbilden. Jeder sollte im besten Sinne in seinem „Tanzbereich“ bleiben. Das heißt nicht, politische Themen zu ignorieren, wo sie konkret auftreten – aber immer mit Blick auf unseren eigentlichen Schwerpunkt: das Pfadfinden. Allein damit haben wir mehr als genug Arbeit. Und gerade hier hat der Bund aus meiner Sicht aktuell einige Rückstände aufzuarbeiten.

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Hallo Isi, gerne gehe ich auf deinen Punkt ein und nutze die Gelegenheit nochmal hierzu Stellung zu beziehen.

Ich stimme dir zu, ich glaube auch nicht, dass eine umfassende Anpassung einiges an Arbeit mitbringen könnte. Ich glaube aber, dass die Arbeit nur viel wäre, wenn wir von den Stämmen fordern würden, dass sie die Umbenennung sofort und bis zum zeitnahen Datum X abgeschlossen umgesetzt haben müssen. Infomaterial soll nicht direkt neugedruckt werden, wo noch welches da ist. Bald gibt es auch neues - direkt mit einem möglicherweise angepassten Namen. Schilder brauchen erst neu bemalt werden, wenn sie sowieso nicht mehr ausreichend schick aussehen. Überall dort wo man mit der Abkürzung BdP auftaucht, brauch man auch wenig anpassen. Kurzum ja, würde man alles sofort umsetzen, wäre es bestimmt einiges an Arbeit - wenn man es umsetzt, weil man sowieso wieder etwas neu macht, kann dann der angepasste Name verwendet werden.

Gerne greife ich an der Stelle auch noch einmal die Checkliste auf. Ich bin hierzu mit unserer Öffentlichkeitsreferentin im Austausch - unsere jetzige Überlegung ist, dass wir uns an der Checkliste der DPSG orientieren und diese auf uns anpassen. Designtechnische Anpassungen sind zu sofort wirklich überschaubar, da an vielen Stellen erst auf das neue CI gewartet werden darf.

Zum Abschluss möchte ich es wie folgt sagen: Ich würde in der nächsten Zeit keinen Stamm drängen und kritisieren, weil er die Umbenennung noch nicht überall umgesetzt hat. Es ist okay, dass es ein wenig dauert, dass nicht für alles die Kapas da sind. Aber ich freue mich, wenn wir diesen Beschluss fassen und anfangen.

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Ich möchte gar nicht mehr großartig auf die einzelnen Argumente eingehen.

Bei uns in der Stadt gibt es zwei BdP-Stämme. In unseren Stamm habe ich Einblick und da dieser erst vor 10 Jahren wieder mit der Pfadfinderarbeit begonnen hat, bestehen unsere Mitgliederinnen überwiegend aus Kindern und Jugendlichen. In beiden Stämmen wurde eine Umfrage zur Namensänderung gestartet. In unserem Stamm hat sich niemand für eine Namensänderung ausgesprochen, eine Stimme war für eine breite und ergebnisoffene Diskussion und dreißig Mitgliederinnen gegen eine Namensänderung. Im zweiten Stamm sieht das Ergebnis ähnlich aus.

Dass die Umfrage nicht repräsentativ ist, ist mir schon bewußt, aber einfach die Basis (Stämme) nicht großflächig einbeziehen zu wollen wäre, wie das Ergebnis zeigt, ein sehr großer Fehler.

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Politische Bildung beinhaltet zunächst einmal, dass wir unseren Menschen im Verein neutral das gesamte politische Spektrum nahebringen. Unter diesem Aspekt hat der letztjährige BV Beschluss den Anspruch an politische Neutralität verfehlt. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

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Aus technischer Sicht spricht meines Erachtens gegen das Sternchen, dass dieses oft als Formatierung verstanden wird z. B. in Markdown. Daher sind hier im Antrag auch weite Teile kursiv geschrieben.

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Aus meiner Sicht ist der technische Aspekt nicht überzeugend, da sich das Gendersternchen mit einem einfachen \* problemlos und korrekt einfügen lässt, um den Text korrekt und sauber darzustellen.
→ Bund der Pfadfinder*innen (Bund der Pfadfinder\*innen)

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Wie bringst du Kindern und Jugendlichen neutral rüber was rechtsextreme Parteien vertreten? „Die wollen verbieten, dass trans* Menschen anerkannt werden und behaupten, dass diese nicht existieren. Dies ist eine von vielen legitimen Meinungen“ Ich werde nicht neutral über Faschismus, Diskriminierung und Menschenverachtung reden.

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Gut Pfad Mira,

ich glaube Du hast mich da missverstanden. Selbstverständlich bin ich auch gegen die diskriminierenden Aussagen , die die AFD tätigt. Aber neben der rechten Szene gibt es auch linksradikalen Gruppierungen. Diese Gruppierungen umfasst der BV-Beschluss nicht, aus dem Grunde kritisiere ich diesen Beschluss. Oder hältst Du die kurzzeitige Besetzung von CDU Parteibüros durch die ANTIFA für gerechtfertigt oder dass wohl eher dem linken Spektrum zuzuordnende Personen Teslas anzünden oder beschmieren für angemessen?

Zum anderen ergibt sich schon aus unseren Pfadfinderregeln, dass wir gegenüber jedem Menschen tolerant sind. Und wenn wir dies unseren Kindern und Jugendlichen vorleben, weiß ich aus eigener Erfahrung, werden diese sich zu genauso toleranten Menschen entwickeln wie wir es uns wünschen, das nennt man m.E. Erziehung, das was Du sagst stellt für mich eine Bevormundung dar.

Sei wach

Harald

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Absolut komplett am Thema vorbei und voll mit Whataboutism.
Ich wünsche mir wirklich eine Moderation dieser Seite, ansonsten ergeben die Diskussionen hier keinen Sinn.

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Meine Sicht auf die Diskussion

Ich sehe das anders, Timon. Man kann sicher fragen, ob sich hier ein neuer Diskussionsstrang aufgetan hat – aber ich finde es durchaus wertvoll, dass sich diese Meta-Debatte gerade entwickelt. Denn die Themen hängen stärker zusammen, als es auf den ersten Blick scheint.

Zurzeit erleben wir eine Reihe politisch geprägter Anträge. Keiner davon ist für sich genommen „zu viel“. Aber viele empfinden die Menge und Richtung der Anträge als Ausdruck einer Haltung, die sich nach und nach verfestigt – und das führt zu einem Gefühl von Überforderung oder auch Entfremdung. Das ist erstmal kein Vorwurf, sondern ein Stimmungsbild, das man ernst nehmen sollte.

Wichtig ist mir: Allen nicht-binären* Menschen (oder einem Begriff, der sich für euch stimmig anfühlt) möchte ich ausdrücklich sagen: Die Kritik richtet sich nicht gegen euch. Ihr gehört selbstverständlich zur Gemeinschaft – jeder Mensch, der unsere pfadfinderischen Werte lebt, tut das. Punkt. Es geht um Strukturen, nicht um Personen. Wir sehen euch, wir schätzen euch und freuen uns, dass ihr Teil dieser Bewegung seid. Fühlt euch herzlich willkommen – und wer mag, auch gerne sinnbildlich umarmt. :blush:

Ich persönlich mag keine Gendersprache – und das hat für mich nichts mit Ablehnung zu tun. Wer sich für meine Gründe interessiert, kann mich gerne privat ansprechen.

Worum es eigentlich geht , ist das Spannungsfeld zwischen politischer Positionierung, pädagogischem Anspruch, Beziehungsarbeit, ethischer Haltung – und dem Risiko, in moralische Bevormundung zu kippen.

Und genau das kann einem echten Miteinander , wie es viele in der Pfadfinderei leben möchten, entgegenlaufen. Denn wo politische Deutungsmuster dominieren, geraten Gesprächskultur, Offenheit und Vertrauen oft ins Hintertreffen.


Ein ehrlicher Gedanke zum Schluss:

Mir ist klar, dass diese Auseinandersetzung Kraft kostet. Aber sie ist wichtig. Es geht dabei um unsere Kultur – und um das, was uns als Gemeinschaft im Kern zusammenhält.

Und mal ehrlich: Ist es nicht schade, dass wir so viel Energie in Diskussionen investieren, die mit gelebter Pfadfinderei oft wenig zu tun haben? Viele Menschen denken sich: „Danke für die Info, aber ich habe ganz andere Sorgen.“ Und das ist legitim.

Problematisch wird es erst dann, wenn aus diesen Informationen indirekte Handlungsanweisungen, moralische Maßstäbe oder (un-/)ausgesprochene Erwartungen werden. Dann entsteht Druck. Und wenn dieser Druck Grenzen überschreitet – meine persönliche zum Beispiel – empfinde ich das als übergriffig.

Ich wünsche mir, dass wir gegenseitige Grenzen genauso respektieren, wie wir es von anderen erwarten. Nur dann bleibt unsere Gemeinschaft lebendig – und offen für alle.

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Es scheinen trotz verschiedener Definitionsversuche nach wie vor unterschiedliche Vorstellungen davon zu bestehen, was es nun heißt, wenn gesagt wird, dass der BdP politisch ist. Vielleicht ist es leichter zu definieren, was es nicht heißt: Wir beschäftigen uns nicht mit gendergerechter Sprache, um Themen aufzugreifen, die in Politik und Medien diskutiert werden. Wir beschäftigen uns nicht mit gendergerechter Sprache, um politische Bildung zu machen.

Wir beschäftigen uns mit gendergerechter Sprache, weil wir uns damit beschäftigen wollen, wie wir in unserer Gemeinschaft zusammenleben.
Uns geht es darum, wie wir den BdP gestalten, wie wir offen für alle sein und diese Offenheit auch nach außen zeigen können. Der Antrag ist ein Impuls, dass wir das noch besser machen und deutlicher zeigen können, indem wir unsere Sprache anpassen.

Der BdP und die Menschen im BdP befinden sich nicht in einem luftleeren Raum, sondern sind eingebettet in die Gesellschaft. Deshalb berühren uns natürlich auch Themen die gerade in der Gesellschaft diskutiert werden. Und das ist gut, wir möchten, dass sich die Menschen im BdP kritisch mit der Gesellschaft auseinandersetzen und sie mitgestalten. Es ist auch gut, dass Themen aus der Gesellschaft ihren Weg in den BdP finden, so bleiben wir lebendig, zeitgemäß und entwickeln uns weiter. (Wir integrieren z.B. feministische Ideen in dem Sinne, dass wir darauf achten, dass nicht nur männliche Personen Leitungspositionen übernehmen oder dass wir mit allen Kindern - auch Jungen - spielerisch üben, einen Zugang zu den eigenen Emotionen zu bekommen.)

In der Gesellschaft wird gendergerechte Sprache als Möglichkeit diskutiert, Menschen sichtbar zu machen und einzuschließen. Im BdP beschäftigen wir uns damit, wie wir Menschen sichtbar machen und einschließen können. Deshalb diskutieren auch wir über gendergerechte Sprache und überlegen, ob das für uns ein geeignetes Mittel ist. Diese Diskussionen finden seit Jahren statt und schlagen sich nun eben auch in Anträgen auf der Bundesversammlung nieder.

Relevant wird das Thema weiterhin auch deshalb, weil sich durch den gesellschaftlichen Diskurs über gendergerechte Sprache die Wahrnehmung von Sprache in den letzten Jahren geändert hat. Damit ist es nicht nur ein Signal, wenn wir gendern - sondern auch, wenn wir es nicht tun. Gerade im Vergleich zu anderen Pfadfinder*innenverbänden, die ihren Namen angepasst haben, kann es als bewusstes Signal verstanden werden, wenn wir es nicht tun.

Ich bin irritiert davon, dass bei diesem Antrag immer wieder die Forderung nach basisdemokratischer Entscheidungsfindung aufkommt. Die Idee, dass wir unsere Prozesse hinterfragen und vielleicht auch ändern, ist völlig legitim und gut. Aber warum bei diesem Antrag? Warum kommt die Forderung nicht bei anderen Anträgen? Sollten dann nicht auch alle darüber abstimmen, wie viel wir mit dem rdp zusammen machen? Das kann schließlich unsere Identität als BdP beeinflussen. Sollten dann nicht alle darüber abstimmen, in welche inhaltlichen Projekte finanzielle und personelle Ressourcen fließen? Das beeinflusst schließlich was im BdP konkret passiert. Warum kommt gerade bei diesem Antrag bei manchen das Gefühl auf, sie werden von den Delegierten nicht vertreten und repräsentiert? Warum kommt gerade bei diesem Antrag bei manchen das Gefühl auf, sie wurden nicht mitgenommen und „die da oben“ wollen einfach etwas entscheiden?

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Hallo ann-katrin,

viele deiner Fragen sind sicher diskussionswürdig – keine Frage.

Mein Eindruck ist: Dir geht es vor allem darum, warum gerade dieser Antrag auf so viel Reibung stößt. Diese Frage wurde hier aus meiner Sicht bereits mehrfach und aus unterschiedlichen Blickwinkeln beantwortet. Eine komprimierte Zusammenfassung:

Konkrete Einwände:
– weil er tief in Identität und Selbstverständnis der Stämme eingreift (anders als z. B. bauliche Maßnahmen oder Kooperationsentscheidungen),
– weil viele Stämme – teils bis heute – nicht (rechtzeitig) über ihre Landesverbände informiert, geschweige denn einbezogen wurden.

Auf der Meta-Ebene:
– weil er als Reaktion auf normativen Druck wahrgenommen wird,
– weil dieser Druck weitergereicht wird – nach unten – und dort Spannungen erzeugt,
– weil daraus Gegendruck, Polarisierung und Repositionierungsdruck entstehen,
– weil eine Dynamik entsteht, die eher zu Spaltung als zu Zusammenhalt führt.

Gerade deshalb ist der Wunsch nach breiterer Partizipation bei diesem Thema größer als bei anderen.

Meine Rückfrage: Welchen Aspekt deiner Fragen siehst du bisher noch unbeantwortet?

HgP
Mammen


PS: Der Verweis auf den rein gesellschaftlichen Kontext wirkt zunächst wie eine neue Perspektive – tatsächlich ersetzt er im Kern lediglich den Begriff „politisch“ durch „gesellschaftlich“. Das macht den Ton weicher, verändert aber wenig an der zugrunde liegenden Dynamik, denke ich.

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Ich habe nicht den Begriff „politisch“ durch „gesellschaftlich“ ersetzt. Ich habe versucht herauszuarbeiten warum wir uns mit Themen beschäftigen, ohne dabei die Diskussion darüber weiterzuführen, ob der BdP politisch ist oder nicht.
Mein Eindruck ist, dass manche es so wahrnehmen, als würden „Ideologien“ aus der Gesellschaft einfach auf den BdP gestülpt, weil manche diese „Ideologien“ gut finden und den BdP dahingehend prägen wollen. Aus meiner Sicht trifft das nicht zu. Ich denke viel mehr, dass die Ideen, die in der Gesellschaft diskutiert werden, viele Menschen im BdP berühren und an verschiedenen Stellen, auf verschiedenen Ebenen als Impuls aufgenommen werden. Wir diskutieren dann auch im BdP darüber und das kann den BdP verändern. In entsprechenden Anträgen werden Veränderungen im BdP besonders sichtbar.

Ich nehme die Diskussion hier so wahr, als wären diese Veränderungen mit großer Sorge verbunden. Sorge darüber, dass die eigene Haltung nicht mehr als die „richtige“ Haltung gilt. Sorge darüber, dass man vielleicht nicht mehr zugehörig ist. Sorge darüber, dass andere einen nicht mehr akzeptieren.
Diese Sorgen dürfen da sein und ausgesprochen werden. Ich möchte aber ganz klar sagen, dass sie aus meiner Sicht unbegründet sind. Mit einzelnen Personen wird es vielleicht hitzige Diskussionen geben und man wird sich entzweien (aber das kann zu jedem Thema passieren - auch wenn man sich nur uneins ist, wie Jurtenplanen nun zu falten sind). Aber im BdP als Ganzes werden unterschiedliche Sichtweisen akzeptiert und als gleichwertig angesehen. Wir leben Gemeinschaft und Gemeinschaft hält Verschiedenheit aus. Auch wenn sich die Mehrheitsmeinung zum Gendern vielleicht ändert und in schriftlichen Formaten des BdP gegendert wird, heißt das nicht, dass es einen Zwang zum Gendern gibt und dass alle es tun müssen. Es ist okay, wenn Menschen nicht gendern möchten. Es macht Menschen, die nicht gendern, nicht zu „schlechteren“ Menschen.

Ich sehe meine Fragen durch deine Zusammenfassung nicht beantwortet, aber das müssen sie auch nicht.